Im Zuge der Aktion „Das ASB trifft“ konnten die Fans im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum, Rapid-Trainer Peter Schöttel ihre Fragen stellen. Dabei... Peter Schöttel: „Erst in der zweiten Saison erkennt man die Handschrift eines Trainers“

Im Zuge der Aktion „Das ASB trifft“ konnten die Fans im Austrian Soccer Board, Österreichs größtem Fußballforum, Rapid-Trainer Peter Schöttel ihre Fragen stellen. Dabei sprach der 45-Jährige über Kaderplanungen, die schwierige erste Saison und spielerische Defizite, die sich in der Saison 2012/13 in Luft auflösen sollen.

 

Flanders: Wie schwer fällt es einem neuen Trainer seine Pläne bzw. Konzepte im ersten Jahr umzusetzen? Die Frage bezieht sich vor allem auf die vergangene Kaderpolitik des Vereins, auf die sie ja keinen Einfluss gehabt haben aber sich trotzdem damit beschäftigen müssen.

Peter Schöttel: Wenn ein Trainer neu zu einem Verein kommt, findet er einen größtenteils vor seiner Zeit zusammengestellten Kader vor. Darauf habe ich kaum mehr Einfluss gehabt. Dennoch muss man im ersten Jahr versuchen, die Ziele zu erreichen und schaut sich die Spieler an, mit denen man weiter zusammenarbeiten möchte. Im zweiten Jahr sollte man dann schon mehr die Handschrift des Trainers erkennen, denn da hat er dann schon selbst Spieler geholt, etliche andere haben den Verein verlassen, auf die man weniger gesetzt hat. Deswegen wäre es wichtig, wenn man einem Trainer einen langfristigen Vertrag gibt, um eine kontinuierliche Arbeit zu gewährleisten. Man sieht auch bei Top-Vereinen aus dem Ausland, dass es nach einem Umbruch eine gewisse Zeit braucht.

 

Flanders: Rapid will einen Spieler verpflichten, welche Rolle spielt dabei Peter Schöttel, welche Stefan Ebner?

Peter Schöttel: Ich bekomme den finanziellen Rahmen vorgegeben, in dem wir uns bewegen, Stefan Ebner bekommt dann von mir den Auftrag, die Verhandlungen mit bestimmten Spielern zu führen. Im Fall von Gerson und Boyd waren es schwierige und langwierige Verhandlungen, die aber zu einem erfolgreichen Ende geführt haben. Das war keine leichte Arbeit für uns.

 

Birdy90: Hat sich die Mannschaft darüber gefreut, dass das Hanappi jetzt wieder lauter ist, oder ist das im Team, nach den ganzen Ereignissen, eher kein Thema?

Peter Schöttel: Die Mannschaft hat sich natürlich gefreut, denn speziell für die Spieler, die zu Beginn des vergangenen Spieljahres neu zu Rapid gestoßen sind, war die Situation zunächst befremdlich. Wenn man keine Unterstützung bekommt, und monatelang kritisch beäugt wird, dann ist das nicht so angenehm. Das haben Spieler, die auch wegen der fantastischen Stimmung der letzten Jahre ihren Weg zu Rapid gefunden haben, nicht verstanden. Speziell der Herbst war sehr schwierig. Jetzt ist die Situation sehr viel besser geworden, aber noch nicht ganz optimal.

 

Korki14: Einige Fans bezeichnen den derzeitigen Spielstil als „unattraktiv“? was sagen Sie dazu bzw. können Sie jetzt schon Besserung für nächste Saison versprechen?!

Peter Schöttel: Einige bezeichnen den Spielstil als unattraktiv, wieder andere meinen, dass wir nun sehr organisiert auftreten. Es gibt eine Vielzahl an Meinungen und das ist gut so. Wir haben in der vergangenen Saison die Defensive stabilisiert, was notwendig war. Das hat dazu geführt, dass wir im Gegensatz zur Vorsaison diese nun die auf Platz Zwei beendet haben mit 62 Punkten. Dass die Stabilisierung zum Teil auch auf Kosten der Offensive ging, dem möchte ich nicht widersprechen, aber es war notwendig, das zu machen. Für die neue Saison wissen wir, dass wir vor allem in Heimspielen kreativer und zwingender spielen müssen, daran arbeiten wir und dahingehend haben wir die Mannschaft verstärkt.

Varimax: Steffen Hofmann ist immer noch eine tragende Figur im Spiel von Rapid, obwohl er schon länger nicht mehr – zumindest nicht über längere Zeit – an sein einstiges Leistungsvermögen herankommt.
Jahrelang hat man sich bei Rapid auf Steffen verlassen und sich weder um einen Nachfolger gekümmert noch versucht das Spiel weniger abhängig von ihm zu machen.
So wie es aussieht, fällt diese Aufgabe nun in die Ära Schöttel. Wie wird dieses Thema angegangen?

Peter Schöttel: Steffen ist nach wie vor der Chef auf dem Platz und in der Mannschaft und aktuell wieder in hervorragender körperlicher Verfassung. Er ist sehr motiviert, und ich denke, dass er noch einige Zeit bei Rapid vor sich hat. Aber natürlich ist es besser, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen, weil das die Mannschaft für den Gegner schwerer auszurechnen macht. Ein potenzieller Nachfolger muss sich über einen längeren Zeitraum durch starke Leistungen entwickeln und wird nicht vom Trainer bestimmt.

 

schimli: Als erstes möchte ich dazu gratulieren, dass du unsere Defensive sehr stark verbessert hast. Eine so sichere Rapid-Abwehr, habe ich schon einige Jahre nicht mehr gesehen. Nun haben wir uns in junger Vergangenheit von „Wir schießen einfach immer mehr Tore als der Gegner“ zu „Wir lassen kaum noch Chancen zu, auf Kosten unseres Offensivspiels“ gewandelt. Ich denke, dass auch dir nicht verborgen geblieben sein wird, dass wir in der Offensive oft ideenlos und schwerfällig agieren und in der Folge auch zu weniger Torchancen kommen als früher. Wie siehst du das bzw. denkst du, dass man da im kreativen Bereich (zentrales Mittelfeld) evtl. noch jemanden verpflichten sollte? Auch in Hinblick darauf, dass dieser Spieler auf lange Sicht Steffen Hofmann als Spielmacher ablöst? (Steffen wird ja auch nicht jünger)

Peter Schöttel: Die gesamte Mannschaft hat gut nach hinten gearbeitet. Es mag sein, dass es zum Teil auf Kosten der Offensive ging, aber es war notwendig, davon bin ich überzeugt. Sonst hätten wir das Ziel, die Saison auf einem Europacup-Platz zu beenden, nicht erreicht. Jetzt muss die Mannschaft den nächsten Schritt machen und speziell in Heimspielen dominanter auftreten. Im zentralen Mittelfeld werden wir niemand mehr verpflichten, wir sehen noch genug Potenzial in den Leistungen von Thomas Prager und haben eine sehr hohe Meinung von Muhammed Ildiz und Dominik Wydra.

 

Mecki: Was sagen Sie ihren Spielern, wenn sie wegen überharter Attacken die eigene Mannschaft schwächen oder teilweise auch nur mit Gelb davonkommen, reden Sie solche Sachen an? Konkret denke ich da an Burgstaller in Salzburg, Prokopic im Derby oder einige Aktionen von Drazan.

Peter Schöttel: Natürlich sprechen wir in der Analyse der Spiele auch Dinge an, die der Mannschaft schaden. Wir haben einige Burschen im Kader, die auf Provokationen, vermeintliche Ungerechtigkeiten und Frust falsch reagieren und sich nicht immer richtig verhalten. Wir beobachten das genau, die Spieler müssen mit diesen Situationen professioneller umgehen lernen.

 

Mecki: Wie genau haben Sie es geschafft, das Markus Katzer wieder annähernd so stark spielt wie ~ 2005? In den letzten Jahren war unsere linke Abwehrseite eher eine Schwachstelle und ich nehme an deshalb haben Sie sich auch für die Verpflichtung von Thomas Schrammel ausgesprochen. Seit dessen Verletzung gibt es aber so gut wie nichts an den Leistungen von Katzer auszusetzen, eigentlich eine kleine Sensation wenn man sich seine Leistungen in den letzten Jahren in Erinnerung ruft.

Peter Schöttel: Markus ist topfit und fühlt sich sichtlich wohl in seiner Rolle als erfahrener Spieler, der den Jungen mit Rat und Tat zur Seite steht. Nach der schweren Verletzung von Thomas Schrammel hat er eine hervorragende Saison gespielt, und jetzt, wo Schrammel wieder fit ist, haben wir auf dieser Position sicher kein Problem.

 

Mecki: Welcher unserer Stürmer hat nach ihrer Ansicht am ehesten die Fähigkeiten, als Solospitze zu fungieren? Leider ist meiner Meinung nach niemand komplett genug wie Jelavic es war, wie sehen Sie das?

Peter Schöttel: Meiner Meinung ist keiner der derzeitigen Stürmer im Kader soweit wie der Jelavic von heute, der in der Premier League für Furore sorgt; aber alle haben großes Potenzial und können mit harter Arbeit auch sehr weit kommen. Man darf nicht vergessen, dass Jelavic in seinem ersten Jahr an Hoffer und Maierhofer kaum vorbeigekommen und erst im zweiten Jahr durchgestartet ist.

 

Ernesto: Glauben sie, dass wir mit einem spielstärkeren Innenverteidiger auch besser in der Offensive wären? Ich bilde mir ein, dass zum Beispiel Hofmann sich manchmal zu weit nach hinten fallen lässt, um beim Aufbau auszuhelfen…

Peter Schöttel: Da der Spielaufbau hinten beginnt, haben die Zuspiele natürlich Auswirkungen auf unser Offensivspiel. Mit Gerson haben wir einen jungen Verteidiger geholt, von dem wir annehmen, dass er diese Qualität mitbringt. Ich glaube nicht, dass sich Hofmann zu oft zu weit nach hinten fallen lässt im Spiel. Wenn Sie die EM beobachten, sehen Sie Spielmacher wie Modric oder Özil, die sich den Ball 3-4x Mal im Spiel von ganz hinten geholt haben. Das ist im modernen Fußball so und schafft Räume für die Mitspieler, zudem macht es das eigene Spiel variabler.

 

Valderama: Zu Beginn ihrer Karriere waren sie ja Mittelfeldspieler. Hat sie dies eher geprägt in ihrer Tätigkeit oder dann doch der Verteidiger, den sie die meiste Zeit ihres Spielerlebens auf das Feld gezaubert haben? Oder ist es eigentlich gar nicht von Bedeutung, welche Position man gespielt hat, wenn man später den Trainerberuf ergreift?

Peter Schöttel: Ich glaube nicht, dass es von Bedeutung ist, welche Position der Trainer als Aktiver eingenommen hat. Es geht um die Art von Fußball, die der Trainer im Kopf hat, und mit der er sich den größtmöglichen Erfolg ausrechnet.

 

Valderama: Wissen sie eigentlich, dass ich mir auch heute noch immer wieder per YouTube die Videos der grandiosen Zeit Mitte der 90-er reinziehe (es war einfach ein Genuss, damals gegen die Portugiesen, Russen und Holländer im Stadion zu verbringen)? Danke dafür

Peter Schöttel: Bitte, gerne. Es war eine sehr schöne Zeit.

 

Valderama: Sehen sie im Nachhinein die Zeit als Trainer beim Sportklub als verlorenes Jahr (Ziel war damals ja der Aufstieg, der relativ klar verpasst wurde)? Und wie sehen sie grundsätzlich das Sehnen der Fans nach den teilweise versunkenen „Kultvereinen aus der Vergangenheit“? Sieht man das als Mensch, der den Fußball zum Beruf gemacht hat, als schrullige Träumerei von Ewiggestrigen oder hat man selber auch teilweise so einen mystischen Zugang zur Historie des Fußballs?

Peter Schöttel: Das Jahr beim Wiener Sportklub war ein sehr wichtiges für mich, ich möchte es nicht missen. Hier habe ich gesehen, dass mir die tägliche Arbeit mit einer Mannschaft Spaß macht und dass das Ganze gut funktioniert. Und ich habe eine wichtige Lektion gelernt: Wenn der Trainer und ein Co-Trainer unbedingt aufsteigen wollen, bedeutet das noch lange nicht, dass diverse Spieler über 30 das auch wollen. Aber rückblickend war es ein tolles, lehrreiches Jahr für mich.

 

Narya: Ich bin der Meinung, dass eines unserer größten Probleme der fehlende Nachdruck von hinten und die weit auseinanderklaffenden Reihen sind, also im Grunde vor allem der Umstand, dass unserer letzte Linie tief steht und selten weit aufrückt. Die Vermutung liegt nahe, dass ihr im Trainerteam euch davon mehr Räume für unsere schnellen Spieler erhofft (Stichwörter: Schnelles Umschalten, Dynamik, Unordnung beim Gegner usw.). Steckt das dahinter oder ist die Ausgangsannahme ohnehin falsch?

Peter Schöttel: Es gab Spiele, in denen wir tief gestanden sind, in anderen sind wir als Block ganz vorne drauf gegangen, und haben die Gegner mit Pressing zu Fehlern gezwungen – da stand unsere Abwehrreihe natürlich sehr hoch. Wenn wir  tiefer gestanden sind, haben wir natürlich versucht, durch schnelles Umschalten mit unseren dynamischen Spielern in die gefährlichen Zonen des Gegners zu kommen. Das ist uns oft auch gelungen. Nur unsere Effizienz vor dem gegnerischen Tor hat zu wünschen übrig gelassen.

 

Narya: Ein primär reaktives Spielkonzept in einer Liga voller Mannschaften, die selber gerne hinten gut stehen und lieber das Spiel des Gegners zerstören, als selber Dominanz aufzubauen – macht das Sinn? Befindet man sich damit nicht per se in jedem Spiel in einer Art Pattstellung? Und aus dieser Frage abgeleitet: Überlegt ihr auch eine alternative zum dynamisch-konteraffinen 4-2-3-1 mit schnellem Umschalten?

Peter Schöttel: Ich sehe unser Spielkonzept nicht als reaktiv, oder würden Sie das über die Nationalmannschaften wie Deutschland oder Frankreich auch sagen, die ein ähnliches System spielen, natürlich auf höherem Niveau? Wir haben uns in jedem Match sehr um die Gestaltung des Spiels bemüht, waren aber nicht immer in der Lage, unser Spiel durchzuziehen. In manchen Spielen, wie gegen Salzburg oder gegen Austria im Herbst, war es ein bewusst gewählter, taktischer Zug, weil uns diese spielerisch überlegen waren. Hier haben wir auf Konter gespielt, gegen alle anderen waren wir aber selbst initiativ, nur klappt es nicht immer, was man sich vornimmt.

 

spektrum89: Wie würden Sie sich in drei Worten als Trainer charakterisieren?

Peter Schöttel: Das kann ich nicht, das sollen andere machen.

 

spektrum89: Bimbo Binder oder Steffen Hofmann?

Peter Schöttel: Steffen Hofmann, weil er mein Kapitän ist.

 

spektrum89: Löwinger-Bühne oder Burgtheater?

Peter Schöttel: Beides, aber alles zu seiner Zeit.

 

spektrum89: Sachertorte im Hotel Sacher oder Gulasch im Beisl ums Eck?

Peter Schöttel: Ich esse beides gern.

 

spektrum89: Zeitreise: Ein Kickerl auf der Pfarrwiese mit Ernst Happel oder im Trainersessel neben Dionys Schönecker?

Peter Schöttel: Ein Kickerl mit Ernst Happel, der mein Trainer im Nationalteam war. Leider habe ich ihn selbst nie aktiv spielen gesehen.

 

Vegetableman: Welche europäische Mannschaft bewundern Sie aufgrund ihrer Arbeit der letzten Jahre am meisten, bzw. an welcher Philosophie könnte/sollte sich Rapid idealerweise orientieren?

Peter Schöttel: Die Entwicklung, die Borussia Dortmund in den letzten Jahren genommen hat, der systematische Aufbau, der trägt jetzt nach einigen Jahren Früchte. Die handelnden Personen wirken glaubwürdig, kompetent und authentisch. Die Mannschaft und die Fans sind eine Einheit. Das gefällt und imponiert mir sehr.

 

StepDown: In einem Interview im Sommer hast du gemeint, dass du in Wr.Neustadt mit Guido Burgstaller einen „typischen Rapidler, in all seinen Eigenschaften“ kennengelernt hättest, genauso wie mit Alex Grünwald einen „typischen Austrianer“. Bei Burgstaller meinst du zweifelsohne das Rackern bis zum Umfallen, den unbändigen Willen, den hohen Einsatz – aber wie war das im Bezug auf Grünwald gemeint? Welche Tugenden beschreiben für dich einen „typischen“ Spieler des Stadtrivalen?

Peter Schöttel: Alex Grünwald ist ein Spieler mit großem spielerisch-technischem Potenzial, der aus dem Austria-Nachwuchs stammt. Wahrscheinlich habe ich mich deswegen zu dieser Aussage hinreißen lassen.

 

StepDown: Trimmel und Drazan werden gerne als „Leichtathleten“ hingestellt, die technisch wenig drauf haben, und eigentlich nur zwischen Mittel- und Grundlinie hin- und hersprinten. Wie sieht das der Cheftrainer, wie viel Potenzial – im technischen/spielerischen Bereich – haben unsere Flügelflitzer noch?

Peter Schöttel: Beide sind für mich wertvolle Spieler mit großen Fähigkeiten, aber natürlich auch noch mit Defiziten. Aber ich finde es schade, dass bei manchen Spielern nur die negativen Dinge diskutiert werden. Fakt ist, beide haben noch viel Potenzial.

 

StepDown: Wo verbringt Peter Schöttel seine Freizeit, und mit welchen Aktivitäten?

Peter Schöttel: Das behalte ich für mich.

 

Splinta: Wen stellen Sie auf: Sehr begabter Spieler, der im Training aber nicht immer alles gibt ODER „Potentialspieler“ der sich aber intensiv bemüht sich zu verbessern und sogar Extra-Trainings absolviert.

Peter Schöttel: Das kommt immer auf die Situation an. Ich werde den aufstellen, von dem ich überzeugt bin, dass er der Mannschaft mehr hilft und mit dem wir erfolgreich sein können.

 

Splinta: In den letzten paar Spielen konnte man immer wieder verzweifelte und mitspielersuchende Rapidler beim Einwurf beobachten. Trainieren Sie keine Out-Einwurf-Situationen oder sind die Spieler damit einfach überfordert?

Peter Schöttel: Sie bohren in offenen Wunden. Unsere Outeinwürfe waren zum Teil wirklich peinlich. Wir arbeiten daran.

 

Flo14: Nachdem es offensichtlich ist, dass Rapid gravierende Probleme im Spielaufbau hat, lässt sich daraus erschließen, dass wir unbedingt Verstärkungen auf den dahingehenden Positionen brauchen. Prinzipiell sehe ich großen Bedarf im zentralen Mittelfeld und für einen spielstarken Innenverteidiger. Wird Rapid im Sommer darauf reagieren und diese beiden Positionen qualitativ nachbesetzen?

Peter Schöttel: Den spielstarken Innenverteidiger haben wir mit Gerson verpflichtet, und im zentralen Mittelfeld glauben wir an eine Leistungssteigerung von Prager und haben, wie bereits oben erwähnt, eine sehr hohe Meinung über Ildiz und Wydra.

 

Flo14: Wer sind deine wichtigsten Ansprechpersonen innerhalb der Mannschaft? Gibt es von der jüngeren Generation Spieler, die das Zeug zu Führungskräften haben und wenn ja, wer hat diese Fähigkeit deiner Meinung nach?

Peter Schöttel: Die wichtigsten Ansprechpartner sind die vier ältesten Spieler in der Mannschaft: Hofmann, Katzer, Heikkinen und Kulovits, die nicht nur charakterlich schwer in Ordnung sind, sondern auch fußballerisch schon viel erlebt haben. Wer von den jüngeren Spielern das Zeug zum Führungsspieler hat, das kann man schwer sagen. In erster Linie ist die Leistung über einen längeren Zeitraum entscheidend.

 

Wuifal: Warum wird Deni Alar nicht als Solospitze (oder generell als Stürmer) forciert? Meiner (und ich glaube auch ein Großteil aller Fans) Ansicht nach wäre der Bursche da vorne ideal eingesetzt, weil er Zug zum Tor, Abschlussstärke, Schnelligkeit und Mut im 1 gegen 1 mitbringt – alles Attribute, die ihn doch unverzichtbar machen sollten (gerade in einer Phase, in der es in der Offensive hapert) – warum sehen 95% aller Fans das nicht, was du in ihm siehst (nämlich einen Flügelstürmer ala Robben )

Peter Schöttel: Deni ist nicht nur schnell, sondern auch ein geschickter, guter Fußballer, der sowohl als Stürmer, als auch als hängende Spitze agieren kann. Er hilft uns, unser Angriffsspiel variabler zu gestalten. In dieser Hinsicht ist bei uns im Frühjahr einiges weitergegangen, aber das hat halt nicht jeder bemerkt.

 

Oberkampf: Wenn Sie sich einen beliebigen Spieler eines Ligakonkurrenten aussuchen könnten um Rapid zu verstärken. Wer wäre das und warum?

Peter Schöttel: Ich muss nicht lange überlegen: Jakob Jantscher ist für mich der entscheidende Faktor, warum Salzburg am Schluss den Titel geholt hat.

 

have.heart: Denken Sie noch manchmal an den 8. Mai 1996? Mit welchen Gefühlen?

Peter Schöttel: Nein. Wirklich nie.

 

have.heart: Stand für Sie die Beendigung Ihres Jus-Studiums jemals zur Debatte?

Peter Schöttel: Für meine Eltern länger, als für mich.

 

Zahi: Wenn man als Beispiel American Football oder andere USA-affine Sportarten hernimmt, ist es dort üblich, mit vielen Spartentrainern (z.B. Offense, Defense, Specials,…) zu arbeiten. Inwiefern halten sie das auch auf den Fußball anwendbar, für welche Aufgaben könnten sie sich Spartentrainer vorstellen und inwiefern ist das auch beim SK Rapid Wien umsetzbar?

Peter Schöttel: Eine Individualisierung des Trainings ist wichtig, wir teilen in unserem Trainerteam unsere Aufgaben untereinander auf und haben Spezialisten für den körperlichen, den taktischen Bereich und auch für die Torhüter. Carsten Jancker ist zudem jemand, der sich bei Bedarf gezielt um die Stürmer kümmert.

 

little beckham: Warum gelingt es nicht, Spielern Fehler abzugewöhnen, die sie bereits seit Jahren machen? Besonders seien die derben Fouls von Drazan oder Prokopic sowie die immer wieder schrecklichen Fehlpässe von Sonnleitner über wenige Meter genannt.

Peter Schöttel: Ich kann nur sagen, dass wir in den Trainings an der Behebung von den Defiziten arbeiten, und dass wir diese Dinge auch immer ansprechen.

 

little beckham: Was wurde aus dem individuellen Stürmertraining mit Carsten Jancker? Wird es immer noch gemacht?

Peter Schöttel: Das individuelle Training mit Carsten Jancker findet in der Vorbereitung nicht statt, wird es aber ab Juli voraussichtlich wieder geben.

 

Danke an die Pressestelle des SK Rapid und Peter Schöttel für das ausführliche Fan-Interview!

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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