Die Bundesliga kehrte mit dem 13. Spieltag so früh wie nie im neuen Jahr zurück und dabei gastierte Wiener Austria beim Tabellennachbarn SV Ried.... Analyse: Dezimierte Austria erkämpft sich drei Punkte

Die Bundesliga kehrte mit dem 13. Spieltag so früh wie nie im neuen Jahr zurück und dabei gastierte Wiener Austria beim Tabellennachbarn SV Ried. Dabei ging es für die Violetten um sehr viel, weist man doch einen Sechs Punkte-Rückstand auf die Meistergruppe auf und ist damit unter Zugzwang, sofern man noch das Saisonziel und den Sprung über den Strich schaffen will. Einfach sollte es nicht werden, denn einerseits lag die SV Ried vor der Partie zwei Zähler vor den „Veilchen“, andererseits herrscht im Innviertel Aufbruchstimmung, nachdem mit Neo-Trainer Muslic ein aufstrebender Coach das Zepter übernahm. Die Vorzeichen deuteten also auf eine spannende und umkämpfte Partie hin, was sich auch bewahrheiten sollte.

Austria verändert defensiven Ansatz

Zufrieden konnte die Austrianer mit dem Herbst nicht sein, zu durchwachsen fielen die Leistungen aus und man blieb selbst unter den bereits verhaltenen Erwartungen weit zurück. In der Offensive zeigte man sich oftmals zahnlos und erzielte nur zwölf Treffer in zwölf Spielen, während man defensiv ebenfalls für den Aufwand und als eine der Mannschaften mit dem wenigsten Ballbesitz, recht anfällig war. Dementsprechend kommt auch der zehnte Tabellenplatz zustande und man steht nicht zu Unrecht dort, wo man sich aktuell wiederfindet. Hoffnung auf großartige Besserung hatte man kaum, blieb doch einerseits wenig Vorbereitungszeit durch die verkürzte Winterpause, während andererseits auch die Mannschaft nicht großartig verstärkt werden konnte.  Dementsprechend gab es auch kaum Überraschungen in der Startelf und einzig Neuzugang und die Leipzig-Leihgabe Martel feierte sein Debüt in der Bundesliga. Das 4-4-2/4-4-1 System blieb auch wie gewohnt gleich.

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Überraschungen gab es in den ersten Minuten bei der Austria zunächst auch nicht zu sehen und es herrschte sehr viel Hektik im Spiel. Es wurden viele lange Bälle vor und zurückgespielt und es wurde mehr Fußball gearbeitet, als gespielt. Alles wie gehabt war man bei der Austria geneigt zu sagen, mit einem Unterschied, nämlich dass man mit der ersten guten Offensivaktion in Führung ging. Fitz und Sarkaria kombinierten sich wunderbar auf der rechten Seite durch, ehe Sarkaria mit einer butterweichen Flanke Pichler bediente und dieser per Kopf zum frühen 1:0 traf. Das war natürlich ein Traumstart für die Violetten und das sollte der Mannschaft auch Auftrieb geben. Danach bekam die Austria mehr Struktur in ihr Spiel hinein und der Matchplan wurde nicht nur ersichtlicher, sondern auch besser umgesetzt.

Und dieser sah so aus, dass man grundsätzlich die Rieder kommen ließ und auf gezielte Momente wartete, um sie im Spielaufbau unter Druck zu setzen. Zunächst verteidigte man meist im 4-4-2 und die beiden Stürmer ließen die beiden Innenverteidiger in Ruhe, um sich stattdessen auf das Zustellen der Passwege ins Zentrum zu konzentrieren. Der Fokus der Austria war es dabei, die Gastgeber auf die Außenbahn zu leiten, denn dies war die definierte Pressingzone der Violetten und man setzte die gegnerischen Außenverteidiger sofort unter Druck. Das klappte in der Anfangsphase äußerst gut und führte dazu, dass die Oberösterreicher viele Bälle im Spielaufbau verloren, da die Offensivspieler gegen die kopfballstarken Defensivspieler der Austria kein Land sahen. Auch die zweiten Bälle konnte die Austria sehr gut sichern und so kam auch statistisch ein deutlicher Vorteil in der Zweikampfwertung von zwei Dritteln zustande. Doch nicht nur die Flügel wollten die Wiener kontrollieren, auch das Verteidigen der zentralen Räume wartete mit einer „doppelten Absicherung“ auf. Neben den beiden Stürmern, rückte immer mindestens ein zentraler Mittelfeldspieler, manchmal auch beide, nach vorne und versuchten die gegnerischen Sechser zuzustellen. Das war vor allem dann der Fall, wenn die Austria ins Pressing ging und die beiden Stürmer die gegnerischen Innenverteidiger attackierten, da man das 4-2-3-1 der Oberösterreicher mit der „Doppelsechs“ nur so verteidigt bekam.

Violette Probleme im Ballbesitz

Mit dieser Praxis hatte Ried große Probleme und konnte trotz viel Ballbesitz kaum konstruktive Passstafetten aufziehen. Sobald der Ball nach vorne gespielt wurde, folgte meist der Ballverlust und der gesamte Ballbesitz beschränkte sich de facto im ungefährlichen Raum in der eigenen Hälfte. Immer wieder musste man die „Sicherheitsvariante“ Torhüter Sahin-Radlinger im Spielaufbau einbauen und öfter den Rückwärts-, statt den Vorwärtsgang betätigen. Man versuchte zwar mit abkippenden Sechsern, die auf die Seite auswichen, das Defensivkonzept der Austria durcheinanderzubringen, was im Ansatz eigentlich die richtige Lösung gewesen wäre, jedoch an der Umsetzung haperte. Es fehlte an den passenden Anschlussaktionen und den Passmustern, wie man mit diesem Mittel in die gegnerische Hälfte gedenkt vorzudringen. So bekam die Austria auch diesen Versuch ohne große Schwierigkeiten verteidigt und hatte die Partie trotz weniger Ballbesitz unter Kontrolle. Den Gästen reichte es de facto, die zwei Stürmer mit etwas Unterstützung ins Pressing zu schicken und damit sechs Spieler der Rieder im Aufbau zu binden. Nummerisch ist das natürlich ideal und dementsprechend konnten die Rieder die Unterzahlangriffe weiter vorne auch kaum auflösen.

Eigentlich wären die Vorzeichen für eine dominante Vorstellung der Austria durch die vielen Ballverluste der Rieder gegeben, doch dazu sollte es wie so häufig in dieser Saison nicht kommen. Man verlor schlicht zu schnell das Spielgerät nach Ballgewinn, auch teilweise da man versuchte sehr direkt und schnell nach vorne zu kommen, statt den Ball und den Gegner laufen zu lassen. Dabei hatte man auf der rechten Seite einen interessanten Plan und Spielmacher Fitz wich sehr oft auf den Flügel aus und versuchte ein „Duo“ mit Sarkaria zu bilden, was man auch beim Führungstreffer zu sehen bekam. Das klappte nur einige Male, hatte allerdings Balanceprobleme zur Folge, da im Positionsspiel dadurch ein Ungleichgewicht entstand, da dies in weiterer Folge nicht ausgeglichen wurde. Es gab nämlich dadurch eine große Kluft zwischen der rechten und der linken Seite, weshalb letztere oftmals durch dieses vorhandene Loch isoliert wurde. So blieb dem aufgerückten Kapitän Suttner oder Jukic aus Mangel an Anspielstation oftmals nur eine Halbfeldflanke über und man gab dadurch das Spielgerät leichtfertig wieder her. Hier hätte man mehr Impulse aus dem Zentrum gebraucht, allerdings lief man hier mit zwei klaren „Sechsern“ auf, die beide jeweils wenig zum Ballbesitzspiel beitrugen.

So entwickelte sich ein Spiel, in dem Ried die Austria kaum unter Zugzwang und in Bedrängnis brachte, während die Austria es nicht vermochte, aus der Kontrolle noch mehr herauszuholen und die Partie so eng blieb. Gegen Ende des ersten Durchgangs wurde Ried dann auch gefährlicher und Bajic brach nach einem Schösswendter-Fehler durch, weshalb Pentz erstmals seine Fähigkeiten unter Beweis stellen musste. Wenig später hatte die Austria bei einem verunglückten Klärungsversuch von Palmer-Brown Glück, dass der Ball nur an die Stange, statt in das eigene Tor ging. So blieb es zur Halbzeit bei der knappen Führung für die Austria.

Frühe rote Karte führt zu einer „busparkenden“ Austria

Nach dem Wiederanpfiff zum zweiten Durchgang gab es zunächst auf beiden Seiten keine Wechsel, doch eine Entscheidung des Schiedsrichters sollte kurze Zeit später das Spielgeschehen nachhaltig verändern. Der bereits verwarnte Martel kassierte für ein harmloses Foulspiel die „Ampelkarte“ und musste das Spielfeld bei seinem Debüt verlassen. Das war höchst unglücklich, lieferte das junge Talent doch bis dahin ein ansprechendes Debüt ab und brachte vor allem mit seiner Zweikampfstärke Stabilität in das Zentrum hinein. So musste die Austria das Spiel in Unterzahl zu Ende spielen und das erschwerte natürlich nochmal die Ausgangslage. Man formierte sich fortan zu einem 4-4-1, reduzierte das Pressing und verlegte sich dazu, die eigene Hälfte zu verteidigen.

Nominell sollte man meinen, wäre der Platzverweis ein Vorteil für die Rieder, doch im Endeffekt hatte man nun nur etwas mehr Zeit im Spielaufbau, bei dem man jedoch auch schon zuvor mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Es fehlten schlicht die spielerischen Mittel, um eine tiefstehende Abwehr zu knacken und man hatte nicht wirklich Ideen, wie man die Austria knacken konnte. Ried-Trainer Muslic versuchte die Probleme im Zwischenlinienraum mit der Einwechslung von Nutz zu beheben und besser in den Rücken der beiden gegnerischen Sechser zu kommen. Doch das wurde kaum schlagend, da man oftmals auf Flügelangriffe beschränkt war und einzig über Flanken richtig ins letzte Drittel kam, da die Austria den weitaufrückenden Außenverteidigern Räume zugestand. Da war dann meist gegen die kopfballstarke Innenverteidigung der Violetten Endstation und es verpufften die Angriffsbemühungen der Gastgeber.

So tickte die Uhr für die Rieder unaufhörlich weiter und man rannte verzweifelt an, ohne wirklich die Wiener großartig unter Bedrängnis zu bringen. Man veränderte dann auch noch das System zu einem 4-4-2, wechselte mehrere kopfballstarke Spieler ein und versuchte so, über die Lufthoheit den Ausgleich zu erzwingen. Doch nur nach einem Fehler der Austria-Defensive zog erneut Bajic davon und scheiterte an Pentz und nach einigen Standards wurde es für die Innviertler gefährlich, doch das waren nur kurze Ausreißer nach oben. So half letztlich auch die Nachspielzeit von sieben Minuten nichts und der eingewechselte Reiner vergab die letzte Möglichkeit nach einer Ecke auf den Ausgleich, weshalb es bei dem knappen Sieg der Austria blieb.

Fazit

Es gelang der Austria also tatsächlich nach mehreren Monaten die eigene Durststrecke zu beenden und endlich wieder einen Sieg zu feiern. Ironischerweise datierte der letzte Erfolg vom Hinspiel gegen die Rieder, was diese lange Zeitspanne nochmal vor Augen führt. Dabei musste dieser Erfolg auch hart erarbeitet werden und geschenkt wurde den Wienern nichts. Aber die Austria nahm diese Herausforderung auch gut an, zeigte sich engagiert und überaus bissig in den Zweikämpfen, aber auch diszipliniert in der Umsetzung der eigenen Aufgaben im Defensivbereich. Klar, in einigen Situationen hatte man zweifellos das Glück auf der eigenen Seite, andererseits war die eigene disziplinierte Abwehrarbeit der ausschlaggebende Grund, dass man aus dem Spiel heraus kaum etwas zuließ und nur nach Eigenfehler in Bedrängnis kam.

Dennoch waren erneut speziell in der Offensive einige Problemfelder zu sehen und man kann nicht immer darauf hoffen, einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Daran muss die Austria zwingend arbeiten, denn nur mit einer stabilen Defensivleistung wird man das Ziel von der Meistergruppe nicht erreichen können. Allerdings haben die Violetten nun Selbstvertrauen tanken können und gehen gestärkt in die nächsten Aufgaben hinein, wo man die Chance hat, den nächsten Sieg nachzulegen. Würde das gelingen, könnte dies befreiend wirken und man die Saisonziele vielleicht doch noch erreichen. Allerdings wartet dafür noch viel Arbeit auf die „Veilchen“.

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Dalibor Babic

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