Gleich vorweg: Ich wette schon seit vielen Jahren und habe wohl so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Das Resultat waren... Sportwetten-Basics – auf was man zu allererst achten sollte!

Gleich vorweg: Ich wette schon seit vielen Jahren und habe wohl so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Das Resultat waren einige gewonnene Überdrübersuperkombiwetten mit Quoten jenseits der 15 oder 20, aber noch viel mehr verlorene. Dazu ein paar schöne Gewinnsträhnen, die ich danach mit Übermut wieder zunichte machte. Dass ich über einige Jahre ziemlich pari ausgestiegen bin, war wahrscheinlich eher Glück als Verstand. Aber mit wettstrategie.at werde ich jetzt auch meine Art zu wetten ändern und sukzessive disziplinieren.

In meinem ersten Beitrag möchte ich auf die allerersten Basics eingehen, die beschreiben sollen, wie man auf Dauer wetten sollte.

WAHL DER SPORTART UND SPIELE

In allen Lebenslagen ist es sicherer, wenn man sich auf die Dinge konzentriert, die man beherrscht. Der große Ernst Happel sagte einst: „Man muss im Leben immer das tun, was man beherrscht. Weil das ist das Einfachste. Wenn man’s nicht beherrscht, dann wird’s kompliziert.“ Und genauso verhält es sich beim Sportwetten. Sei ehrlich zu dir selbst und gestehe dir ein, in welcher Sportart du dich so richtig gar nicht auskennst. Wenn dein Herz einzig und allein dem Fußball gehört, wirst du im Basketball auf Dauer keinen Gewinn machen. Und umgekehrt genau so. Beschränke dich also auf die Sportarten, von denen du meinst etwas zu verstehen und die du auch selbst beobachten und analysieren kannst.

Und innerhalb dieser Sportarten ist es dann ratsam noch einmal einzugrenzen, in welchen Bereichen deine Know-How-technischen Stärken und Schwächen liegen. Wenn du jedes Spiel der deutschen Bundesliga verfolgst, die Spieler kennst, die taktische Ausrichtung der Teams verstehst und vielleicht auch eine Woche vor dem nächsten Spiel weißt, wer alles gesperrt oder verletzt ist, ist es ratsamer auf Spiele ebendieser Liga zu wetten, als auf Partien aus Ligen, die du niemals verfolgst.

SPIEL ANALYSIEREN, QUOTE VERSTEHEN

Wenn du dich entscheidest auf ein bestimmtes Fußballspiel zu wetten, solltest du es zunächst analysieren, bevor du eilig einen Tipp abgibst, über den du dich später selbst ärgerst. Ziehe die offiziellen Klubseiten der beiden Kontrahenten zu Rate, informiere dich auf Sportseiten über Ausfälle oder besondere Begleitumstände. Und dann triff deine Entscheidung. Versuche tatsächlich das bevorstehende Duell zu analysieren, nicht die allgemeine Statistik der beiden Klubs. Sicher sind die letzten Ergebnisse eines Vereins, die letzten direkten Duelle oder der Tabellenstand Faktoren, die man nicht vernachlässigen sollte – aber sie dürfen nicht die einzigen Gründe sein, eine Wette abzuschließen.

Wenn du eine Wette platzierst, solltest du außerdem immer gut über die Quote nachdenken. Wenn du der Meinung bist, dass ein Buchmacher eine bestimmte Quote zu hoch angesetzt hat, dann solltest du einen Tipp riskieren. Bedenke immer, dass du quasi gegen einen Buchmacher wettest. Analysiere das Spiel und spiele im Geiste selbst Buchmacher. Welche Quoten würdest du einem bestimmten Tipp geben? Wenn du dem Heimsieg von Team XY eine Quote von 1,7 geben und der Buchmacher eine 2,1 anbietet, solltest du einen Tipp riskieren.

Erfahrungsgemäß rate ich dir außerdem: Finger weg von Mini-Quoten wie 1,05, 1,10 oder 1,20. Auf solch vermeintlich sichere Dinger zu setzen, schadet dir auf Dauer mehr als es dir bringt. Eine kleine Milchmädchenrechnung: Wenn du für den Barcelona-Heimsieg gegen Almería eine Quote von 1,15 bekommst, müsstest du etwa 870€ einsetzen, um 100€ Reingewinn zu machen. Das geht vielleicht verhältnismäßig oft gut, aber irgendwann geht es nicht gut und dann ist ein hoher Einsatz weg, das Verhältnis zwischen Risiko und Sinnhaftigkeit ist hier meines Erachtens einfach nicht gegeben. Auch Barcelona gewinnt nicht jedes Heimspiel, für das Buchmacher Quoten in besagter Dünne hergeben – die 0:2-Niederlage von Guardiolas Elf im Herbst 2010 gegen Hercules Alicante ist ein gutes Beispiel dafür. Und so etwas passiert JEDEM großen Klub von Zeit zu Zeit. Ganz sicher.

EINZELWETTEN GUT, KOMBIWETTEN WENIGER GUT

Wenn du dauerhaft Gewinn machen willst, solltest du unbedingt größtenteils Einzelwetten spielen. Ich weiß, dass es verlockend ist zu einer 1,85er-Quote, bei der du dir ziemlich sicher bist, noch ein „sicheres“ Spiel dazuzuhängen, um aus der @1,85 zum Beispiel eine @2,20 zu machen. Verkneif’s dir! Nimm die @1,85 und freue dich, wenn du sie gewinnst, anstatt dich zu ärgern, dass es keine @2,20 war. Ich habe diesen Fehler nicht selten begangen und nachher bitterlich bereut.

Ein Beispiel, wie man so ziemlich alles falsch machen kann, was ich bisher beschrieben habe, war etwa eine Wette, die ich im Spätsommer 2010 platzierte. Ich arbeitete eine Wette sehr genau aus und erriet einen Heimsieg des italienischen Zweitligisten Grosseto. Die Quote dafür lag bei 2,0. Ich wollte aber ebendiese Quote steigern und hing die Damen-Mannschaft von Bröndby Kopenhagen dazu. Für den Heimsieg der hoch favorisierten Däninnen bekam ich eine Quote von 1,2, was eine Gesamtquote von 2,4 ergab. Logisch was passierte: Ich wurde gierig, die @2,0 wurde mir zu minder, also hing ich das erstbeste Spiel an, das ich fand, obwohl ich die Teams nicht kannte, die Begegnung keine Sekunde unter die Lupe nahm und darauf vertraute, dass die Bröndby-Damen in ihrer Liga ein kleines Barcelona sind. Grosseto gewann souverän und die Bröndby-Damen verloren – Einsatz futsch…

Natürlich soll das nicht heißen, dass es komplett falsch ist Wetten zu kombinieren. Auch mit Kombiwetten kann man mit Maß und Ziel respektable Gewinne erzielen. Aber es zählt, was ich vorher beschrieben habe: Man sollte sich immer genau überlegen, auf welche Partien man wetten will und ob die Quoten auch tatsächlich einen gewissen Wert haben. Finger weg jedoch von Kombiwetten, die aus vier, fünf, sechs oder noch mehr Spielen bestehen. Um eine Bundesliga-Konferenzschaltung spannender und amüsanter zu machen, kann man sich den Spaß ruhig mal erlauben – aber auf Dauer wird man mit solchen Monsterkonstrukten nichts gewinnen.

NIE IMPULSIV WETTEN

Du wirst im Laufe deines Wettlebens viele Wetten gewinnen, aber sicher auch einige verlieren. Wenn du eine Wette gewinnst, dann freue dich darüber – wenn du eine Wette verlierst, dann ärgere dich nicht. Ärger beim Wetten bringt Ärger. Eines der größten Probleme aller Spieler ist die Impulsivität nach verlorenen Wetten. Wenn die Wette verloren ist, ist sie eben verloren. Versuche niemals zwanghaft das verlorene Geld sofort wieder mit einer neuen Wette zurückzuholen. In den meisten Fällen geht das schief. Betrachte jede Wette die du spielst unabhängig von der nächsten. Du gewinnst nicht eine Wette um eine andere spielen zu können und du spielst keine Wette, weil du eine zuvor verloren hast.

NIE MEHR EINSETZEN ALS DU HAST

Das Wichtigste überhaupt: Verwette nie mehr als du hast. Ich denke dieser Satz sollte genügen, jeder wird ihn verstehen. Genauere Analysen zum Thema Bankroll Management, Höhe von Einsätzen etc. kommen demnächst!

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen