Der FC Bayern München spielt gegen Freiburg nur Unentschieden und lässt die ersten Punkte in dieser Saison liegen. Freiburg zeigt abermals eine sehr gute... Szenenanalyse: Freiburg-Bayern

FC Bayern München Logo 2Der FC Bayern München spielt gegen Freiburg nur Unentschieden und lässt die ersten Punkte in dieser Saison liegen. Freiburg zeigt abermals eine sehr gute Leistung, was das Defensivverhalten angeht, und verhindert  konsequent, dass Bayern das Zentrum bespielen kann. Charakteristiken des Freiburger Pressings und Bayerns Spielweise lassen sich schön an einer Situation in der 27. Minute zeigen.

Allgemeines

In wenigen Fällen kam der FC Bayern sauber durch das Zentrum, weil Freiburgs 4-4-2, so wie sie es praktizierten, sehr gut gegen Bayern passte, und auch gut gespielt war. Schlüsselspieler bei den Freiburgern war einer der Achter. Fernandes brach immer wieder aus der 4-4-2-Formation heraus, wenn Schweinsteiger abkippte oder Spieler wie Kroos kurz kamen, um diese in Manndeckung zu nehmen oder sich so im Raum zu positionieren, dass er Zugriff behielt, aber die mannschaftliche Kompaktheit trotzdem gegeben war.

Bayern will durchs Zentrum

Bayerns Spiel wurde von den Freiburgern immer wieder auf die Flügel geleitet, wo die Bayern aber eigentlich gar nicht hin wollten. Schweinsteiger versucht die guten Bewegungen der Freiburger Stürmer und vor allem auch Fernandes zu neutralisieren, indem er ab und zu den Ball ins Mittelfeld trug. In Kombination ist in dieser Szene ein Zurückfallen Kroos zu sehen. Er bietet Schweinsteiger während des Zurücklaufens eine Anspielstation und sichert Schweinsteiger später ab. Rafinha und van Buyten geben die Breite im Spiel, und das Zentrum ist scheinbar nicht besetzt, außer von Götze, der in dieser Situation kurz kommt.

Die Pressingfalle

Freiburgs Pressing war gegen Bayern darauf ausgelegt die Mitte zu schließen und den Gegner nach außen zu lenken. Dort arbeitet Streich gerne mit Pressingfallen, in welche die Breisgauer die Bayern zu locken versuchten. In dieser Situation sieht man die Pressingfalle schön, aber auch, dass Bayern diese erkennt und gut umspielt.

Bayern-Freiburg Pressing
Freiburgs Stürmer steuern Schweinsteigers Laufweg z.B. nach rechts um den Ball in die rechte Spielfeldhälfte zu bekommen. Deshalb nimmt auch Schmid Shaqiri in Manndeckung und steht sehr tief, obwohl ebenso Sorg Shaqiri übernehmen könnte: der Raum soll frei bleiben, damit Schweinsteiger den Ball hineinspielt und die Freiburger schon beim Pass dorthin verschieben können. Detailinfo: die Position von Sorg ermöglicht ihm, bei einem Ball auf die Seite durch eine kurze Verschiebebewegung zur vorwärts und zur Mitte, das Zentrum durch seinen Deckungsschatten zu schließen.

Guede sichert den Rückpass ab, genauso die Art und Weise, wie Freis Schweinsteiger anläuft. Eine Verlagerung auf Rafinha wird von Laprevette verhindert, der durch seine Position aber auch immer noch Zugriff auf das Zentrum behält.

Wie Bayern die Situation löst

Doch die Bewegung von Götze und Pizarro lösen sie die Situation auf. Götze bewegt sich in den direkten Dunstkreis von Fernandes, aber so, dass er bei einem Pass von Schweinsteiger immer noch genug Abstand und damit Zeit zu Fernandes hat. Weil Götze aber noch nicht in der Pressingfalle steht, sondern die Situation z.B. durch einen Doppelpass mit Schweinsteiger lösen kann, hat Fernandes ein Problem, denn er kann seine Position im Zentrum eigentlich nicht verlassen, damit sein Deckungsschatten weiter auf Pizarro fällt. Er orientiert sich jedoch kurz an Götze, was Pizarro erkennt, der von Schweinsteiger angespielt wird, und die Pressingfalle ist umspielt. Durch Rafinhas und Müllers Position ist sowohl die Breite, als auch die Besetzung des Zentrums gegeben. Nebeneffekt: Rafinha steht so, dass die Schnittstelle zwischen Laprevette und offen bleibt.

Daraufhin kann Pizarro auf van Buyten tropfen lassen, der den Flügel herunterspielen kann, was Bayern eine Halbchance nach Flanke einbringt.

Tobias Robl, www.abseits.at

Tobias Robl

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