Seit 1923 spielt der FC Valencia im „Mestalla“, einem der steilsten Stadien der Welt. Der alte Bau hat eine lange Geschichte und war Schauplatz... „Que bote Mestalla!“ – Die lange Geschichte der FC-Valencia-Heimstätte

Spanien-Flagge_abseits.atSeit 1923 spielt der FC Valencia im „Mestalla“, einem der steilsten Stadien der Welt. Der alte Bau hat eine lange Geschichte und war Schauplatz einiger Fußballschlachten. Nicht umsonst ist in Valencia der Ausspruch „Que bote Mestalla!“ berühmt – dies heißt so viel wie „Lasst das Mestalla beben!“ Die Rapid-Fans dürfen sich auf ein kultiges Stadion gefasst machen, das sehr eng ist und zu einem Hexenkessel werden kann.

Das Stadion hat aber auch eine bewegende Geschichte, denn da die Stadt Valencia den Anhängern des spanischen Diktators Franco lange Zeit Widerstand bot, wurde das Stadion als Konzentrationslager und Schrottplatz verwendet, massiv beschädigt und erst nach Francos Sturz runderneuert. Im heute 55.000 Zuschauer fassenden Stadion sah man einst bei jedem Spiel Manolo, den berühmten Trommler des FC Valencia, der die Spiele „seines“ Teams mittlerweile aber meidet. Der Verein hatte ihm für das Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München 2001 keine Karte zukommen lassen, weshalb der stolze Valencianer auf stur schaltete und nicht mehr zu den Valencia-Spielen zurückkehrte.

Momentan wird ein neues Stadion gebaut – dies ist nun bereits seit 8 ½ Jahren der Status. Der Spatenstich für das „Nou Mestalla“ erfolgte im Sommer 2007, aber nur zwei Jahre später kam es zu einem Baustopp, weil der FC Valencia in finanziellen Problemen versank. Nach langem Hin und Her, sowie der Notwendigkeit, die Baukosten weiter zu senken, wurde bekannt, dass der Verein plant, das Stadion bis zum 100-jährigen Vereinsbestehen im Jahr 2019 zu eröffnen.

Das neue Stadion sollte Platz für 75.000 Zuschauer bieten und auch für Leichtathletikbewerbe nutzbar sein. Mittlerweile wurde die vorgesehene Kapazität auf 61.500 Plätze reduziert. Dass die eingefleischten Valencia-Fans das Stadion kategorisch ablehnen werden oder sich zumindest sehr schwer an die neue Heimstätte gewöhnen werden, sei vorweggenommen. An der Stelle des jetzigen Mestalla wird die Stadt Valencia Wohneinheiten bauen.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen