Nach dem Aufstieg gegen Brügge bekam RB Salzburg in der zweiten Europa-League-Saison in Folge einen italienischen Spitzenklub zugelost. Nachdem die Mozartstädter im Vorjahr... Warum Napoli für RB Salzburg eine härtere Nuss als Lazio Rom ist

 

Nach dem Aufstieg gegen Brügge bekam RB Salzburg in der zweiten Europa-League-Saison in Folge einen italienischen Spitzenklub zugelost. Nachdem die Mozartstädter im Vorjahr Lazio Rom im Viertelfinale eliminierten, trifft die Elf von Trainer Marco Rose heuer im Achtelfinale auf SSC Neapel. Es gibt allerdings nur wenige Parallelen zwischen den beiden italienischen Teams.

RB Salzburg entschied im April 2018 zweifelsohne verdient das Viertelfinal-Duell mit Lazio Rom für sich, aber die Österreichs Serienmeister profitierte auch von der Defensivschwäche des Hauptstadt-Klubs. Trotz der Verpflichtung des Abwehrchefs Francesco Acerbi im vergangenen Sommer bekamen die Biancocelesti dieses Problem auch in der laufenden Spielzeit nicht in den Griff. Das Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Sevilla ist eine Folge davon. Im Hinspiel des Europa-League-Viertelfinales gegen RB Salzburg gelangen den Italienern vier Treffer, aber sie ließen gleichzeitig zwei Gegentreffer zu. Mit den Auswärtstoren des heutigen Lazio-Rom-Ergänzungsspielers Valon Berisha und von Takumi Minamino verschaffte sich die Rose-Elf eine gute Ausgangslage für das Rückspiel.

Als Ciro Immobile eine Woche später in der 55. Minute Lazio Rom in Wals-Siezenheim in Führung brachte, standen die Italiener mit einem Fuß im Halbfinale. Es folgten allerdings der sofortige Ausgleich von Munas Dabbur sowie ein Blackout in der Hintermannschaft der Gäste. Die mittlerweile in Deutschland unter Vertrag stehenden Amadou Haidara sowie Hee-chan Hwang und ein Wunschspieler des kommenden Europacup-Gegners, Stefan Lainer, nützten das kaltschnäuzig aus. So stand es in der 76. Minute plötzlich 4:1 für RB Salzburg und die Roten Bullen zogen mit einem Gesamtscore von 6:5 ins Halbfinale ein.

SSC Neapels Defensiv-Meisterstück im Heimspiel gegen Liverpool

Ein derartiges Szenario zugunsten für RB Salzburg ist im Europa-League-Achtelfinale gegen SSC Neapel praktisch ausgeschlossen. Zum einen, weil Carlo Ancelotti bei der Mannschaft aus der Stadt an den Füßen des Vesuvs ein qualitativ stärkerer Kader als jener von Lazio Rom zur Verfügung steht. Und zum anderem, weil die Hellblauen eine eindeutig stabilere Hintermannschaft als ihr Liga-Konkurrent aus der Hauptstadt haben. Das Paradebeispiel schlechthin ist das Heimspiel gegen Liverpool in der Champions-League-Gruppe C, das SSC Neapel Anfang Oktober in erster Linie dank einer perfekten Defensivleistung mit 1:0 für sich entschied. Den Reds gelang kein einziger Schuss aufs gegnerische Tor und der Siegestreffer durch Lorenzo Insigne in der 90. Minute ging in die Geschichte ein.

Der Tabellenzweite der italienischen Serie A spielte freilich das eine oder andere Mal nicht zu Null, aber im heimischen Stadio San Paolo ließ SSC Neapel in der Saison 2018/2019 mit Stand Anfang März nur dreimal zwei Gegentore zu. Nach einem 3:2-Aufholsieg gegen AC Milan von Ende August endete der letzte Auftritt in der Serie-A-Hinrunde gegen Bologna FC Ende Dezember mit demselben Ergebnis. Am vergangenen Wochenende gab es zudem ein 1:2 gegen Juventus, bei dem man zeitweise in Unterzahl spielte. Insgesamt kassierte die Ancelotti-Elf in 14 Serie-A-Heimspielen nur neun Gegentore.

Selbst die französische Startruppe Paris Saint-Germain musste sich mit lediglich einem Treffer an den Füßen des Vesuvs begnügen. Auf der anderen Seite war PSG eines der einzigen drei Teams, die SSC Neapel in der Ferne mehr als ein Gegentor zufügten. Neben dem 2:2 im Prinzenpark war das Ende September bei einer 1:3-Auswärtsniederlage im Serie-A-Spitzenduell gegen Juventus und Ende Jänner in der Coppa Italia bei AC Milan der Fall. Im Cup schoss der polnische Pistolero Krzysztof Piatek im ersten Auftritt von Beginn an für den Diavolo seinen Klub im Alleingang zu einem 2:0-Heimsieg.

Ancelotti bestimmte den Triumph in der Europa League als neues Saisonziel

SSC Neapel setzt zum zweiten Mal in Folge seine Europacup-Saison nach einem dritten Platz in der Champions-League-Gruppenphase in der KO-Phase der Europa League fort. In der vergangenen Spielzeit fokussierte sich der mittlerweile bei Chelsea umstrittene Maurizio Sarri auf die nationalen Bewerbe und die Neapolitaner scheiterten im Sechzehntelfinale an RB Leipzig. Nach einer 1:3-Heimniederlage reichte aufgrund der Auswärtstorregel ein 2:0 in Deutschland nicht mehr für den Aufstieg in die Runde der besten 16 Teams. Der Schuss ging in dreifacher Hinsicht nach hinten los, denn die Hellblauen standen letztendlich sowohl in der Serie A als auch in der Coppa Italia mit leeren Händen da.

Anders als Sarri hat Ancelotti etliche Erfolge auf seiner Visitenkarte stehen und der 59-Jährige bestimmte unmittelbar nach dem Champions-League-Aus in Liverpool den Triumph in der Europa League als das neue Saisonziel des SSC Neapel. Dementsprechend traten die Hellblauen im Sechzehntelfinale gegen den FC Zürich, wo man bereits im Hinspiel mit einem 3:1-Auswärtssieg den Sack zumachte, auf. Der Treffer des amtierenden schweizerischen Cupsiegers war eine Sensation, aber die Gäste ließen das Tor beim Stand von 3:0 zu. Im Rückspiel hielt RB Salzburgs kommender Europa-League-Gegner trotz Rotation auf einigen Positionen die Null und stieg mit einem Gesamtscore von 5:1 auf.

Alice Kopp, abseits.at

Alice Kopp

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