Wenn Frauen einen Platz in einer vermeintlichen Männerdomäne haben, ruft das in schöner Regelmäßigkeit Machos, Chauvinisten und andere verhaltensoriginelle Kronen der Schöpfung auf den... Pfosten der Woche (KW 27) – Mario Basler

Wenn Frauen einen Platz in einer vermeintlichen Männerdomäne haben, ruft das in schöner Regelmäßigkeit Machos, Chauvinisten und andere verhaltensoriginelle Kronen der Schöpfung auf den Plan. Und selbstverständlich macht das männliche Reflexbeißen auch vor der derzeit stattfindenden Frauen-Fußballweltmeisterschaft in Deutschland nicht Halt.

Mario Basler bewies in seiner “Bild”-Kolumne am Vorabend der Eröffnung mit der ihm eigenen Wortgewalt besonderen Respekt für die Sportlerinnen: “Fußball ist nichts für Frauen. Wenn Mädels auf dem Rasen rumtoben wollen, sollen sie ein Netz aufstellen und Tennis spielen. So wie in Wimbledon. Das ist sexy! Aber Frauen-Fußball? Nö!”

In ähnlicher Tonart und Subtilität ging das auch in den folgenden Tagen weiter, bis hin zum Vorschlag, man möge den Damen doch erlauben, Bettlaken über die Querlatte zu hängen; so würde die Wäsche trocknen und das Tor sei halbwegs dicht.

Nun mag es tasächlich hier und da ein paar einfache Gemüter geben, die diese altbackene, überkommene und verzichtbare Form sexistischen Humors unterhaltsam finden, doch sind derartige Rülpser im Grunde lediglich Beweis für die Begrenztheit des eigenen Horizonts. Basler selbst sei empfohlen, sich künftig für ihn attraktiveren Frauensportarten zuzuwenden, wenn ihn diese Weltmeisterschaft so unsagbar nervt und Fußballerinnen wie Fans mit halblustigen Machosprüchen zu verschonen. Oder noch besser, Basler würde seine Kolumnistenkarriere an den Nagel hängen und sich intensiv dem Tiefseetauchen widmen – und über allen Eckfahnen wär Ruh‘.

Lichtgestalt, www.abseits.at

Stefan Karger