Nach einem Streit um die Prämien trat die komplette 1. und 2. Mannschaft des Eimsbüttler TV, ein Sechstligist aus Hamburg, zurück, woraufhin die A-Jugend... Jugend forscht im deutschen Cup: Greuther Fürth und das ungleiche Duell mit dem Eimsbüttler TV

Nach einem Streit um die Prämien trat die komplette 1. und 2. Mannschaft des Eimsbüttler TV, ein Sechstligist aus Hamburg, zurück, woraufhin die A-Jugend versuchte das Unmögliche gegen den Zweitligisten Greuter Fürth zu schaffen, was naturgemäß nicht gelang, allerdings für großes Aufsehen sorgte. Schlussendlich stand ein 0:10 zu Buche.

Jetzt ist es ja nicht so, dass es in der ersten Runde des DFB-Cups nicht schon genug Überraschungen gab. Vizemeister Leverkusen verliert trotz 3:0 Führung gegen einen Zweitligisten (3:4 n.V. gegen Dynamo Dresden), Wolfsburg scheidet gegen den von Red Bull übernommenen und von Peter Pacult trainierten RB Leipzig, einen Viertligisten, aus. Und auch der „Österreicher-Klub“ Werder Bremen (Arnautovic ab der 61. Minute) verabschiedet sich aus dem Cup (1:2 gegen den FC Heidenheim). Doch die Geschichte des diesjährigen Cups schreibt der wohl nur wenigen bekannte Eimsbüttler TV!

STREIT UM DAS GROSSE GELD

Normalerweise müssten sich bei den Hamburgern alle in den Armen liegen, schaffte der Sechstligist doch die Qualifikation für den DFB-Cup, was für einen Amateurklub viel Prestige und auch Geld mit sich bringt. Doch genau das liebe Geld ist der Grund warum zurzeit ganz Deutschland über diesen Verein spricht, denn mit der Qualifikation für die erste Hauptrunde ist auch eine Prämie in Höhe von ca. 110.000 € verbunden. Die Spieler und das Trainerteam forderten einen angemessenen Anteil, welcher ihnen vom Vorstand verwehrt blieb. Da jegliche Diskussion und Verhandlung nichts half, sah das Trainerteam keinen anderen Ausweg als dem Verein mitsamt der kompletten ersten Mannschaft den Rücken zu kehren. Jetzt wäre man schon mit der besten Aufstellung krasser Außenseiter gegen den Viertplatzierten der letztjährigen Zweitligasaison, Greuther Fürth, gewesen, doch mittlerweile wären die Verantwortlichen des ETV wohl froh zumindest mit der zweiten Mannschaft antreten zu können, denn es kam noch schlimmer. Aus Solidarität trat kurze Zeit auch die Reserve aus dem Verein aus.

JUGEND FORSCHT!

„Wir werden trotzdem eine schlagkräftige Mannschaft auf dem Platz haben“, versprühte Vorstand Frank Fechner vor dem Match weiterhin Optimismus, doch das war schwer zu glauben, stand doch mittlerweile die A-Jugend in der Pflicht sich gegen ein Debakel zu stemmen. Immerhin hatten zwei erfahrene Spieler vor Spielbeginn ihren Rücktritt gegeben, aber das war auch nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Von Spielbeginn wurde nur über die Höhe der Niederlage geredet und manch einer sah sogar die Möglichkeit einer historischen Pleite, denn die höchste Niederlage im DFB-Cup war bisher ein 17:0 in der Saison 1940/41 (Stuttgart Kickers gewannen gegen VfB 05 Knielingen).

KEINE ÜBERRASCHUNG

Zwar waren die jungen Kicker aus Hamburg, neun Spieler sind Jahrgang 1993 und jünger, chancenlos, aber doch haben sie sich erhobenen Hauptes aus dem Cup verabschiedet. Vor allem in der ersten Hälfte spielte der ETV unbekümmert und so brauchte Greuther Fürth eine Viertelstunde um richtig ins Spiel zu finden, dann ging es allerdings schnell. Wenige Minuten und drei Tore später gab es keine Zweifel mehr am Ausgang dieses Spieles, doch immerhin ging es mit diesem Ergebnis (0:3) auch in die Halbzeit, was als Erfolg für den Sechstligisten zu sehen ist. Nach der Pause mussten die (größtenteils) Schüler dem hohen Tempo Tribut zollen und so wurde es doch noch ein sehr deutliches Ergebnis, doch zumindest stehen die Eimbüttler mit dem 0:10 nicht alleine da, verlor doch auch Rot Weiß Ahlen gegen Paderborn mit diesem Ergebnis.
Somit bleibt den Spielern eine wohl einzigartige Erfahrung und die 2100 Fans konnten sich über viele Tore freuen. Der Vorstand wird sich freuen, dass nun endlich wieder Ruhe einkehrt nach all der Aufregung der letzten Wochen.

AlohaHe, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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