Nach dem 2:1-Sieg über den unangenehmsten Gegner Holstein Kiel steht Peter Pacults RasenBallsport Leipzig nach 13 Runden wieder auf Platz eins der deutschen Regionalliga... Pacult mit RB Leipzig Tabellenführer – der Titel muss her, bevor es richtig schwer wird!

Nach dem 2:1-Sieg über den unangenehmsten Gegner Holstein Kiel steht Peter Pacults RasenBallsport Leipzig nach 13 Runden wieder auf Platz eins der deutschen Regionalliga Nord. Seit der zweiten Runde hat Pacults Team nicht mehr verloren und auswärts hat man mit sechs Siegen aus sechs Spielen eine weiße Weste.

Die Saison 2011/12 ist für die weitere Entwicklung des Deutschland-Projekts des Red Bull Konzerns ein Schlüsseljahr. Da der deutsche Fußballbund ab 2012/13 eine Ligareform auf Regionalligaebene beschloss, ist die aktuelle Spielzeit die letzte Chance für Pacults Leipziger relativ stressfrei aufzusteigen. Grundvoraussetzung dafür ist der Meistertitel, ein zweiter Platz hilft dem Ligakrösus nicht weiter. Ab nächster Saison ist selbst ein Meistertitel keine Garantie für einen Aufstieg in die 3.Liga, da der DFB die Regionalligen erweitert. Statt drei Ligen wird es dann fünf geben. Die Meister der fünf Regionalligen und der Vizemeister der Regionalliga Süd/Südwest spielen danach in einem Playoff drei Aufstiegsplätze in die 3.Liga aus. Die Meister, die dieses Playoff nicht überstehen, haben eine Saison lang umsonst geschwitzt – ebenso wie es in Österreich der Fall ist.

3.Liga „leichter“ als Regionalliga?

Experten sind der Ansicht, dass der Aufstieg aus der dritten in die zweite deutsche Bundesliga für einen Klub mit den Möglichkeiten der Leipziger einfacher zu bewerkstelligen ist, als der Sprung von der Regionalliga in die 3.Liga. In der Regionalliga muss RasenBallSport Leipzig entweder heuer Meister werden, oder nächstes Jahr Meister werden und danach sogar einen anderen Regionalmeister besiegen, um aufzusteigen. In der 3.Liga reicht der zweite Platz für den direkten Aufstieg in die zweite deutsche Bundesliga, der Dritte spielt zudem Relegation gegen den 16. der zweiten Bundesliga. Der Aufstieg in die 3.Liga würde den Leipzigern zudem andere Möglichkeiten auf dem Transfermarkt eröffnen. Die Perspektive binnen kürzester Zeit in der zweiten deutschen Bundesliga zu spielen, was für den Red-Bull-Konzern TV-Livespiele auf Sky und Sport1 bedeuten würde, motiviert wesentlich mehr Kicker als der Wechsel in die Knochenmühle Regionalliga. Ab der dritten Leistungsstufe ist zudem ein Szenario angedacht, in dem RasenBallsport Leipzig sich am Spielermaterial der Schwesternklubs in Salzburg oder gar New York, Brasilien oder Ghana bedient.

RB Leipzig 2011/12 titelreif

Die Saison 2011/12 ist somit für das Leipziger Projekt von Red Bull essentiell um den Aufstiegszeitplan einzuhalten. Die Saison 2010/11 beendete RB Leipzig auf dem vierten Rang, was jedoch mit dem Überbegriff „Anlaufschwierigkeiten“ abzutun ist. Der Aufstieg in der aktuellen Saison ist das klar vorgegebene Ziel und wird von Peter Pacult, der in Leipzig jährlich einen hohen sechsstelligen Eurobetrag verdient, bisher erfolgreich verfolgt. Der Floridsdorfer kann im Kampf um den Aufstieg auf einen breiten Kader und sieben ehemalige Bundesligaspieler zurückgreifen, zudem auf vier Legionäre.

Daniel Frahn als Torgarant

Im Laufe der Saison setzte Pacult 19 Spieler ein – genauso viele wie der Zweitkonkurrent aus Halle, zwei weniger als Topkonkurrent Holstein Kiel. Der Garant für den Aufstieg soll dabei der 24-jährige Stürmer Daniel Frahn sein. Der bullige Angreifer ging früher bereits erfolgreich für den SV Babelsberg 03 auf Torjagd, für den er in der Saison 2009/10 in 32 Spielen 29 Tore erzielte. Vergangene Saison netzte er 16mal für RasenBallsport Leipzig – diese Marke wird er jedoch in der aktuellen Saison mit hoher Wahrscheinlichkeit überbieten: Nach 13 Spielen hält er bei elf Saisontoren. Seine beiden Stürmerkollegen Timo Röttger und Stefan Kutschke sind ebenfalls gut in Schuss, erzielten zusammen weitere elf Tore.

Große Namen auf der Bank

Pacult scheut nicht davor zurück, große Namen auf die Bank zu setzen und lässt die Spieler auflaufen, die sich im Training aufdrängen. So sind der ehemalige finnische Teamspieler Pekka Lagerblom (früher bei Werder Bremen, dem 1.FC Nürnberg und dem 1.FC Köln unter Vertrag) und Ex-Bundesligaprofi Timo Rost (ehemals Energie Cottbus, zudem in der Saison 2000/01 erfolglos bei Austria Wien unter Vertrag) bei Pacult keine Fixstarter. Stattdessen sind der junge Fabian Franke, Wandervogel Tom Geissler und der enorm wichtige Defensivmann Christian Müller bei Pacult gesetzt. Ebenso wie der Brasilianer Thiago Rockenbach, der heuer zwar erst bei einem Saisontor, dafür aber bei sechs Assists hält und als einer der wichtigsten Kicker im Deutschland-Team des Getränkeherstellers gilt.

Umut Kocin Nr.1 auf der Stechuhr

Der Marathonmann in Pacults Elf hat Österreich-Bezug: Der 23-jährige Außenverteidiger Umut Kocin spielte bis zum Sommer unter Werner Gregoritsch für den Kapfenberger SV und bestach schon dort durch Laufstärke und einen guten Schuss. Seine letzte Partie für die Obersteirer endete am 19.März gegen die SV Ried mit einem Schädelbasisbruch. Von diesem ist Kocin nun wieder genesen und versäumte seit seinem Wechsel nach Leipzig keine Minute.

Transferbombe zur Absicherung?

Die Transferpolitik der Leipziger Bullen könnte bald eine Kehrtwende erleben. Bisher bediente man sich eher der Top-Spieler von Drittligisten oder gut ausgebildeten, ehemaligen Kickern von B-Mannschaften der Bundesligaklubs. Bis zur Winterpause sind es nun noch fünf Partien und wenn weiter alles nach Plan läuft und RB Leipzig eventuell schon mit einem komfortablen Vorsprung in die Winterpause geht, wird man sich an wenigen Positionen punktuell verstärken. Sollte es bis zum Winter aber noch beunruhigende Entwicklungen im Bezug auf den Tabellenstand geben, soll noch eine (für Regionalliga-Verhältnisse) Transferbombe in Sachsen einschlagen. Man will heuer nichts dem Zufall überlassen – denn 2012/13 wird’s als Regionalligaklub so richtig schwer…

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

  • littletie

    16.November.2011 #1 Author

    Die Hoffnung heißt Kiel oder Halle! Ich hoffe die zwei Vereine sorgen dafür, dass der Brauseklub noch so lange wie möglich da unten bleibt!

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    • Robbie

      17.November.2011 #2 Author

      Kiel hat jedenfalls schon mal versagt und auf Halle würde ich auch nicht zu viel Hoffnung setzen 😉

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      • littletie

        17.November.2011 #3 Author

        Versagt würde ich so direkt sagen. Gut gespielt haben sie ja. Mir ist´s letztendlich egal wer diesen verdammten Klub schlägt, Hauptsache es passiert 😉

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  • Tim

    16.November.2011 #4 Author

    RA und FraRePri. Forza RBL.

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  • Lutzinger

    21.November.2011 #5 Author

    Auf gehts, Leipziger Jungs!

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