Neben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico... Taktikboards zur 11. Runde der tipico Bundesliga 2014/2015

Massimo Bruno - Red Bull SalzburgNeben den ausführlichen Spiel- und den Toranalysen gibt abseits.at in dieser Rubrik einen kompakten Überblick über alle Spiele der letzten Runde in der tipico Bundesliga. Wir sehen uns dabei in erster Linie Statistiken und Taktikboards an, die von der offiziellen Website der österreichischen Bundesliga bzw. vom britischen Sportdatenunternehmen Opta bereitgestellt werden.

 

FK Austria Wien – Wolfsberger AC 0:2

Im Eröffnungsspiel der Runde unterlag die Wiener Austria dem Wolfsberger AC zuhause mit 0:2. Damit bestätigten die Kärntner die Tabellenführung, während die Veilchen weiterhin im Mittelfeld feststecken. Wie die meisten Teams in den vorigen Runden hatten auch sie Probleme, den Abwehrriegel der Lavanttaler zu knacken, die einmal mehr durch eine starke Strafraumverteidigung bestachen und im eigenen Ballbesitzspiel wenig Risiko nahmen.

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Wie man anhand dieser Passschemen der beiden Innenverteidiger erkennen kann, griff der WAC im Aufbauspiel meist zu langen Bällen. Dabei variierten sie diese auch kaum, denn die Pässe wurden in aller Regel gerade nach vorne gespielt. Interessanter war aber das daraus resultierende Verhalten der beiden Sechser.

Aufgrund dessen, dass das Mittelfeld überbrückt wurde, hatten weder Manuel Weber noch Boris Hüttenbrenner viele Szene an der Mittellinie. Sie positionierten sich entweder am Übergang zum Angriffsdrittel, wo sie hauptsächlich mit Vertikalpässen das Spiel schnell machen wollten, oder am Übergang zum Abwehrdrittel, wo sie ebenfalls wenig Risiko nahmen und hauptsächlich die Seiten verlagerten.

Bei der Austria begann Roman Kienast im Abwesenheit von Neo-Torjäger Omer Damari. Der 30-Jährige gilt eigentlich als Strafraumstürmer, spielte aber schon letzte Saison das eine oder andere Mal etwas versetzt hinter Philipp Hosiner. Gegen den WAC hatte der ebenfalls einen ungewohnt tiefen Schwerpunkt, allerdings klebte er auch sehr stark auf der Zentralachse. Bei einer Passquote von 51% fehlten daher sowohl die dadurch erhoffte Stärkung des Kombinationsspiels, als auch die Durchschlagskraft in der Gefahrenzone.

SK Sturm Graz – SV Scholz Grödig 1:0

Franco Foda konnte seine zweite Amtszeit als Cheftrainer bei Sturm Graz mit einem 1:0-Heimsieg erfolgreich antreten. Gegen den SV Scholz hatten die Steirer allerdings ihre Mühe, gewannen schließlich erst dank einer clever ausgeführten Standardsituation. Markant in dieser Partie waren die Rollen der jeweiligen zentralen Mittelfeldspieler.

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Sowohl Sturm als auch Grödig begann mit zwei absichernden Akteuren hinter einem Zehner. Zwar hatten die Gastgeber mit Daniel Offenbacher und Anel Hadzic nominell die offensivere Doppelsechs bzw. –acht, jedoch erkennt man, dass das Sturm-Mittelfeldtrio balancierter agierte als jene von Grödig. So konnte man zusehend die Kontrolle im Zentrum erlangen und das Pressing der Grödiger umspielen. Dahinter hatten die Grazer dann viel Platz, den sie zu einigen Schnellangriffen nutzten. Jedoch fehlte im Abschluss meist die Genauigkeit, denn von 21 Schüssen gingen nur vier auf das gegnerische Tor.

Admira Wacker Mödling – SCR Altach 0:2

Der SCR Altach ist im Vergleich zu den Aufsteiger der letzten Saisonen vielleicht gar so spektakulär, kann aber nach elf Partie 16 Punkte aufweisen und steht auf Tabellenplatz vier. Anders als etwa der SV Grödig, der sich letzte Saison über sein aggressives Spiel gegen den Ball definierte, dem WAC, der unter Nenad Bjelica über eine durchschlagskräftige Offensive mit einem überragenden Einzelspieler (Michael Liendl, Anm.) verfügte, oder auch die Admira, die sich in den Europacup konterte, sucht man bei den Vorarlbergern ein richtiges Markenzeichen. Am ehesten ist dies ihre Flexibilität.

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So sah man die Elf von Damir Canadi in der aktuellen Saison schon in einer 4-3-3-Grundformation, genauso wie in einem 4-2-3-1 oder 3-5-2. Gegen die Admira agierte man in einem 4-4-2. Doch nicht nur hinsichtlich der Formation ist Altach flexibel. Gegen Grödig zeigten sie beispielsweise, dass sie das Spiel machen können, gegen die Admira agierten sie abwartender. Altach hatte nur 39% Ballbesitz, war aber vorne gnadenlos effektiv: beide Schüsse aufs Tor landeten im Netz.

SV Josko Ried – SK Rapid Wien 1:2

Beim Aufeinandertreffen der SV Ried und dem SK Rapid Wien dominierten die Standardsituationen, denn alle drei Tore fielen nach ruhenden Bällen. Aus dem Spiel heraus kamen die beiden Teams nur selten zu gefährlichen Möglichkeiten. Aufseiten von Rapid war dabei interessant, dass die Außenverteidiger offensiv kaum eingebunden waren.

Üblicherweise nehmen die Außenverteidiger im Spiel des Rekordmeisters eine durchaus wichtige Rolle im Kombinationsspiel ein. Sie hinter- oder vorderlaufen mit Tempo, sorgen für Durchbrüche auf den Seiten und bereiten Torchancen vor. Gegen die SV Ried operierten die Hütteldorfer aber   meist mit langen Bällen von hinten heraus, wodurch kein Spielfluss zustande kam.

FC Red Bull Salzburg – SC Wiener Neustadt 4:1

Der FC Red Bull Salzburg scheint sein vorübergehende Tief überwunden zu haben. Gegen den SC Wiener Neustadt gewannen die Mozartstädter mit 4:1 und feierten damit den vierten Pflichtspielsieg in Folge. Dabei setzte Trainer Adi Hütter erstmals auf Nils Quaschner und Massimoo Bruno als Sturmduo.

Die beiden waren an vielen Kombinationen beteiligt und verbuchten je einen Assist – Bruno bereitet insgesamt sogar zehn Torschüsse vor – allerdings fehlte es ihnen selbst an Durchschlagskraft. So musste erst wieder der eingewechselte Torjäger Jonathan Soriano in der 78. Minute die Vorentscheidung herbeiführen.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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