Bisher war die australische A-League eher von vermindertem Medieninteresse, doch das änderte sich in der letzten Sommerpause durch die Wechsel von Alessandro Del Piero... Exotische Ligen und ihre Starlegionäre (2) – Australien / Neuseeland

Bisher war die australische A-League eher von vermindertem Medieninteresse, doch das änderte sich in der letzten Sommerpause durch die Wechsel von Alessandro Del Piero und Emile Heskey schlagartig. Ein Grund mehr, die Legionöre auf der anderen Seite der Erdkugel unter die Lupe zu nehmen.

Alessandro Del Piero (Sydney FC)

Nach exakt 19 Jahren(!) entschied sich die lebende Juventus-Legende zu einem Wechsel in die australische Metropole. Der sechsfache italienische Meister, sowie Weltmeister, Champions-League-Sieger und vieles mehr unterschrieb heuer einen 2-Jahres-Vertrag; ihn reizte es, „ein Aushängeschild für den australischen Fußball“ zu sein. Wir sind gespannt auf die kommenden zwei Jahre.

Jason Culina (Sydney FC)

Der kroatisch-australische Doppelstaatsbürger ist in Europa kein Unbekannter. Zwischen 1999 und 2009 spielte er ein Jahrzehnt lang in den Niederlanden und wurde mit Ajax Amsterdam, sowie drei Mal mit dem PSV Eindhoven Meister der Eredivisie. Bis 2011 schnürte er 58 Mal für die Socceroos die Schuhe.

Thomas Broich (Brisbane Roar)

Ihn kennen wahrscheinlich nur hartgesottene Fans der deutschen Bundesliga. Über Stationen im Nachwuchs in Unterhaching und dem Wacker Burghausen schaffte er es 2004 nach Mönchengladbach, wo er zwei Jahre lang Bundesliga-Luft schnuppern durfte, bevor er für drei Saisonen beim 1. FC Köln, sowie dem 1. FC Nürnberg in der 2. Bundesliga spielte. Mit Ende der Saison 2010 unterschrieb er in der Hauptstadt Queenslands einen Vertrag bis 2017(!) und wurde vergangene Saison sogar Australiens Spieler der Saison.

Besart Berisha (Brisbane Roar)

Der 17-fache albanische Nationalspieler ist besonders in Graz einigen Leuten ein Begriff, da er im Sommer immer wieder als potenzieller Stürmer ins Gespräch kam. Seine Fußballerkarriere lässt sich am besten mit dem Begriff Wandervogel beschreiben. Bekannte Stationen waren unter Anderem der Hamburger SV, FC Burnley, AC Horsens (DK), Rosenborg Trondheim und Arminia Bielefeld, bevor er sich mit Ende 2011 zu einem Wechsel nach Brisbane entschloss. Und dieser war sehr erfolgreich; schon in seiner Premierensaison wurde er mit 19 Toren australischer Torschützenkönig.

Liam Miller (Perth Glory)

Aufmerksame Beobacher der Premier League Schottlands und Englands kennen den 21-fachen irischen Nationalspieler mit Sicherheit. Er ist DAS Aushängeschild der westaustralischen Millionenstadt und auch sein Steckbrief liest sich nicht schlecht: dreifacher schottischer Meister mit Celtic Glasgow, sowie 18 Einsätze für Manchester United sind in Australien schon etwas besonderes.

Shane Smeltz (Perth Glory)

Sohn amerikanischer Eltern, in Göppingen (D) geboren und 45-facher neuseeländischer Nationalspieler, der in Australien spielt – das ist Shane Smeltz, der neben Engagements in England bei Mansfield, Halifax und Wimbledon auch ein halbes Jahr bei Genclerbirligi Ankara spielte. Erfolgreicher könnte seine Karriere nicht sein, denn welcher Neuseeländer kann behaupten, bei einer WM gegen den amtierenden Weltmeister Italien die Führung zu schießen? Neben diesem Karrierehighlight stehen außerdem drei Titel zu Neuseelands Fußballer des Jahres, zwei Mal ozeanischer Fußballer des Jahres, sowie Torschütze der A-League 2008/09 zu Buche. Sein letztes Tor erzielte er am 11. September beim 6:1 in der WM-Qualifikation gegen die Salomonen.

Emile Heskey (Newcastle United Jets)

Ja genau, DER Emile Heskey, 62-facher Englischer Nationalspieler und UEFA-Cup Sieger mit Liverpool (2000/01), spielt nach 17 Jahren Premier League zwischen 1995 und 2012 nun in Newcastle, Australien. Der mittlerweile 34-jährige hat 507 Premier-League Spiele, sowie 111 Tore vorzuweisen. Am 7. Oktober bestritt er sein erstes A-League-Spiel gegen, den in der AFC-Champions-Leage erst im Viertelfinale (gegen Bunyodkor in der Verlängerung) augeschiedenen, Adelaide United.

Stein Huysegems (Wellington Phoenix)

Auch kein unbekannter Name: der 30-jährige Belgier, der bis 2009 15-mal für das belgische Nationalteam auflief, spielt seit 14.09. 2012 für den Vorzeige-Verein Neuseelands aus der Hauptstadt. Seines Zeichens zweifacher belgischer Cupsieger (98/99 mit Lierse SK und 2008/09 mit dem KRC Genk) und belgischer Meister (2010/11 mit dem KRC Genk). Mit dem AZ Alkmaar schaffte er es zudem auf immerhin 13 Champions-League Einsätze in der Saison 2004/05 und verpasste das Finale nur denkbar knapp gegen Sporting Lissabon mit 3:3 und der Auswärtstorregel. In seinem ersten A-League-Spiel am 6. Oktober traf er zudem gegen den Sydney FC (mit Alessandro Del Piero) zur 1:0-Führung (2:0 Endstand).

Josip Tadic (Melbourne Heart FC)

Seine Glanzzeiten hatte er in den Saisonen 2006 bis 2009, wo er mit Dinamo Zagreb insgesamt drei Mal kroatischer Meister wurde und 22 Spiele in der kroatischen U-21 Auswahl bestritt. Zudem spielte er mit Bayer Leverkusen in der deutschen Bundesliga, mit Grenoble Foot 38 in der französischen Ligue 1 und mit Lechia Gdansk in der polnischen Ekstraklasa. Seit Juli ist er beim australischen Mittelständler der zweitgrößten Stadt des Landes unter Vertrag.

Martin Fejer

Martin Fejer