Und es begab sich, dass viele Wochen nach der Bestellung von Marcel Koller zum neuen Teamchef die kritischen Stimmen nicht verstummen wollten. Der Prophet... Pfosten der Woche (KW 52) – Eine Weihnachtsgeschichte

Und es begab sich, dass viele Wochen nach der Bestellung von Marcel Koller zum neuen Teamchef die kritischen Stimmen nicht verstummen wollten. Der Prophet Josef aus dem Lande von Andreas Hofer ist eine von ihnen, und siehe, in der Tiroler Tageszeitung tat er seine große Unzufriedenheit kund. In Wahrheit aber ist es würdig und recht, sich im Zweifel auf die Worte der heiligen Schrift zu besinnen.

In jenen Tagen erließ Präsident Leopold den Befehl, alle Trainer seines Reiches in Expertenlisten einzutragen und den Geeignetsten von ihnen zu erwählen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Willibald Statthalter in der Via Meiereiae. Da kamen viele in die Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Marcel von der Stadt Zürich in Helvetia nach Österreich in die Stadt Leopolds, die Wien heisst. Er wollte sich eintragen lassen mit Fritz, seinem Adlatus.

Als sie dort waren, kam für Leopold die Stunde der Wahl, und sie fiel auf Marcel, den Eidgenossen; und er weihte ihn auf einer eilig einberufenen Versammlung. In jener Gegend lagerten Ex-Internationale auf freiem Feld und hielten Kriegsrat. Da trat der Jahrhundertfußballer zu ihnen, sein Zorn umfing sie und er sagte: Fürchtet euch, denn ich verkünde Euch ein großes Ärgernis, das dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist dem Fußball ein neuer Teamchef geboren; er ist der falsche Messias, solche haben wir bei uns genügend.

Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet einen Trainer finden, der, auf Facebook registriert, über einer Taktiktafel brütet. Als der Jahrhundertfußballer sie verlassen hatte, sagten die Ex-Internationalen zueinander: Kommt, wir gehen nach Wien, um den Theoretiker zu sehen, den uns der Schneck verkündet hat. So folgten sie dem helvetischen Kreuz, das am Himmel stand und ihnen den Weg wies und fanden Leopold und Willibald und Marcel. Als sie sie sahen, fielen sie auf die Knie und brachten dem Teamchef ihre Geschenke dar: Skepsis, Vorurteile und Misstrauen. Und sie erzählten allen, die es hören wollten, was ihnen über diesen Trainer gesagt worden war und die Herolde verkündeten die Worte der Ex-Internationalen.

Viele Wochen nachdem Marcel ausgewählt worden war in Wien in den Tagen als Leopold Präsident war, siehe, da richtete ein Präsidiumsmitglied aus dem Westen seinen Zorn gegen die Herrscher in der Hauptstadt, und sprach: „Wo ist der eine, der erwählt hat den Teamtrainer der Österreicher? Denn wir sahen unsere Felle davon schwimmen im Westen, und nun bin ich gekommen, um Leopold meine Loyalität zu versagen, weil in der Verbandsherberge kein Platz für meine Schutzbefohlenen war!”

Da er aber hinweg gezogen war, siehe, da erschien der Wödmasta dem Leopold im Traum und sprach: Stehe auf und nimm den Trainer und seinen Kader, schicke sie auf Trainingslager, besiege Germanen, Nordländer, Gälen, Kasachen und Schafsinsulaner, denn es ist vorhanden, dass Marcel erfolgreich suche, deinen Verband für die Endrunde zu qualifizieren. Und das Volk wird dich feiern, denn wisse: du bist der Herr.

(Lichtgestalt)

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