Deutschland ist mittlerweile Exportland Nummer eins für Kicker aus unserem Alpenland. In der ersten Bundesliga sind unsere Kicker nicht nur Mitläufer, sondern wichtige Stützen....

Deutschland ist mittlerweile Exportland Nummer eins für Kicker aus unserem Alpenland. In der ersten Bundesliga sind unsere Kicker nicht nur Mitläufer, sondern wichtige Stützen. Im ersten Teil der Serie stellen wir kurz die Kicker vor, deren Klubs  in der vergangenen Saison im Kampf um das internationale Geschäft mit dabei waren.

David Alaba – FC Bayern München

Ein Ermüdungsbruch stoppte Österreichs Supertalent, sein Wunschcomeback wäre das WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland im heimischen Happel-Oval. Doch die gute Nachricht ist, dass sich niemand um David Alaba sorgen machen muss. Derzeit noch in der Lehre auf der linken Außenbahn, wird er in den nächsten Jahren wie Bastian Schweinsteiger in die Mitte wechseln. Bei den Bayern wissen die Verantwortlichen, was sie an Alaba haben.

Christian Fuchs – FC Schalke 04

Der Schlangenfan hat ein Ziel: Den Kopf von Klaas Jan Huntelaar. Doch das war 2011/12, nun steht Fuchs quasi vor seiner Reifeprüfung. Hat ihm Huub Stevens die taktischen Defizite in der Defensive austreiben können? Das ist die Gretchenfrage bei Fuchs, denn über seine Offensivqualitäten gibt es ohnehin kaum Diskussionen. Sein zweites Jahr bei einem international anerkannten Topklub wird zeigen, ob er nicht nur ein außergewöhnlicher Vorlagengeber ist, sondern im Gesamtpaket ein besonderer Linksverteidiger. Auch Marcel Koller würde es freuen, wenn der Pittener die Schwächen im Stellungsspiel ablegt.

Martin Stranzl – Borussia Mönchengladbach

Der Abwehrspezialist geht in seine letzte Saison als Bundesliga-Profi. Stranzl, der 1997 von seiner Heimat Güssing und dem dortigen SV zu 1860 München wechselte, wird seine Karriere nach Stationen in München, beim VfB Stuttgart und Spartak Moskau bei Mönchengladbach im Alter von nur 33 Jahren beenden werden –  zumindest auf Topniveau. Nach 15 Jahren fernab der Heimat ist das kein Wunder. Nach Dantes Abgang zu den Bayern und der tollen letzten Saison wird er aber sicherlich keine ruhige letzte Spielzeit haben, viel mehr ist damit zu rechnen, dass die Konkurrenz die „Fohlen“ wieder zurecht stutzen will. So bleibt ihm nur viel Glück zu wünschen und dass er sich unverletzt und mit einem Erfolgserlebnis im Juni 2013 zurückziehen kann. Zyniker könnten vermuten, als Österreicher nie in der heimischen Liga gespielt zu haben, wäre schon Erfolg genug.

Martin Harnik – VfB Stuttgart

83 Spiele machte Harnik in der deutschen Bundesliga bislang, traf dabei 27 Mal, bereitete 17 Treffer vor. In 53 Prozent seiner Spiele trifft der gebürtige Hamburger oder bereitet einen Treffer vor. Der 25-jährige Rechtsaußen hat sich einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet, rackert viel, schont sich dabei nicht und macht Tore, die eigentlich gar nicht gehen – sei es durch eine ausgezeichnete Technik, sei es durch „erzwungenen Zufall“. Mit dem türkischen Nationalspieler Tunay Torun (22), der von Hertha BSC Berlin kam und ähnlich spielt wie Harnik, gibt es zwar nun Konkurrenz, allerdings ist dies wohl auch gut für den Deutsch-Österreicher. Ab und an ließ er sich ein bisschen hängen, wenn er in den Wochen davor überzeugt hatte.

Raphael Holzhauser – VfB Stuttgart

Neu im Kader der Schwaben ist der 19-jährige zentrale Mittelfeldspieler Raphael Holzhauser. Der Regisseur, der vor drei Jahren aus dem Rapid-Nachwuchs nach Stuttgart wechselte, ist hoch veranlagt und wird diese Saison weiter Bundesligaluft schnuppern dürfen. Nach zwei Kurzeinsätzen im Jänner und weiteren fünf Mal im Kader des VfB überzeugte er die Verantwortlichen von seinem Können. Auf seiner Stammposition in der Zentrale gibt es aber mit William Kvist oder Zdravko Kuzmanovic namhafte Konkurrenz, auch in der Breite sind die Stuttgarter gut aufgestellt. Sollte Holzhauser allerdings explodieren, wird Trainer Bruno Labbadia ihm Einsatzzeit verschaffen.

Kevin Stöger – VfB Stuttgart

Der gebürtige Steyrer, der Ende August 20 Jahre alt wird, kam über den Nachwuchs der SV Ried ins Schwabenland. Der offensive Mittelfeldspieler soll mit den Profis mittrainieren und von diesem Training profitieren, vielleicht gehen sich auch ein paar Einsatzminuten aus. Für Stöger gilt aber ähnliches wie für Holzhauser: Wenn er den Coach von sich überzeugen kann, wird er spielen. Immerhin verbrachte der U19-Teamspieler schon das letzte Jahr in der dritten Liga, wo es bekanntlich auch gegen Vollprofis zur Sache geht.

Samuel Radlinger – Hannover 96

Vielleicht braucht es etwas Phantasie, um den jungen Ex-Rieder als Erstligakicker anzusehen. Ron-Robert Zieler scheint eine übermächtige Konkurrenz am Tormannposten zu sein. Aber weil der erfahrene Ersatzmann Markus Miller (30) doch immer wieder ausfiel, nahm er 16 Mal auf der Bank Platz. Eine kleine Verletzung, eine Gelbsperre und schon feiert er sein Bundesligadebüt. Der 1,96 Meter große Schlussmann hat mit 19 Jahren aber sicherlich noch Zeit, bis er Stammspieler sein muss, bis dahin steht er in der Regionalliga Nord zwischen den Pfosten.

Emanuel Pogatetz – VfL Wolfsburg

Eine Sache vorne weg: Ja, mit 29 Jahren darf man auch wegen eines besser dotierten Vertrages wechseln. Und dass der VfL Wolfsburg den einen oder anderen Euro mehr zur Verfügung hat als die niedersächsischen Kollegen aus Hannover, ist auch bekannt. Doch der immer harte und zumeist auch faire Innenverteidiger passt durch sein Spiel zu Trainermanager Felix Magath wie die Faust aufs Auge. Allerdings stehen auch acht Innenverteidiger bei Wolfsburg unter Vertrag, unter anderem Naldo. Aber wenn Pogatetz fit bleibt, wird Magath auf ihn bauen.

Im zweiten Teil geht es um die große Abordnung bei Werder Bremen, die irgendwie viereinhalb Österreicher groß ist, die Aufsteiger und alle anderen Kicker, die sonst noch in der deutschen Bundesliga im Profikader der Vereine stehen.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

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