Die Vereine der Prva Hrvatska Nogomenta Liga, der ersten kroatischen Liga, beginnen aufgrund der internationalen Bewerbe bereits im Juli mit der Meisterschaft, auch die... Groundhopper´s Diary: Kroatien – Der Saisonstart im Spätsommer

Die Vereine der Prva Hrvatska Nogomenta Liga, der ersten kroatischen Liga, beginnen aufgrund der internationalen Bewerbe bereits im Juli mit der Meisterschaft, auch die 2.HNL startet mit Anfang August etwas früher als der Rest der Ligen des Landes. Doch die 3.Ligen Kroatien starten jedes Jahr am letzten Augustwochenende und zusammen mit der am Mittwoch davor angesetzten Cupvorrunde, ist es immer mögliche ein paar Tage am Meer mit einigen Spielen zu kombinieren.

NK Nehaj Senj – NK Batrina 3:2 n.V. (2:2, 0:1)

 Die Vorrunde im kroatischen Cup ist eigentlich immer eine gute Möglichkeit, um während eines Aufenthalts am Meer ein Spiel auch unter der Woche mitnehmen zu können. Doch die Ansetzungen waren in diesem Jahr nicht besonders, weil die dalmatinischen Vereine allesamt ihre Spiele auf das Wochenende vorverlegt hatten. Guter Rat war nun – aufgrund der kroatischen Autobahnmaut – etwas teuer, denn nun hieß es vom Ferienquartier wieder knapp 200 Kilometer zurück in den Norden zu fahren, um das nächstgelegene Spiel in Senj zu besuchen. Da es die Stadt aufgrund ihrer Lage und der Festung Nehaj wert ist, besichtigt zu werden, war der Ausflug schon vor dem Anpfiff lohnend.

Aufgrund des Halteverbotes auf der Hauptstraße, wo sich der Eingangsbereich des Stadions „Pod Nehajem“ befindet, musste etwas weiter weg vom Stadion geparkt werden. Auch ein Auto mit niederländischem Kennzeichen parkt sich ein und ich werde angesprochen, ob ich ebenfalls zum Spiel gehe. Der Fahrer dieses PKWs ist ein Herr mittleren Alters und stellt sich als Aldwin, Groundhopper aus Enschede, vor. Somit war für Unterhaltung während der Begegnung auf jeden Fall gesorgt. Der Platz an sich ist schwer in Ordnung. Er ist eigentlich schon ein kleines, altes Stadion, das einen wunderschönen Blick auf die Festung Nehaj bietet.

Rund 110 Besucher verfolgen bei freiem Eintritt dieses Cupspiel. 50 von ihnen sind mit dem Bus aus dem zwischen Zagreb und Karlovac liegenden Batrina angereist, weitere zehn Besucher sind Touristen. In der brütenden Nachmittagssonne gehen die Gäste aus Batrina in der ersten Spielhälfte in Führung, welche sie kurz nach dem Seitenwechsel ausbauen können. Als Senjs Torwart wenig später bei einem Elfmeter scheitert, scheint das Aus für sein Team bereits besiegelt zu sein. Doch nur wenige Augenblicke danach, hämmert ein Spieler des Heimteams den Ball aus weiter Distanz zum Anschlusstreffer ins Kreuzeck. Nehaj Senj ist wieder da und drängt, nach einem Platzverweis in nummerischer Unterzahl, auf den zweiten Treffer. Batrina wehrt sich tapfer, doch sechs Minuten vor dem Abpfiff fällt der Ausgleich. Beim Stand von 2:2 trifft Batrina noch die Latte. Da aber kein weiterer Treffer mehr fällt, geht es in die Verlängerung.

In dieser merkt man, dass beide Teams bereits völlig erschöpft sind. Senj belagert zwar die Hälfte Batrinas, aber die Gäste haben durch einige Konter die besseren Torchancen. Als ein zweiter Spieler der Heimmannschaft kurz vor dem Ende der 120 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz fliegt, rechnet jeder im Stadion mit einer Entscheidung im Elfmeterschießen. Doch Senj gibt nicht auf und bringt in der letzten Minuten einen hohen Ball in den Strafraum. Im Gestocher bekommt Batrina den Ball nicht aus der Gefahrenzone und irgendwie kullert der Ball über die Torlinie. Senj wendet das Elfmeterschießen ab und schafft buchstäblich in letzter Sekunde den Aufstieg in die erste Hauptrunde des Cups, wo mit dem NK Osijek nun ein prominenter Gegner ins Stadion „Pod Nehajem“ kommt. Mit zahlreichen unerwarteten und unbezahlbaren Eindrücken geht dieser tolle Ausflug nach Senj standesgemäß zu Ende.

HNK Primorac Biograd na Moru – NK Junak Sinj 1:2 (1:0)

Zum Saisonstart der 3.Ligen Kroatiens, der in allen drei Regionen (Ost, West, und Süd) des Landes auf das letzte Wochenende im August fällt, ging es ins Gradski Stadion Kazimir i Silvio, das sich in Biograd na Moru befindet. Da es vom Quartier bis zur Heimstätte des HNK Primorac Biograd na Moru nur wenige Kilometer waren, konnte der Tag noch ausgiebig am Meer verbracht werden. Dies dachten sich wohl auch die rund 150 Besucher, die zum Anpfiff oder knapp danach auf die Tribüne des kleinen Stadions kamen. Sie sahen von Beginn an eine druckvoll agierende Heimelf, die ihren heutigen Gegner, den NK Junak Sinj, nicht ins Spiel kommen ließen. So war es auch der HNK Primorac, der Mitte der ersten Spielhälfte verdient in Führung ging.

Kaum jemand im Stadion rechnete zur Pause mit einem Comeback des NK Junak Sinj. Doch die Gäste kamen top motiviert aus der Kabine und überrumpelten den HNK Primorac gleich wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff. Da war die Abwehr der Gastgeber wahrlich unsortiert und der Stürmer Sinjs schloss einen Angriff nach einem langen Ball eiskalt ab. Somit hatte Biograd die Führung leichtfertig aus der Hand gegeben und wenig später sollte es noch schlimmer kommen. Ein Stürmer der Gäste wird auf der linken Seite an der Strafraumgrenze nicht ordentlich attackiert und so senkt sich sein Schuss, unhaltbar für den Tormann, ins lange Eck. Biograd brauchte nun einige Zeit, um sich von diesem Schock zu erholen, aber in der Schlussphase versuchte man, doch noch zumindest einen Punkt zu ergattern. Sinj zog sich zurück und spielte auf Zeit. Dies missfiel den Gastgebern zusehends und so wurde es auf dem Rasen hitziger. Der Schiedsrichter behielt bei einer Rudelbildung die Übersicht und musste auch danach noch einige Male die gelbe Karte zücken. Doch auch in der dadurch langen Nachspielzeit hielten die Gäste dem Druck Biograds stand und feierten schließlich einen überraschenden Auswärtssieg.

NK Croatia Zmijavci – BŠK Zmaj Blato 2:1 (1:0)

Der Spielplan der ersten Runde der 3.HNL jug war nicht perfekt, aber man darf nicht meckern, denn immerhin standen zwei Sonntagsspiele auf dem Programm. Nur fiel die Option des Spiels von Primorac Stobreč, das im gleichnamigen Ort in der unmittelbaren Nähe von Split beheimatet ist, leider weg, weil ich dessen Stadion bereits vor genau einem Jahr ein Besuch abgestattet habe. So blieb nur noch das Heimspiel des NK Croatia Zmijavci übrig. Für alle, die es nicht wissen, Zmijavci ist eine Gemeinde, die wenige Kilometer von Imotski – nahe der bosnischen Grenze und rund 50 Kilometer südöstlich vom Split – gelegen ist. Das Navi zeigte an, dass in rund zwei Stunden 189 Kilometer zurückgelegt werden müssen, um diesen Spielort zu erreichen. Die Strecke wurde in der vorgegeben Zeit heruntergespult und so stand dieser Drittligabegegnung gegen den BŠK Zmaj Blato, der von der Insel Korčula anreisen musste, im Stadion ŠRC Marijan Šuto Mrma nichts mehr im Wege.

Die Gäste, denen ich bereits vor zwei Jahren einen Besuch abgestattet habe, sahen in der Anfangsphase überhaupt kein Land und so kam es schon nach zehn Minuten zu einem taktischen Wechsel. Doch die für das Spiel der Gäste gewünschte Stabilisierung trat nicht ein und so ging der NK Croatia bald mit 1:0 in Führung. Auch nach diesem Treffer waren die Gäste vor rund 150 Besuchern Spiel bestimmend, jedoch wurden beim Stand von 1:0 die Seiten gewechselt. Nichts deutete in den zweiten 45 Minuten auf einen möglichen Punktgewinn der Gäste hin. Zmijavci kontrollierte diese Partie und so konnte man den Blick auf das durch die untergehende Sonne im Licht erstrahlende Imostki und die Berge, die die Grenze zum bosnischen Posušje bilden, richten. Doch das hätte man besser nicht tun sollen, denn Blato kam aus einem Entlastungsangriff zum völlig überraschenden Ausgleich. Nun machte sich auch bei den aus Korčula mitgereisten Fans und Verwandten wieder eine berechtigte Hoffnung breit, dass man das kroatische Festland doch nicht punktelos verlassen muss.

Aber die Gastgeber drückten nun auf den Siegestreffer und sollten zwei Minuten vor dem Abpfiff noch belohnt werden. Ein Schuss springt zwar von der Innenstange wieder zurück ins Spielfeld, aber ein Stürmer steht goldrichtig und muss den Ball nur mehr über die Linie drücken. Während die Spieler des NK Croatia den erfolgreichen Saisonstart – im Cup ist man nämlich auch eine Runde weiter und empfängt nun Slaven Belupo Koprivnica – mit ihren Fans feiern, werden die Spieler des BŠK Zmaj getröstet. Freud und Leid liegen insbesondere im Fußball immer sehr nahe beieinander.

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Heffridge

Philipp Karesch alias Heffridge wurde 1979 in Wien geboren und hatte von Kindesbeinen an die Lust am Reisen und Fußball zu spielen. Durch diese Kombination bedingt, zieht es ihn nach wie vor auf die Fußballplätze dieser Welt. Die dort gesammelten Eindrücke sind ein fixer Bestandteil der abseits.at-Kolumne Groundhopper's Diary.

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