Es wäre wohl DAS Comeback schlechthin in der deutschen Bundesliga in diesen Sommer gewesen. Nachdem Nationaltorhüter Manuel Neuer nach zähen Verhandlungen im Mai den... Lehmann kein Thema: Schalke 04 verzichtet auf Sensationstransfer

Es wäre wohl DAS Comeback schlechthin in der deutschen Bundesliga in diesen Sommer gewesen. Nachdem Nationaltorhüter Manuel Neuer nach zähen Verhandlungen im Mai den FC Schalke 04 in Richtung Bayern München verlassen hatte und Ralf Fährmann von Eintracht Frankfurt als dessen Nachfolger verpflichtet worden war, stand zuletzt auch die Rückkehr von Jens Lehmann als weiterer Torhüter beim Traditionsverein im Raum. Trainer Ralf Rangnick beendete nun jedoch die Spekulationen und gab bekannt, dass der Verein Abstand von einer Verpflichtung des 41-Jährigen nehme. Grund sollen Alter und Gehalt des Ex-Nationalspielers sein.

Jens Lehmann sorgte bereits vergangene Saison für Aufsehen, als er im März dieses Jahres einen bis Saisonende datieren Vertrag beim Premiere-League-Klub Arsenal London unterzeichnete. Das Team von Manager Arsene Wenger hatte mit großen Verletzungssorgen auf der Torhüterposition zu kämpfen und mit Manuel Almunia stand nach den Verletzungen von Wojciech Szczesny und Lukasz Fabianski praktisch nur noch ein fitter Schlussmann zur Verfügung. So kam es quasi zum doppelten Comeback: Lehmann, der im Sommer 2010 beim VfB Stuttgart seine aktive Karriere beendet hatte, kehrte zu jenem Klub auf die Insel zurück, für den er bereits von 2003 bis 2008 aktiv war. Und Lehmann sollte nicht nur auf der Ersatzbank der Londoner Platz nehmen. Am 32. Spieltag kehrte der gebürtige Essener beim 3:1-Auswärtserfolg des FC Arsenal beim FC Blackpool nach 1071 Tagen wieder in den Kasten seines neuen, alten Vereins zurück und blieb dabei ohne gröberen Patzer.

MAN SIEHT SICH IMMER ZWEIMAL IM LEBEN

Was also für Lehmann und den FC Arsenal stimmte, nämlich dass man sich immer zweimal im Leben sieht, sollte nun für den FC Schalke nicht in Erfüllung gehen. Der Schlussmann war bereits von 1988 bis 1998 für die Königsblauen tätig. Dabei bestritt er nicht weniger als 281 Bundesligaspiele und erzielte dabei sogar zwei Treffer. Einer davon gelang ihm im Ruhrpottderby gegen Dortmund per Kopf, was ihm den Titel des absoluten Fanlieblings einbrachte. Seinen größten Erfolg mit Schalke feierte Lehmann jedoch 1997 mit dem Gewinn des UEFA-Cups, Gegner im Finale war damals Inter Mailand. Seine weiteren Stationen waren danach Milan, Dortmund, Arsenal und Stuttgart, wo er eben 2010 nach langen Überlegungen seine Karriere beendete, um neun Monate später ins Tor von Arsenal zurückzukehren.

LEHMANN GEHÖRTE ZUM PLANSPIEL

Da Schalke noch auf der Suche nach einem weiteren Torhüter hinter Heimkehrer Ralf Fährmann, Mathias Schober und Lars Unnerstall ist, tauchte nun auch der Name Lehmanns als Neuverpflichtung in den Medien auf. Sportvorstand Horst Heldt bestätigte sogar, dass dieser eine Option sei. Am Montag wurde die Überlegung um eine Rückkehr Lehmanns jedoch endgültig ad acta gelegt. „Falls wir doch noch einen Torhüter holen, gibt’s eine für den Club sportlich und finanziell nachhaltige Lösung“, so Trainer Ralf Rangnick gegenüber der deutschen Tageszeitung “Bild“. Damit wird Lehmann seine Handschuhe wohl endgültig an den Nagel hängen.

UMBRUCH BEI SCHALKE

Im Kader des deutschen Pokalsiegers tat sich in diesem Sommer bereits einiges. Trainer Ralf Rangnick hatte bisher alle Hände voll zu tun, die Spieleranzahl des Kaders zu reduzieren und die Qualität innerhalb der Mannschaft mit Neuzugängen zu steigern. Keine leichte Aufgabe für den Nachfolger von Felix Magath, schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass dem Coach dabei wenig finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Nicht weniger als 14 Spieler haben bzw. mussten den Verein bereits verlassen. Zuletzt traf es Schalke-Urgestein Gerald Asamoah, dessen Vertrag aufgelöst wurde. Zu den Abgängen gehören des Weiteren die beiden Altstars Ali Karimi und Angelos Charisteas, Christian Pander (Hannover), Nicolas Plestan (Unbekannt) und Lukas Schmitz (Bremen). Bei den Neuverpflichtungen setzt Trainer Ralf Rangnick auch auf einen Österreicher. Christian Fuchs wechselte bekanntlich vom Überraschungsteam Mainz 05 im Sommer zum Traditionsklub und machte somit einen weiteren großen Schritt in seiner Karriere. Neben Torhüter Fährmann wurde noch Mittelfeldspieler Marco Höger von Alemannia Aachen aus der 2. Bundesliga verpflichtet. Das Einkaufsprogramm des Europa-League-Teilnehmers dürfte damit jedoch noch nicht abgeschlossen sein.

O., abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen