Der Schlusspfiff ist ertönt, die Meisterschaften sind zu Ende. Abseits.at blickt auf die Spielzeiten aller Profi-Legionäre. Den Anfang machen die ÖFB-Spieler in England, Italien,... So verlief die Saison 2011/12 für unsere Legionäre! – Die Spieler in den europäischen Top10-Ligen

Der Schlusspfiff ist ertönt, die Meisterschaften sind zu Ende. Abseits.at blickt auf die Spielzeiten aller Profi-Legionäre. Den Anfang machen die ÖFB-Spieler in England, Italien, Portugal, der Ukraine, den Niederlanden und Griechenland.

 

 

England

Paul Scharner – West Bromwich Albion

Der 1,93 Meter große Defensivspezialist landete mit West Bromwich Albion auf dem soliden zehnten Platz der Premier League. Letztlich hatte sein Klub aus dem Großraum Birmingham elf Punkte Vorsprung auf den Abstieg und acht Punkte Rückstand auf den Europa League-Platz. Scharner wirkte in 29 Saisonspielen in der Liga mit, erzielte drei Tore und leistete zwei Mal Vorarbeit zu Treffern, lief dazu noch einmal im League Cup auf. Knieprobleme setzten ihn im November außer Gefecht, ein Rippenbruch zwischen Mitte Februar und Mitte März. Nach zwei Saisonen und 65 Pflichtspielen für WBA ist jetzt Schluss für den Niederösterreicher. Er ist auf der Suche nach einem neuen Verein und dem letzten großen Vertrag seiner Spielerkarriere. Englische und deutsche Klubs sollen schon lose angefragt haben. Dazu kommt noch, dass der Coach, der Scharner 2010 zu West Brom holte, derzeit Manager bei niemand geringerem als Chelsea ist.

Andreas Weimann – Aston Villa

Derzeit ist der Ex-Rapidler wegen einer Bänderverletzung außer Gefecht, er sollte aber Mitte Juni rechtzeitig zum Vorbereitungsbeginn wieder fit sein. Bevor nun der Blick auf die Leistungsdaten des 20-Jährigen fällt, sollte vorausgeschickt werden, dass Aston Villa dieses Jahr gegen den Abstieg spielte, nur zwei Punkte über dem Strich landete. Dazu kommt noch die Konkurrenz im Sturm, denn im Kader der Birminghamer standen in dieser Saison mit Darren Bent, Emile Heskey und Emanuel Agbonlahor drei Topstürmer. Dennoch kam Weimann auf 14 Einsätze (neun Mal ein-, drei Mal ausgewechselt) in der Premier League, erzielte dabei zwei Tore, die aber einmal den Sieg und einmal einen Punkt retteten. Die Karriere des Wieners steht nun an der Kippe: Der Vertrag läuft noch zwei Jahre, er muss 2012/13 beweisen, dass er das Zeug für die Premier League hat.

Italien

György Garics – FC Bologna

Schlussendlich landete der FC Bologna auf dem guten neunten Platz, lediglich zehn Punkte hinter einem EC-Platz. Der rechte Außenbahnspieler, der oftmals im rechten Mittelfeld im 3-4-2-1 zum Einsatz kam, feierte erst Ende Oktober sein Comeback, nachdem ihn ein Kreuzbandriss acht Monate außer Gefecht gesetzt hatte. Im Februar schaffte er auch das Comeback im Nationalteam gegen Finnland, wo er die Dauerbaustelle auf „seiner“ rechten Abwehrseite beheben soll. Bis 2014 steht Garics in der Universitätsstadt unter Vertrag, allerdings ist es bekannt, dass Außenverteidiger heiß begehrt sind. Es kann sich also in den nächsten Monaten für den 28-Jährigen noch einiges tun.

Alexander Manninger – Juventus Turin

Der Vertrag des 34-jährigen Torhüters läuft aus. Die Klubsuche wird sich als nicht einfach herausstellen, immerhin bestritt Manninger sein letztes Pflichtspiel am 16. Dezember 2010 gegen Manchester City. Italienische Medien berichteten zuletzt vom Interesse von Brescia aus der Serie B. Im Winter waren auch Gerüchte aus Siena zu hören. Doch der gebürtige Salzburger möchte auf jeden Fall noch einmal Nummer eins sein. Es ist dem in Österreich oft gescholtenen zu wünschen, dass dies noch eintritt.

Portugal

Marc Janko – FC Porto

Was Arnold Wetl 1997 mit 44 Einsatzminuten schaffte, erreichte Marc Janko mit derer 778. Der Wiener ist portugiesischer Meister 2011/12, half mit zehn Einsätzen und vier Toren mit, dass der FC Porto im nächsten Jahr in der Champions League aufgeigt. Sein ehemaliger Klub Twente Enschede schaffte nur die Qualifikation für das Europa League-Play-off. Gegen Ende der Saison saß der Stürmer allerdings oft auf der Bank, muss im Sommer beweisen, dass er die kolportierten drei Millionen Euro Ablöse definitiv wert ist. Alle Wettbewerbe (Nationale Cups, niederländische und portugiesische Liga, Nationalteam) kam Janko aber auf die stattliche Anzahl von 41 Saisonspielen und auf 24 Treffer, insgesamt 29 Scorerpunkte. Wenn er im Sommer nun auch die Automatismen bei Porto lernt, wird er auch in der nächsten Saison die Arme zum Torjubel ausbreiten können.

Ukraine

Markus Berger – FC Chernomorets Odessa

Chernomorets Odessa landete als Aufsteiger in der starken Premier Liga auf soliden achten Platz. Am Anfang der Saison noch am Ende der Tabelle klassiert, stabilisierte sich das Team aus der Stadt am Schwarzen Meer ab dem 21. Spieltag im Mittelfeld der Tabelle. Interessanterweise war dies – die Hinrunde vor dem Winter umfasste 20 Spieltage – genau der Zeitpunkt, zu dem Markus Berger sein erstes Pflichtspiel für Odessa absolvierte und seitdem Stamminnenverteidiger ist. Der Salzburger scheint im Jänner den richtigen Schritt zu richtigen Zeit getan zu haben und es ist auch zu erwarten, dass sich die ukrainische Liga, deren Stärke der frisch gebackene Meister Red Bull Salzburg im Sechzehntelfinale der Europa League spüren musste, im Zuge der Europameisterschaften weiter verbessert.

Niederlande

Marcel Ritzmaier – PSV Eindhoven

Ritzmaiers Philips-Sportverein verpasste die Möglichkeit zur Champions League-Qualifikation um nur ein Pünktchen. Durch den Cupsieg ist Eindhoven für die Europa League spielberechtigt. Ob der junge Steirer auch mit dabei ist, ist fraglich. Sein Vertrag, den er im Jänner unterschrieb, läuft bis 2014. Aber durch die Wichtigkeit der Position im zentralen Mittelfeld, die er bekleidet, wäre ein Wechsel auf Leihbasis nicht verwunderlich. Immerhin brauchen junge, hoch veranlagte Spieler vor allem eines: Spielpraxis.

Tobias Kainz – SC Heerenveen

Für den Feldbacher bricht das Jahr der Wahrheit an. Ein Jahr läuft der Vertrag bei Heerenveen noch, der zentrale Mittelfeldspieler muss sich im Sommer beweisen. Allerdings wird das nicht einfach. Sein Klub landete auf dem fünften Platz, tritt nun im Playoff um die Europa League-Startplätze an und es ist auch unklar, ob Trainer Ron Jans, dessen Vertrag im Juni ausläuft, bleibt. Neuer Trainer, schwierige Spiele, zentrales Mittelfeld als Position – alles Parameter, die für Kainz den Durchbruch bei Heerenveen erschweren könnten.

Andreas Lasnik – NAC Breda

Die erste Saison bei NAC Breda verlief alles andere als erwartet, wohl für beide Seiten. Lediglich ein Scorerpünktchen markierte der Steirer – zur Erinnerung: In der Vorsaison bei Willem II waren es 20. Lasnik unterschrieb spät, konnte aber auch im Frühjahr nicht entscheidend angreifen, Der versatile Offensivspieler spielte eine schlechte Saison mit nur elf Einsätzen, wie auch sein Verein Breda. Medienberichten aus den Niederlanden zufolge sind derzeit sowohl Spieler als auch Klub bereit, über eine Vertragsauflösung zu sprechen.

Griechenland

Jürgen Macho – Panionios Athen

Die Athener schafften den Klassenerhalt. Spiele absolvierte Macho aber zuletzt in der Saison 2010/11, der nunmehr 34-Jährige unterzog sich einer Knieoperation. Der Vertrag wird aufgrund dieser OP und wirtschaftlicher Überlegungen wohl aufgelöst werden. Macho wird sich einen Verein suchen, bei dem er als Nummer eins noch einmal durchstarten kann, wohin die Reise geht, ist noch völlig offen.

Mario Hieblinger – FC Ergotelis

Sechs Jahre spielte der heute 34-jährige Innenverteidiger aus Mistelbach bei Ergotelis, nun steigt der Klub ab und Hieblinger wird wechseln. Bereits im Winter berichteten Vorarlberger Medien, dass der Verteidiger zu Austria Lustenau gehen könnte. Eine Rückkehr nach Österreich ist sehr wahrscheinlich, in Österreich würde sich die Admira, von der er 2000 zu Austria Salzburg wechselte, geographisch anbieten. Die Austria ist eine Spielklasse weiter unten genauso eine Alternative wie der GAK, den er 2007 zugunsten von Ergotelis verließ.

Im zweiten Teil werfen wir einen Blick auf die Legionäre in den ersten Ligen ab dem elften Platz nach der Fünfjahreswertung, unter anderem mit Saisonrückschauen auf die Spielzeiten von Veli Kavlak und Aleksandar Dragovic

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.