Wir werfen einen Blick in die Serie A: Nachdem der FC Parma in der ersten Hälfte in Führung ging, drehte die Roma in Halbzeit... Spiel gedreht: Die AS Roma feiert gegen den FC Parma den dritten Sieg im dritten Spiel!

AS Roma LogoWir werfen einen Blick in die Serie A: Nachdem der FC Parma in der ersten Hälfte in Führung ging, drehte die Roma in Halbzeit Zwei auf und kam zu einem letztlich ungefährdeten 3:1-Sieg.

Zwei alte Bekannte treffen sich

Die AS Roma ist mit zwei Siegen in die Serie A Saison gestartet und unter der Woche gab es die nächste schöne Nachricht für die Tifosi der Roma. Francesco Totti, Kapitän und Urgestein der Römer hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2016 verlängert. Mit über 600 Partien und mehr als 250 Toren ist er der erfolgreichste Spieler in der Geschichte des Klubs. Auch gegen Parma führte er seine Mannschaft wieder aufs Feld. Auf Seiten des FC Parma traf man einen alten Bekannten: Antonio Cassano, der 118 Spiele für Roma, die meisten davon an der Seite von Francesco Totti, absolvierte, war vor der Saison nach Parma gewechselt. Er erzielte das bisher einzige Tor der Saison für den FC Parma, bei der 1:3-Niederlage letzte Woche in Udine.  Mit einem Punkt stehen sie somit auf Platz 16 der Tabelle.

Beide Teams offensiv ausgerichtet

Der FC Parma begann im 3-5-2 System, durchaus offensiv ausgerichtet, mit zwei Änderungen im zentralen Mittelfeld: Für Munari begann Marchionni und für Valdes der defensiver ausgerichtete Gargano. Der AS Rom begann gegenüber dem 3:0-Sieg gegen Hellas Verona am letzten Wochenende mit einer Änderung. Ljajic durfte im 4-3-3 System der Römer auf der linken Außenbahn von Beginn an ran, Neuzugang Gervinho musste auf die Bank.

Das Spiel beginnt rassig

Der FC Parma begann sehr engagiert und mit einigen interessanten Ansätzen: Die zwei Stürmer Cassano und Amauri blieben in der Mitte und attackierten die Innenverteidiger der AS Roma, das linke und das rechte Mittelfeld liefen die Außenverteidiger an und standen generell sehr hoch. Das Dreiermittelfeld blieb meistens auf einer Linie und machte somit die Mitte kompakt. Das war ein sehr gutes Mittel gegen die Roma, die es in den ersten Minuten meist nur über Kombinationen durch die Zentrale probierte, wo die Räume jedoch von Parma sehr eng gemacht wurden. Bei Ballgewinn Parmas fungierte Amauri als zentrale Anspielstation, Cassano fiel vor allem durch kluge Pässe in die freien Räume auf. Parma war am gefährlichsten, wenn sie über die Außen kamen, Biabiany hatte so die erste Chance des Spiels in der 15. Minute.

Roma wird wach

Danach stellte Roma die Außen zu, die Flügelstürmer orientierten sich mehr in die Defensive, ohne aber Ihr Offensivspiel zu vernachlässigen. Strootman und De Rossi achteten mehr auf Pässe aus der Zentrale auf die Außen, die so vom Spiel abgeschnitten wurden. So ergaben sich dann auch gefährliche Situationen für die Roma: Bei Ballgewinn erfolgte schnelles Umschaltspiel, die Parma-Defensive hatte sichtlich Probleme wenn Roma den Ball steil in den Rücken der Abwehr spielte. Auch hatte die AS Roma in der Folge mehr Räume für Kombinationen und so ergaben sich sehr gute Möglichkeiten durch einen Schuss von Totti (19.) und eine klasse Kombination über Maicon, dessen Schuss innerhalb des Strafraums nur knapp neben dem Tor landete (20.).

Parma geht in Führung

In der Folge wurde das Spiel etwas ruhiger, es fanden viele Zweikämpfe im Mittelfeld statt, aber gefährliche Aktionen konnten nicht mehr kreiert werden. Parma stand nun wieder kompakt im zentralen Mittelfeld, die Außen standen nun etwas tiefer und kümmerten sich um die hoch stehenden Außenverteidiger der Roma. Bei Ballbesitz hatte Parma ein Übergewicht im Mittelfeld, wenn die Flügelspieler der Roma nicht mit nach hinten arbeiteten. Parma konnte daraus aber lange kein Kapital schlagen, bis zur 39. Minute: Cassani war weit aufgerückt und hatte im Mittelfeld zu viel Platz, seine Flanke landet genau bei Biabiany, der sich in den Strafraum geschlichen hatte und mit einem Kopfball zum 1:0 traf. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt überraschend, jedoch nicht unverdient. Der FC Parma, beflügelt von der Führung, übernahm nun das Spiel und bis zur Pause hatte die AS Roma, die sichtlich geschockt war, keine Möglichkeit mehr.

Die zweite Halbzeit: Roma gleich aus

Nur 90 Sekunden waren gespielt, da klingelte es bereits im Tor von Parma: Pjanic mit einem idealen Pass auf Florenzi, der frei auf das Tor zulaufen konnte und einschoss. Die Römer attackierten nun früher und Pjanic  übernahm eine wichtige Aufgabe im Spiel: Er stieß öfter in die Offensive und lief die Innenverteidiger des FC Parma früh an. Im Aufbauspiel ließ er sich fallen und verteilte die Bälle mit großer Übersicht. Schlecht im Spiel eingebunden war bisher übrigens Totti, der von Lucarelli fast in Manndeckung genommen wurde. Parma war nach dem Ausgleich gleich wieder auf dem Weg in die Offensive, über Amauri und Cassano, doch fehlte es Ihnen an einem kreativen Taktgeber im Mittelfeld.

Ein offener Schlagabtausch

Es entwickelte sich nun ein munteres Spiel zwischen beiden Teams, die Abwehr-Reihen standen hoch, und beide Teams agierten mit gutem Pressing. Die Spieler beider Mannschaften hatten somit kaum Räume und Chancen blieben Mangelware. Roma-Coach Rudi Garcia reagierte und brachte Gervinho für Ljajic. Parma attackierte weiterhin früh, doch das Roma-Mittelfeld befreite sich in der Folge häufiger und kam so in gefährliche Situationen, welche aber nicht genutzt wurden, da Parma in der Abwehr konzentriert verteidigte. Dennoch war diese Spielweise seitens Parma sehr riskant, aber auch die Roma konzentrierte sich auf die Offensive: Die Flügelstürmer Gervinho und Florenzi warteten auf den Außen auf Bälle; Defensiv-Aufgaben erledigten für sie Strootman und De Rossi. So ging es hin und her zwischen den Teams, ein Treffer war nur eine Frage der Zeit. In der 68. Minute brachte Parma-Trainer Roberto Donadoni Okaka-Chuka für Amauri, der sich im Sturmzentrum aufgerieben hatte.

Roma geht in Führung und entscheidet die Partie

Nur zwei Minute nach diesem Wechsel fiel dann das lang erwartete Tor: Für die AS Roma. Wie schon beim ersten Treffer, war es ein genialer Pass in die Schnittstelle, diesmal von Strootman. Francesco Totti stand komplett blank vor Parma-Torwart Mirante und schob eiskalt zum 2:1 ein. Während sich Totti fragte, ob er in seiner Karriere schon einmal so frei zum Schuss gekommen war, übernahm Roma das Spiel und verteidigte nun aggressiv, jedoch ohne Mühen gegen eine zu unkreative Mannschaft des FC Parma. Parma wurde schon früh abgefangen und kam so nicht in die gefährlichen Regionen der Römer Hälfte. Einmal wurde es dann aber doch noch gefährlich: Eine Flanke kam in den Römer Strafraum, in der Mitte brachte sich Okaka-Chuka in Stellung, doch der wuchtige Stürmer verpasste knapp!

Die Roma stand nun tief und lauerte auf Konter. In der 84. Minute war es dann soweit: Gervinho ging auf und davon und konnte nur durch ein Foul im Strafraum gebremst werden. Der starke Strootman verwandelte den fälligen Elfmeter sicher und sicherte so den 3. Sieg im 3. Spiel der Serie A. Während sich Roma somit Platz 2, punktgleich mit dem Tabellenführer Neapel, sicherte, rutscht Parma auf Rang 17 ab. Es war definitiv ein verdienter Sieg der Hauptstädter, der jedoch um ein Tor zu hoch ausfiel. Parma hatte Probleme mit der individuellen Klasse der Römer und konnte sie in den entscheidenden Momenten nicht stoppen. AS Roma kam nicht zurecht, wenn Parma konsequent über die Außen spielte, was sie viel zu selten taten und hatte Probleme bei hohen Bällen.

Andreas Breitenberger, abseits.at

Andreas Breitenberger

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