Im zweiten Teil der Saisonbilanz geht es vorwiegend um die Gewinner der vergangenen Spielzeit. Aber auch hier finden sich Absteiger und Spieler, die ihr... 2. Deutsche Liga: Die zehn besten Legionäre 2017/18

Im zweiten Teil der Saisonbilanz geht es vorwiegend um die Gewinner der vergangenen Spielzeit. Aber auch hier finden sich Absteiger und Spieler, die ihr Potential nicht voll und ganz ausschöpfen konnten. Insgesamt zeigen diese zehn Spieler aber, welchen Stellenwert unsere Legionäre in der zweiten Liga einnehmen und wie wichtig sie für ihre Vereine sind. Wer es aufs Stockerl geschafft hat und wer der beste Legionär der vergangenen Saison wird, das wird das Folgende erörtern.

10. Lukas Gugganig, Greuther Fürth
Als Innenverteidiger zu Saisonbeginn noch am Abstellgleis, rutschte Gugganig im Laufe der Hinserie im defensiven Mittelfeld in die Mannschaft und konnte diese Position von der ersten Sekunde weg behaupten. Auch im dramatischen Schlussspurt, wo die Fürther bis zu Letzt um den Klassenverbleib zittern mussten, verlieh der junge Defensivakteur seiner Mannschaft Stabilität und ist somit aus dem Abwehrverbund von Taktikfuchs Buric nicht mehr wegzudenken. Bei seinen 26 Saisoneinsätzen stand er zum größten Teil in der Startelf und lieferte meist solide Partien ab. Obwohl seine Leistungen nur selten über den Mannschaftsdurchschnitt hinausgehen, ist er ein wichtiger Faktor im Team und durfte sogar über einen Treffer jubeln. Der Legionär fühlt sich in Oberfranken sichtlich wohl und hält dem Kleeblatt auch in Zukunft die Treue.

9. Stipe Vucur, 1. FC Kaiserslautern
Obwohl die Roten Teufel vom Betzenberg den Absturz in die dritte Liga hinnehmen musste, konnte der österreichisch-kroatische Doppelstaatsbürger im vergangen Jahr positiv von sich hören lassen. Seine Leistungen waren, bis auf ein paar Ausrutscher, durchwegs konstant und er konnte nach Standards immer wieder für Torgefahr sorgen. Am Ende des Tages stehen beim Dauerbrenner 34 Spiele, 3 Tore und eine Torvorlage zu Buche. Mit seiner ruhigen Art das Spiel von der Defensive aus zu gestalten und seiner robusten Zweikampfführung war er noch einer der Besten in der Abstiegssaison. Dies weckt natürlich Begehrlichkeiten. Ob Vucur den Pfälzern die Treue hält oder sein Weg zu einem neuen Team führt, wird sich recht bald zeigen.

8. Nikola Dovedan, FC Heidenheim
Für den jungen Offensivmann ist die zweite Liga die erste Auslandsstation. Daher hatte er zu Beginn noch leichte Eingewöhnungsschwierigkeiten, aber selbst in der Hinrunde ließ er sein Talent das ein um das andere Mal aufblitzen. In der Rückrunde erfolgte dann endgültig der Durchbruch. Mit 6 Treffern und 5 Torvorlagen avancierte er gegen Ende der Saison zur Heidenheimer Lebensversicherung und hielt mit seinen wichtigen Scorerpunkten das Team in der Liga. Insgesamt absolvierte er in seiner Debütsaison starke 29 Partien, wobei er teilweise von der Bank kam. Seine starken Leistungen im Endspurt blieben nicht unentdeckt und so soll Rapid Wien Interesse an ihm zeigen. Ob er dem FCH erhalten bleibt oder sein Weg ein anderer ist, das werden uns die kommenden Wochen lehren. Sicher ist nur, wenn er seine Form hält, dann wird Dovedan ligaunabhängig von seinen Gegenspielern nur schwer zu halten sein.

7. Christopher Trimmel, Union Berlin
Nach der Wahnsinnssaison 2016/17 konnte der ehemalige Rapidler im Herbst nahtlos an seine starken Leistungen anschließen; nach der Winterpause jedoch verfiel die ganze Mannschaft in ein Leistungsloch, welches sich bis zum Schluss nicht abschütteln ließ. Insgesamt absolvierte Trimmel 32 Spiele, zeigte dabei meistens ansprechende Leistungen, tappte im Frühjahr jedoch hin und wieder unter dem Radar im Dunkeln herum und konnte seine Qualitäten nur selten zeigen. Alles in allem aber eine gute Saison von ihm, in der er 10 Buden vorbeireiten konnte und einmal selbst ins Schwarze traf. Herausragend sind auch seine 82 Torschussvorlagen, ein absoluter Top-Wert in der Liga. Auch nächste Saison wird er wieder den rechten Flügel der Union beackern, die bestimmt wieder ambitioniert in die Saison gehen werden und die Aufstiegsplätze als Ziel ausrufen werden.

6. Manuel Prietl, Arminia Bielefeld
Manuel „Mister Zuverlässig“ Prietl aus Bielefeld hat eine starke Saison hinter sich gebracht, in der er zwar nicht als Matchwinner oder Spielgestalter in Erscheinung trat, aber einen enorm wichtigen Part innerhalb der Mannschaft übernommen hat. Er ist der Mann vor der Abwehr, der die Bälle frühzeitig klärt bzw. gewinnt und das Spiel durch seine Präsenz ankurbelt. Er ist unumstrittener Stammspieler bei der Arminia und darf sich über eine starke Spielzeit des gesamten Teams freuen. Drei Torvorlagen, eine gute Zweikampfstatistik und die zweitmeisten gelaufenen Kilometer der Liga (knapp 400km in 32 Spielen!!) krönen seine Spielzeit.

5. Konstantin Kerschbaumer, Arminia Bielefeld
Prietls Kompagnon in Bielefeld avancierte zwischenzeitlich zu einem echten Torgaranten, denn der sonst eher vorbereitende Kerschbaumer erzielte in dieser Saison ganze acht Treffer. Allgemein war die Leihe für den Mittelfeldmann ein voller Erfolg. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, wo er als zentraler Mittelfeldspieler zwischen Bank und Spielfeld pendelte, wurde er von Coach Saibene auf die linke Seite beordert und blühte dort regelrecht auf. Neben seinen Treffern bereitete er 6 Tore vor, zeigte sich eigentlich die ganze Saison über extrem ballsicher und ließ auch durchblicken, dass er eine Pferdelunge besitzt, wie seine Laufstatistik bestätigt. Insgesamt also ein großartiges Jahr auf der Alm für ihn. Jetzt heißt es aber Abschied nehmen, denn er kehrt mit 1.7. zu seinem Stammverein nach Brentford zurück. Ob es ihn dort halten wird, wird sich zeigen, denn an Interessenten mangelt es nicht; so soll Rapid Interesse an ihm zeigen. Ein heißer Sommer steht ihm bevor.

4. Lukas Hinterseer, VfL Bochum
Knapp am Stockerl vorberauscht ist der zweitbeste Torschütze der Liga, in Persona Lukas Hinterseer. Auch er tat sich anfangs bei seinem neuen Verein schwer und benötigte eine kleine Eingewöhnungszeit. Nachdem er im Herbst seine Qualitäten andeuten konnte, explodierte er im Frühjahr, erzielte insgesamt 14 Treffer und verhalf seiner Mannschaft beinahe noch auf den Relegationsplatz. Zu seinen Treffern kommen noch drei Vorlagen, eine starke Passquote und eine extreme Lauf- und Kampfbereitschaft hinzu, weshalb er im Sommer auch von Bundesligisten begehrt sein könnte. Offizielle Anfragen für ihn liegen bis dato noch keine vor, eine Ausstiegsklausel von gut 3 Millionen Euro könnte der Grund sein. Nichts desto Trotz merkt man, dass mit Hinterseer ein heimisches Sturmjuwel im Ruhrpott auf Torejagd geht und, wenn er seine Form bestätigt, auch für das Nationalteam wieder eine ernstzunehmende Option darstellt.

3. Philipp Mwene, 1. FC Kaiserslautern
Nach dem Abstieg seines Teams stellt dieser dritte Platz wohl nur einen schwachen Trost dar. Der rechte Verteidiger, der mit Fortdauer der Saison immer offensiver eingesetzt wurde und gegen Ende beinahe als rechter Außenstürmer aufgeboten wurde, zeigte eine bockstarke Saison und wird den bitteren Gang in die dritte Liga nicht mitantreten. Nach 4 Toren, 6 Vorlagen, einer überragenden Passquote und durchwegs guten Noten von unterschiedlichsten Fachzeitschriften bzw. Onlineportalen ist der Flügelflitzer zu höherem berufen. Daher entschied sich der Österreicher für den FSV Mainz 05, er wird in Zukunft also in der ersten Liga seine Kicker schnüren. Sicherlich ein gewagter Karriereschritt, aber mit seinen 24 Jahren hat er in der zweiten Liga seine Fähigkeiten bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt und er muss sich auch eine Etage höher vor niemanden verstecken.

2. Georg Margreitter, 1. FC Nürnberg
Der Fels in der Brandung beim Glubb kommt aus Österreich und darf sich in der nächsten Saison in der deutschen Eliteliga versuchen. Georg Margreitter, der es aufgrund von kleinerer Wehwehchen in der gesamten Saison „nur“ auf 24 Meisterschaftseinsätze brachte, zeigte eine fabelhafte Spielzeit, dessen Dank eine Nominierung auf Abruf im Nationalteam ist. Sein Stellungs- bzw. Zweikampfspiel waren diese Saison überragend, seine Spieleröffnung war meist präzise und wohl überlegt und auch nach Standards zeigte er seine Qualitäten; 4 Tore und 2 Vorlagen für einen Innenverteidiger sprechen Bände. Ein Abgang kommt für den Abwehrchef nicht in Frage, deshalb verabschiedet sich der starke Innenverteidiger auch aus dem Legionärs-Check in Richtung Bundesliga – ein freudiger Abgang.

1. Kevin Stöger, VfL Bochum
Last but not least der wohl beste Legionär der abgelaufenen Spielzeit: er trägt das Trikot des VfL Bochum, hört auf den Namen Kevin Stöger und brillierte in dieser Saison auf der zentralen Position im Mittelfeld, wobei er meist den offensivsten Part in der Dreier-Reihe bekleidete. Insgesamt kann der junge Österreicher auf 4 Tore, 8 Vorlagen, starke 75 Torschussvorlagen und den besten Schnitt an gelaufenen Kilometern seiner Mannschaft zurückblicken. Zu seinen besonderen Fähigkeiten zählen außerdem seine kompromisslose Zweikampfführung, seine genauen Standards und sein sicheres Passspiel. All diese Fähigkeiten öffnen ihm wohl Tür und Tor in Richtung Bundesliga. Stöger wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und hat bereits angedeutet, dass es ihn in die deutsche Bundesliga ziehen wird; wohin die Reise geht, ist aber noch offen.

Thomas Schützenhöfer, abseits.at

Thomas Schützenhöfer