Die zweite deutsche Bundesliga ist zurück. Bereits am Freitag startet die zweithöchste Spielklasse in die neue Saison. Mit Eintracht Frankfurt und dem FC St.Pauli... In Deutschlands zweiter Liga wird wieder gekickt – der Kampf um Auf- und Abstieg kann beginnen!

Die zweite deutsche Bundesliga ist zurück. Bereits am Freitag startet die zweithöchste Spielklasse in die neue Saison. Mit Eintracht Frankfurt und dem FC St.Pauli kämpfen zwei Traditionsvereine um den direkten Wiederaufstieg, beide mit neuem Trainer. Während bei den Hamburgern Andre Schubert St.Pauli-Ikone Holger Stanislawski ersetzt, übernimmt Armin Veh das Zepter bei der Frankfurter Eintracht. Und genau diese Eintracht, ist auch der große Favorit auf den Aufstieg, hat man sich doch mit bundesligaerfahrenen Kickern verstärkt, zudem stellt Frankfurt den höchsten Gesamtetat aller Zweitligisten.

BETRIEBSUNFALL ODER DER ANFANG VOM ENDE?

Zu Beginn der Saison hätten wohl nur wenige damit gerechnet, dass man Eintracht Frankfurt nächstes Jahr in der 2.Liga wiederfinden würde. Daran konnte auch Christoph Daum nichts ändern. 31 erzielte Tore in 34 Spielen waren nicht nur die wenigsten aller Bundesligavereine, sie sind schlicht und ergreifend zu wenig für die höchste Spielklasse. Das soll sich jetzt aber wieder ändern und dafür soll ein Österreicher sorgen: Erwin Hoffer kam von Kaiserslautern und soll endlich für die nötigen Tore sorgen, genauso wie Matmour, der aus Gladbach wechselte. Ebenfalls wieder im Team ist Ümit Korkmaz, der offensiv zusätzlichen, dringend notwendigen Elan bringen soll. Dafür verließen Halil Altintop und Maik Franz den Verein. Für die Abwehr holte man Bellaid aus Frankreich und Schildenfeld von Sturm Graz, wie auch Stefan Bell von 1860.

Am Millerntor sucht man Gerald Asamoah in der neuen Saison vergeblich, sein Leihvertrag wurde nicht verlängert. Matthias Lehmann und Marcel Eger sind ebenfalls Geschichte in Hamburg, genauso wie auf der Torhüterposition Kessler und Hain. Die neue Nummer Eins im Tor könnte Philipp Tschauner werden, der von den Münchner Löwen kam. Für den Angriff holte man Mahir Saglik, er soll neben Ebbers für Tore sorgen. Speziell das Mittelfeld mit Kruse, Bartels, Takyi und Naki ist recht gut besetzt, sollte die dünne Personaldecke im Angriff ausgleichen.

OBEN NICHT VIEL NEUES?

Mit Hertha BSC verließ die dominante Mannschaft der Vorsaison die 2.Liga Richtung Bundesliga. Dahinter tummeln sich Jahr für Jahr nahezu dieselben Mannschaften. Greuther Fürth ist noch immer auf der Suche, nach dem richtigen Rezept für den Aufstieg, aber auch der VfL Bochum will nach der verlorenen Relegation gegen Mönchengladbach endlich wieder Bundesligaluft schnuppern. Defensiv-Allrounder Lukas Sinkiewicz kam vom Aufsteiger Augsburg und mit dem Isländer Eyjólfsson bediente man sich in der Premier-League, wenn auch nur von der Reservemannschaft Aston Villas. Für den Sturm lieh man sich von Meister Dortmund Daniel Ginczek.

In Cottbus muss man hauptsächlich im Angriff bei Null starten. Mit Nils Petersen und Emil Jula verließ der 35-Tore-Topsturm die Brandenburger. Ob die Neuzugänge aus Dortmund bzw. Dänemark Dimitar Rangelov / Mustafa Kucukovic diese Lücke schließen können, ist mehr als fraglich. Mit dem 18jährigen Tobias Steffen, der von den Bayer Leverkusen A-Junioren kommt, hat man sich ein hoffnungsvolles Talent gesichert, klarerweise fehlt es ihm noch an Erfahrung. Auch Jiayi Shao verließ Cottbus in Richtung Duisburg.

Weiters darf man nicht auf Fortuna Düsseldorf vergessen: Die heimstärkste Mannschaft der abgelaufenen Saison, ist auch kommende Saison für einen Spitzenplatz gut. Die Mannschaft hat sich kaum verändert und präsentiert sich eingespielt. Mit Robert Almer holte man auch einen Österreicher in die Messestadt. Der australische Nationalspieler Robbie Kruse soll für die nötigen Tore sorgen.

NIEMANDSLAND ODER DER WEG NACH OBEN?

Endlich nach oben will man auch in München bei 1860. Die vergangene Saison konnte man die Fans nicht unbedingt erwärmen, speziell neben Störgeräuschen wie der in der Luft schwebenden Insolvenz. Doch jetzt soll wieder alles besser werden, insbesondere mit dem neuen Investor Hasan Ismaik. Besonders wichtig war die Vertragsverlängerung von Benjamin Lauth, der mit 16 Toren letzte Saison einmal mehr der Goalgetter der Münchner war. Zurück bei 60 ist auch ein alter Bekannter: Timo Ochs kommt aus Nürnberg und wird hinter Király die Nummer Zwei im Tor der Löwen.

In Karlsruhe und beim Pokalfinalist aus Duisburg darf man gespannt sein, wie schnell der neue Anzug passt. Beide Mannschaften mussten ihren Kader komplett umbauen. Beim KSC soll Ex-Grazer Klemen Lavric für die nötigen Tore sorgen und der Italiener Giuseppe Aquaro eben diese verhindern, während der MSV mit Fromlowitz einen bundesligatauglichen Torwart verpflichtete. Auch die Neuzugänge aus Cottbus, Shao und Jula sollen die Offensive verstärken und Duisburg zurück in die Bundesliga führen. Neu im Kader steht auch Flamur Kastrati, der von Twente Enschede kommt und zwischenzeitlich beim SK Rapid Wien im Gespräch war. Stefan Maierhofer verließ das Ruhrgebiet.

In Aachen, hat man die Erwartungen ein wenig zurückgeschraubt. Nicht der Aufstieg ist das große Ziel des Vereins, sondern eine Verbesserung in der Tabelle. Der 10.Platz in der Vorsaison war für die Aachener eine Enttäuschung. Mit Benjamin Auer im Sturm, der letztes Jahr 20 Tore erzielte, hat man nach dem Abgang von Cottbus-Kanonier Petersen zum FC Bayern nun den zweitbesten Torschützen der letzten Saison in den eigenen Reihen! Mit Zoltán Stieber, der zu Mainz ging, verlor man hingegen den besten Assistgeber der 2.Liga.

DER KAMPF GEGEN DIE „LATERNE“

Arminia Bielefeld und Rot-Weiß Oberhausen waren in der vergangenen Saison die Fix-Absteiger, während der VfL Osnabrück in der Relegation gegen Dynamo Dresden unterlag. Neben Dresden, werden auch Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig neu begrüßt. Vor allem in Braunschweig sucht man Stars und Erfahrung vergeblich: Der Verein will sich auch in der 2.Liga mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern halten. Neu in Braunschweig sind das Zwillingspaar Gianluca und Raffael Korte, die beide von TuS Mechtersheim kamen, und Nico Zimmermann, der aus Saarbrücken kam.

In Dresden musste man sich auch gänzlich neu orientieren. Die Stürmer Alexander Esswein und Dani Schahin verließen den Verein, neu in die Mannschaft kommen Pavel Fort für den Angriff, Filip Trojan und Marcel Heller für das Mittelfeld. Auch in der Abwehr konnte man einige neue Gesichter verpflichten, darunter unter anderen Romain Bregerie aus Metz. Dynamo Dresden hat auf jeden Fall Potential für Überraschungen, vorrangig daheim, doch ob man sich vom Abstieg fernhalten kann, muss erst bewiesen werden.

Auch Hansa Rostock hat den Sprung zurück in die 2.Liga geschafft. Ohne Übertreibung ist Marek Mintal die Topverstärkung des Sommers. Der Stürmer kam aus Nürnberg und soll mit seiner Erfahrung den Grundstein zum Klassenerhalt legen. Ebenfalls neu an Board sind Timo Perthel von Werder Bremen (zuletzt an Sturm Graz ausgeliehen) und Pavel Kostal, der letztes Jahr noch beim SC Wiener Neustadt unter Vertrag stand.

Der SC Paderborn, Union Berlin, FSV Frankfurt und der FC Ingolstadt werden die restlichen Mannschaften sein, die sich stark auf den Klassenerhalt konzentrieren müssen. Ein Platz im Mittelfeld ist aber für all diese Mannschaften im Bereich des möglichen.

Michael Smolka, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen