Naturgemäß bringt eine neue Bundesligasaison viele Sieger und Aufsteiger hervor, aber auch Verlierer muss es geben. abseits.at analysiert die Kader der zehn Bundesligaklubs und... Eine harte Saison 2015/16 (2) – Auer, Edomwonyi, Gschweidl, Vastic

Toni Vastic (SV Ried)Naturgemäß bringt eine neue Bundesligasaison viele Sieger und Aufsteiger hervor, aber auch Verlierer muss es geben. abseits.at analysiert die Kader der zehn Bundesligaklubs und streicht die Spieler heraus, die vor einer sehr schwierigen Saison stehen. In diesem Dreiteiler bringen wir euch diese Spieler näher.

Stephan Auer (SK Rapid)

Nach zwei Jahren als Admira-Stammspieler wechselte Stephan Auer vor wenigen Wochen zum SK Rapid. Die Anforderungen des Rekordmeisters, der endlich wieder um den Meistertitel mitspielen will, sind für den 24-Jährigen aber eine Nummer zu groß. Auer kann mit Flexibilität punkten, spielte in der Vorsaison bei der Admira auf allen denkbaren Positionen, ist bei Rapid jedoch hauptsächlich als rechter Verteidiger eingeplant. Aufgrund der Verletzung von Mario Pavelic ist Auer aktuell der logische Ersatzmann – am filigranen Burgenländer wird der Ex-Admiraner aber auf Dauer nicht vorbeikommen. Technisch ist Pavelic klar stärker, sein Offensivdrang ist ausgeprägter und sogar defensiv wird der oft leichtfüßig wirkende Pavelic Auer ausstechen. Durch die Abgänge von Behrendt und Wydra ist der gebürtige Wiener nun auch eine Option auf der Sechs, allerdings hat er auf lange Sicht wohl keine Chance, Stammspieler bei Rapid zu werden. Das höhere Tempo, das anspruchsvolle Kurzpassspiel und auch seine stellungstechnischen und antizipativen Mängel in der Defensive werden eine zu große Hürde sein.

Bright Edomwonyi (SK Sturm Graz)

Nach dem Transfer von Marco Djuricin zu Red Bull Salzburg im Jänner kam Bright Edomwonyi als Zusatz zur Ablöse nach Graz. Im Frühling spielte der Nigerianer nur sechsmal für Sturm und im erfolgreichen Cup-Spiel in Hartberg (6:0) wurde er eingewechselt. Jedoch wird für den 20-Jährigen in der diesjährigen Sturm-Elf kaum Platz sein. Auf den vordersten Positionen stehen Spieler wie Avdijaj, Kienast und auch Tadic noch vor dem Ex-Salzburger. Auf seiner optionalen Position als Rechtsaußen ist Thorsten Schick unumstößlich gesetzt. Edomwonyi wird zu einigen wenigen Gelegenheiten kommen, sich für die „Erste“ zu empfehlen, gilt aber nicht als Spieler, der diese kurzen Möglichkeiten für sich nützt. Er braucht eher Sicherheit, Zeit und Vertrauen, auch wenn’s mal nicht läuft. Dafür ist das aktuelle Sturm-Aufgebot zu ungeduldig, die Ziele zu hoch.

Bernd Gschweidl (SV Grödig)

Die Voraussetzungen für eine große Karriere bringt der 19-jährige Bernd Gschweidl grundsätzlich mit. Unter Peter Schöttel wird die Entwicklung des Ex-Horners aber ein wenig ins Stocken geraten. Beim österreichischen U20-Nationalteam ist der talentierte Gschweidl gesetzt, in Grödig wird er in der kommenden Saison zu einem Systemopfer werden. Es ist höchstwahrscheinlich, dass Schöttel praktisch ausschließlich ein Ein-Stürmer-System praktizieren lassen wird. In einem solchen liegen die beiden routinierten Angreifer Sulimani und Wallner klar vor Gschweidl. Einsätze als Rechtsaußen sind zwar möglich, aber sicher nicht die Kernkompetenz des einstigen St.Pölten-Nachwuchsspielers. Eigentlich wären die diesjährigen Voraussetzungen in Grödig ideal für einen jungen Stürmer wie Gschweidl, jedoch hat er Pech mit der Spielanlage seiner Mannschaft – und wohl auch mit seinem Trainer.

Toni Vastic (Admira Wacker Mödling)

Seit nunmehr 2 ½ Jahren spielt der Mann mit dem großen Namen in der heimischen Bundesliga. Aber Toni Vastic, Sohn von Mattersburg-Coach Ivica Vastic, kam bisher über sechs Bundesligatore nicht hinaus. Vor einem halben Jahr wechselte der 22-Jährige zur Admira, wo er schon im Frühjahr keine Rolle spielte. Seine filigrane Art macht es dem gebürtigen Wiener nicht leichter: In den vergangenen Jahren hatte Vastic immer wieder Probleme mit den Bändern im Sprunggelenk. Normalerweise müsste sich der Sohn der Sturm-Legende im Admira-Angriff durchsetzen, weil René Schicker in der Vorsaison abbaute und Issiaka Ouédraogo allgemein zu wenig Zählbares liefert. Was die beiden von Vastic unterscheidet, ist ihre hohe Arbeitsrate. Genau diese braucht es, wenn man bei einem abstiegsgefährdeten Team spielt – der Punch, den die beiden Routiniers mitbringen, fehlt Vastic und dies wird der Hauptgrund sein, warum er auch 2015/16 keinen Fixplatz holen bzw. gar den Durchbruch schaffen wird.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen