Das Spitzenspiel zwischen dem SK Sturm Graz und dem SK Rapid endete am Samstagnachmittag mit einem 0:0. Ein Ergebnis mit dem Rapid besser leben... Das 0:0 in Graz oder ein Punkt, den Rapid so nehmen muss

Das Spitzenspiel zwischen dem SK Sturm Graz und dem SK Rapid endete am Samstagnachmittag mit einem 0:0. Ein Ergebnis mit dem Rapid besser leben kann, was sich auch in der Spielweise widerspiegelte.

Sturm präsentierte sich als gefährlicheres, vor allem aber präziseres Team. Rapid zog sich weit zurück, was für die Hütteldorfer eine ungewöhnliche Situation darstellte. Die möglichen, daraus resultierenden Vorteile konnte die Djuricin-Elf aber nicht in Tore ummünzen.

Rapid spielte seine Konter nicht ideal zu Ende, brauchte zu lange und schenkte gute Möglichkeiten her, indem man entweder zu langsam, oder – häufiger – zu ungenau angriff. Dies war auch dem System der Grazer und der im Vergleich zu den letzten Gegnern Rapids robusteren, dynamischeren Abwehr geschuldet.

Sturm hatte insgesamt bessere Chancen die Partie für sich zu entscheiden, ging aber dennoch nicht aufs Ganze. Gelegentlich gelang ein Flügeldurchbruch, einige Male kamen die Grazer in die unmittelbare Gefahrenzone. Aber auch wenn Rapid sich rund um den eigenen Fünfer nicht immer ideal anstellte, fehlte bei Sturm in letzter Instanz das „eine Prozent“.

Dennoch schaffte es Rapid, die Lage richtig zu erkennen und sich gut darauf einzustellen. Auch wenn man sich offensiv nicht zu direkterem Spiel zwang und eher vorsichtig auf Chancen wartete, erkannte der intensiv coachende Goran Djuricin, dass die defensive Stabilität an diesem Tag das bessere Mittel ist.

Am Ende war es eine Partie, die Rapid vor einigen Monaten wohl noch verloren hätte. Diesmal verteidigten die Grün-Weißen aber recht souverän bis zum Ende und fuhren einen Punkt ein, den man so nehmen muss. Im nächsten Ligaspiel gegen den LASK am 18.11. muss jedoch wieder eine spielerisch anspruchsvollere Leistung her.

Spielerbewertung

1 = sehr schwach
10 = sehr stark
0 = zu kurz eingesetzt

SK Sturm Graz

Jörg Siebenhandl … 6

Der Sturm-Goalie hatte wenig zu tun, war aber sicher, wenn doch einmal ein Ball in seinen Strafraum kam.

Fabian Koch … 6

Der Tiroler hatte Rapids Philipp Schobesberger recht gut im Griff, machte dafür aber weniger für die Offensive.

Dario Maresic … 8

Der junge Abwehrchef der Grazer gewann fast alle seine Zweikämpfe, gab den Rapid-Spitzen so gut wie keine Möglichkeiten sich zu entfalten.

Charalampos Lykogiannis … 6

Der Grieche war ein sicherer Passspieler und führte seine Zweikämpfe konsequent. Sein Offensivdrang war allerdings etwas geringer als sonst.

James Jeggo … 8

Der passsichere Australier hatte das zentrale Mittelfeld gut im Griff und sortierte das Spiel der Grazer mit einer unauffälligen und extrem abgebrühten Leistung.

Peter Zulj … 7

Phasenweise sehr aktiv und mit einigen Überraschungsmomenten in seinem Spiel, dann auch wieder ein wenig abgetaucht.

Stefan Hierländer … 6

Der Nationalspieler kam erst mit der Zeit in die Partie hinein und sorgte in der zweiten Halbzeit für etwas mehr Offensivdrang. Allerdings verlor er zu viele Zweikämpfe.

Marvin Potzmann … 8

Erneut eine starke Partie des Senkrechtstarters, der immer wieder versuchte das Spiel an sich zu reißen. Prolongiert seine Formstärke derzeit Woche für Woche aufs Neue.

Philipp Huspek … 7

Der auffälligste Grazer, der immer wieder versuchte am Flügel durchzubrechen. Hätte zum Man of the Match werden können, wenn er in letzter Instanz etwas genauer und konkreter gewesen wäre.

Thorsten Röcher … 7

Leitete die meisten Torchancen der Grazer ein, wurde am häufigsten gefoult. Etwas unauffälliger, dafür konkreter als Huspek auf der anderen Seite.

Deni Alar … 5

Wenig ins Spiel eingebunden, dennoch der Mann mit den Matchbällen am Fuß (und Kopf). Er war der gefährlichste Grazer, nur mit dem Treffer wollte es am Samstag nicht klappen.

Philipp Zulechner, Oliver Filip … 0

 

SK Rapid

Richard Strebinger … 8

In mehreren Aktionen blieb der Rapid-Keeper gut stehen und verunsicherte so die Grazer Angreifer. Hielt alles und sicherte seinem Team einen Punkt.

Stephan Auer … 7

Symptomatischerweise der torgefährlichste Rapid-Spieler. Zudem wies Auer eine gute Passquote und eine deutlich positive Zweikampfbilanz auf.

Maximilian Hofmann … 6

Der Innenverteidiger wurde von den Sturm-Spielern eher umgangen, kam demnach in wenige Zweikämpfe. Überzeugte allerdings mit solidem Stellungsspiel und war ein wichtiger Defensivbaustein für Rapid.

Lucas Galvao … 7

Der Brasilianer war ein wenig fehlerbehafteter als in den letzten Partien, hatte die eine oder andere Unsicherheit dabei. Gleichzeitig gelangen ihm aber wieder einige gute Vorstöße und zahlreiche gewonnene Zweikämpfe.

Boli Bolingoli-Mbombo … 4

Rapids Linksverteidiger fand diesmal nicht gut in die Partie und machte zu viele Fehler in seinem Passspiel. Im Laufspiel teilweise ansprechend, aber kaum zwingend.

Stefan Schwab … 4

Der launische Rapid-Kapitän war diesmal hauptsächlich als Kampfapparat auf dem Platz. Nahm seine Zweikämpfe gut an, gewann auch die meisten, am Ball gelang ihm jedoch gar nichts.

Dejan Ljubicic … 5

Wurde von Sturm häufiger in Duelle verwickelt als Schwab, hatte demnach körperlich nicht immer den leichtesten Stand. Ljubicic schaffte es jedoch durch seine Passsicherheit zumindest phasenweise für Balance im Rapid-Mittelfeld zu sorgen.

Louis Schaub … 3

Der zuletzt starke Schaub erwischte diesmal eine schwache Partie, wurde nie gefährlich, spielte nicht geradlinig genug.

Thomas Murg … 3

Auch der Steirer konnte sich nicht entfalten, spielte unterm Strich eine ähnliche Partie wie Schaub, nur noch unpräziser.

Philipp Schobesberger … 4

Etwas aktiver als seine Kollegen in der offensiven Dreierreihe, aber auch seine Partie war keine für die Geschichtsbücher. Konnte Etappenerfolge verbuchen, wurde aber auch zu selten konkret und bereitete nur einen Torschuss vor.

Giorgi Kvilitaia … 4

Der Georgier hatte diesmal eine deutlich schwerere Partie als vor einer Woche gegen die Admira, hatte aber gute Momente, wie etwa ein Solo in der ersten Halbzeit. Schirmte die Bälle immer wieder gut ab, wurde aber nie gefährlich und hatte in der zweiten Halbzeit mit Knöchelproblemen zu kämpfen. Insgesamt wieder eine undankbare Partie für Kvilitaia – er ist einfach kein Stürmer für eine derartige Auswärtspartie.

Joelinton … 2

Kam nach einer knappen Stunde für Kvilitaia, spielte ein paar kurze Pässe, blieb aber sonst völlig unsichtbar. In einer Szene hätte er die Chance gehabt, einen Schnittzweikampf gegen Koch für sich zu entscheiden, blieb dabei aber – mal wieder – zu zahnlos. An ihm zieht das Spiel Rapids derzeit allgemein komplett vorbei.

Veton Berisha … 2

Der Norweger war eine halbe Stunde im Spiel, verlor die meisten seiner Duelle und ließ sich zu häufig vom Ball trennen. Hatte in einigen Szenen Platz und die Chance vielversprechende Lochpässe zu spielen, blieb darin aber komplett ungenau.

Thanos Petsos … 0

Spielte nur knapp 20 Minuten, wirkte aber etwas solider als Schwab und zeigte durchaus, dass er eine Option für die nächsten Partien sein kann.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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