Viele fußballinteressierte und -begeisterte Österreicher/Innen werden sich ob des überraschenden Wechsels von Jakob Jantscher zum NEC Nijmegen am letzten Tag der Transferperiode verwundert die... Eredivisie als Sprungbrett: Jakob Jantscher und der Transfer zum NEC Nijmegen

Jakob JantscherViele fußballinteressierte und -begeisterte Österreicher/Innen werden sich ob des überraschenden Wechsels von Jakob Jantscher zum NEC Nijmegen am letzten Tag der Transferperiode verwundert die Augen gerieben haben. Zu unbekannt scheint der Verein, umso unverständlicher der Wechsel, sogar als Abstiegskandidat wurde der holländische Verein in der österreichischen Medienwelt gesehen. Aus diesem Grund sollen sein neue Klub und der Wechsel des Österreichers durchleuchtet werden und eine mögliche Antwort bezüglich des Transfers gefunden werden.

Die ersten Anzeichen eines Wechsels

Die ersten Anzeichen eines Transfers von Jakob Jantscher gab es bereits seit seiner Rückkehr von Dynamo Moskau zu Red Bull Salzburg im Sommer 2013. Der Österreicher, der in Russland zum Stamm gehörte und durchaus auf sich aufmerksam machte, stellte sofort klar, dass ein Verbleib für ihn in Salzburg kaum denkbar ist. Das Verhältnis zwischen dem Mittelfeldspieler und dem österreichischen Vizemeister schien gebeutelt zu sein, auch wurde Jantscher im Laufe der bisherigen Saison selten eingesetzt beziehungsweise in den letzten Runden nicht mal mehr in den Kader berufen. Gerüchte um einen Wechsel in die deutsche Bundesliga wurden vermehrt lauter, auch Jakob Jantscher verwies immer darauf erneut den Schritt ins Ausland wagen zu wollen.

Der Wechsel in die Niederlande

So kam es wenig überraschend, dass ein Transfer von Jakob Jantscher kurz vor Ende der Transferperiode auch wirklich verkündet wurde, jedoch  kam die Wahl des neuen Klubs etwas überraschend. Es wurde der NEC Nijmegen, ein Verein in der höchsten Klasse der niederländischen Eredivisie.

NEC Nijmegen

Dem österreichischen Fußballfan dürfte der im Jahr 1900 gegründete Klub wenig bis gar nichts sagen, schnell war jedoch von einem Wechsel zu einem Abstiegskandidaten die Rede. Doch wie steht es tatsächlich um den Verein? Der Start in die diesjährige Saison wurde, das kann man nicht verneinen, in den Sand gesetzt, aktuell findet man den NEC Nijmegen mit nur zwei Punkten am 18. und somit letzten Tabellenplatz. In der Saison 2012/2013 landete das Team auf Platz 15 und entkam somit den Relegationsspielen gegen den Abstieg knapp. Sieht man sich die weiteren Meisterschaftsendplatzierungen seit dem Jahr 2000 an, so zeigt sich, dass sich der Verein jedoch immer im Mittelfeld der Tabelle festsetzen konnte und nie in akute Abstiegsnot geriet. Große Erfolge kann der Verein seit seiner Gründung jedoch nicht aufweisen, einzig einmal konnte man in der Saison 2002/2003 auf Platz 5 verstoßen.

Das Goffertstadion mit einer Kapazität von 12.500 Plätzen beherbergt im diesjährigen Schnitt bislang 10.433 Zuseher, in der Saison zuvor kamen im Schnitt immerhin 11.890 Fans zu den Heimspielen, jedoch waren nur zwei Spiele davon restlos ausverkauft.

Ganze 15 neue Spieler, zumeist junge, wurden für die Saison 2013/2014 verpflichtet, die gleiche Anzahl an Spielern wurde abgegeben. Der wohl bekannteste unter diesen ist Evander Sno, welcher in jungen Jahren bei Celtic Glasgow für Furore sorgte.

Warum wechselt Jakob Jantscher zu NEC Nijmegen?

Nach der Betrachtung der zuvor erwähnten Tatsachen erscheint der Wechsel im ersten Augenblick kurios und unverständlich, fast schon so, als ob hier bei dem Österreicher Torschlusspanik aufkam. Das Ziel des Auslands ist zwar erreicht, doch scheinen weder der Name noch die derzeitige Tabellenplatzierung besonders attraktiv. Trotzdem soll versucht werden die dahinterliegenden Gedanken zu verstehen.

So spielt bei dem Transfer sicher der Name der Eredivisie eine große Rolle, viele Spieler wechseln von dort in größere Ligen Europas. Auch der Ruf des holländischen Fußballs ist kein schlechter, Jantscher erklärte in seiner ersten Stellungnahme selbst, dass ihm der holländische Fußball entgegenkommt. Blickt man auf den Kader ist Jantscher mit 24 Jahren fast schon so etwas wie ein Routinier bei NEC Nijmegen, auch scheint die Konkurrenz im Kader enden wollend zu sein. Trainer Anton Janssen bevorzugt ein 4-3-3-System, wobei in den bisherigen Saisonspielen eher ein etwas defensiveres 4-2-3-1 gewählt wurde. Die Konkurrenten für Jantscher auf den beiden Außenbahnen heißen bezogen auf die letzten Aufstellungen Christoph Hemlein (22) und Sören Rieks (26). Beide scheinen auf den ersten Blick keine übermächtigen Gegner zu sein und somit sollte ein Stammplatz in Reichweite liegen. So spricht dies für einen zusätzlichen Grund des Wechsels des österreichischen Nationalspielers.

Es darf basierend auf den zuvor genannten Argumenten zusammenfassend konstatiert werden, dass sich Jakob Jantscher über die Station NEC Nijmegen in die Notizblöcke anderer Vereine spielen will und den Verein möglicherweise als Sprungbrett zu einem größeren Verein im Ausland oder in Holland nutzen möchte. Ob es ihm gelingt bleibt abzuwarten, der Sprung ist ihm ob seiner Fähigkeiten aber zuzutrauen.

Christian Semmelrock, abseits.at

Christian Semmelrock

  • Peda

    4.September.2013 #1 Author

    Danke für den Artikel!

    Zwei Punkte gehören aber mMn noch ergänzt:

    1) „In der Saison 2012/2013 landete das Team auf Platz 15 und entkam somit den Relegationsspielen gegen den Abstieg knapp.“

    Ja, man wurde im vergangenen Jahr nur 15., aber der Abstand zu Platz 16 (4 Punkte) war größer als zu Platz 9 (3). Hinter den großen Namen ist die Eredivisie sehr ausgeglichen.

    Damit will ich nur verdeutlichen, dass die Chance _wirklich_ groß ist, diesen Wechsel als Sprungbrett zu nutzen.

    2) „Torschlusspanik“: ja, das kann man wohl so bezeichnen. Denn Jantscher hat sich insgesamt doch ganz schön verpokert: im Vorjahr wollte er unbedingt di Fixablöse gelockert wissen, weil das anscheinend viele interessierte Vereine abschrecke. Dann kommt genau _ein_ Angebot – für eine Leihe. Von Russland aus hat er sich dann über RBS ausgelassen (obwohl immer noch sein Arbeitgeber) und musste aber letztendlich zurück, weil die Kaufoption nicht gezogen wurde. Dass er jetzt für kolportierte 250.000 € (!) gehen durfte, ist nichts anderes als ein enormes Entgegenkommen Salzburgs.

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  • Rudi

    4.September.2013 #2 Author

    Guter Kommentar, gefällt!

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  • mpesseg

    4.September.2013 #3 Author

    Man sollte finde ich auch erwähnen dass der Wechsel nach Holland vor allem deswegen zu Stande kam weil Groener Jantschers Berater ist.

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