Von 12. bis 15. Juli geht die erste Runde des ÖFB-Samsung-Cups über die Bühne. Der lange stiefmütterlich behandelte Bewerb wurde von den Amateurteams bereinigt.... Blamageorte für Profis – Die erste Runde des ÖFB-Cups

Von 12. bis 15. Juli geht die erste Runde des ÖFB-Samsung-Cups über die Bühne. Der lange stiefmütterlich behandelte Bewerb wurde von den Amateurteams bereinigt. Nun sind die Fans am Zug, in Scharen in die Stadien zu strömen und auf die eine oder andere Sensation zu hoffen.

Unter der Woche

Vorne weg eine Kritik: Die Spieltage sind ab der zweiten Runde allesamt unter der Woche. Nachdem in 90 Minuten-Cupfights jeder jeden schlagen kann, die Davids den Goliaths ein Bein stellen können, sind die Spielorte mitunter weit vom Schuss. Ob die Fans der größeren Vereine an Dienstagen und Mittwochen so gerne in „entlegene“ Gegenden fahren werden und die dortigen Kassen der kleineren Klubs füllen, ist letztlich eine große Frage. Der Liga-Spielplan in den höchsten zwei Spielklassen lässt zwar nicht mehr zu, allerdings würde ein Wiener Derby auch unter der Woche ein ausverkauftes Haus garantieren und umgekehrt ein Cupspiel in Klagenfurt am Samstag sicherlich mehr Zuseher anziehen.

Durchführungsbestimmungen zur ersten Cup-Runde

Bis zur insgesamt dritten Runde haben die Vereine aus den Landesverbänden – einfacher formuliert: Alle 44 Teams, die nicht in den zwei bundesweiten Ligen spielen – Heimrecht und erhalten die vollen Einnahmen. Die Reisekosten übernimmt der ÖFB. Eine faire Geschichte für Heiligenkreuz, den Wiener Sportklub und Co., die die Bundesligisten empfangen. Dadurch wird garantiert, dass die kleinen Vereine, die im Gegensatz zu den Bundesligisten erst deutlich später in die Ligasaison 2012/13 starten, wenigstens an der zu erwartenden Niederlage kräftig verdienen.

Die Zweitligisten im Cup

Durch die Bank interessante Spiele gibt es beim Antreten der Mannschaften der Heute-für-Morgen-Erste-Liga. Vier Derbys steigen, dazu gibt es noch ein paar Orte, an denen sich die Profis blamieren können.

  • Floridsdorf: Bereits am Donnerstag um 19 Uhr müssen die Profis der gegenwärtigen Vorarlberger Nummer Eins, dem SCR Altach, gegen den FAC antreten. Diese schlossen die Ostliga auf dem neunten Platz, aber nur drei Punkte vor dem Abstieg, ab.
  • Vöcklamarkt: Der FC Lustenau muss zur Union. Am Freitag um 19 Uhr kann sich die neu zusammen gewürfelte Canadi-Truppe im Hausruckviertel bei Union Vöcklamarkt beweisen. Diese landeten am guten vierten Platz der Regionalliga Mitte.
  • Deutschlandsberg: Etwas mehr als eine Stunde dauert die Anreise im steirischen Derby zwischen dem TSV Hartberg und dem SC Deutschlandsberg. Offiziell heißt das Spiel des Landesligisten gegen den Zweitligisten übrigens „DSC Mithlinger Fenster – TSV LOPOCASPORT Hartberg“ – Ankick ist am Freitag um 19 Uhr.
  • Saalfelden: Der FC Pinzgau-Saalfelden empfängt im Salzburgderby den SV Grödig. Die Pinzgauer treten, die die vergangene Saison am elften Rang abschlossen, wollen im Stadion Bürgerau ab 19:15 Uhr überraschen.
  • St. Florian: 25 Minuten fährt man von St. Florian zum Donaupark. Der FC Blau-Weiß und Union St. Florian pflegen einen regen Spieleraustausch, nun kommt es am Freitag um 19:30 Uhr zum Duell „Erste Liga“ gegen Regionalliga Mitte, die Union am achten Rang abschloss.
  • Klagenfurt: Die Austria aus der Kärntner Landeshauptstadt, mit Peter Svetits und Aufstiegsambitionen ausgestattet, möchte den SV Horn ab 19:30 Uhr ärgern. Den Waldviertltern gelang der Aufstieg in der abgelaufenen Saison.
  • Graz: Das Spiel GAK gegen Vienna wird um 20 Uhr angepfiffen. Ab nächster Saison will der in der Relegation an Hartberg gescheiterte Meister der RLM auch in der zweiten Liga gegen die Döblinger spielen.
  • Bad Vöslau: Der ASK Bad Vöslau, ansonsten in der Landesliga Niederösterreichs engagiert, empfängt im NÖ-Derby den SKN St. Pölten. Spieltermin ist Samstag, 17 Uhr.
  • Retz: Die Waldviertler vom SC Retz stiegen jüngst in die Regionalliga Ost auf und wollen ab 18 Uhr am Samstag die Lustenauer Austria aus dem Bewerb werfen. Die weite Anreise könnte für Retz sprechen.
  • Bregenz: 2005 verabschiedete sich Bregenz aus der Bundesliga, 2012 der Kapfenberger SV. Am Samstag ab 18:30 Uhr  möchten die Ländle-Kicker aus der RLW dem Bundesligaabsteiger ein Bein stellen.

Die Orte der möglicherweise großen Häme

Wenn die Bundesligisten, die untereinander in der ersten Runde nicht spielen können, gegen Unterhausklubs antreten, so gibt es eben die schöne Möglichkeit, dass die ganz großen straucheln. Die Orte einer sympathischen Blamage, eines grandiosen Sieges des „Kleinen“ gegen den „Großen“ sind in…

  • Gratkorn: Der Regionalligist aus der Steiermark, der in der vergangenen Saison auf dem siebten Rang landete, empfängt am Freitag um 19 Uhr den FC Wacker Innsbruck
  • Wattens: Die WSG, die die Regionalliga West gewinnen konnte und in der Relegation am SV Horn scheiterte, möchte zur selben Zeit Sturm Graz ein Bein stellen
  • Parndorf: Der Ostligist, der im vergangenen Jahr am vierten Platz landete, bekommt es ebenfalls am Freitag um 19 Uhr mit Admira Wacker zu tun.
  • Dornbach: Der traditionsreiche Wiener SK, der die Regionalligasaison am fünften Rang abschloss, empfängt um 20:30 Uhr Red Bull Salzburg. Das Spiel wird auch auf ORF Sport+ übertragen
  • Oberwart: Die örtliche Sportvereinigung bekommt es am Samstag um 18 Uhr mit dem FK Austria Wien zu tun. Die Oberwarter schenkten sich im Juni zum 100. Geburtstag den Meistertitel in der Burgenlandliga und bereiten sich auf die Ostligasaison vor.
  • Leoben: Der Donawitzer Sportverein möchte den SV Mattersburg zu selbiger Uhrzeit der nächste Regionalligist sein, der das burgenländische Flaggschiff versenkt. In der 2. Runde 2011/12 schafften dies die Juniors aus Salzburg.
  • Simmering: Bundesligaaufsteiger WAC muss zum selben Termin zu Ostbahn XI. Die Simmeringer feierten den Aufstieg aus der Wiener Stadtliga in die Ostliga.
  • Kufstein: Nicht weit hat es die SV Ried. Gegen den Westligisten FC Kufstein dauert die Anreise zwei Stunden, Ankick ist um 18 Uhr.
  • Wolfurt: Der SC Wiener Neustadt, der im vergangenen Jahr bereits in der ersten Runde gegen die Rapid Amateure ausschied, tritt am Sonntag um 10:30 Uhr zur Matinee beim Vorarlbergligisten FC Wolfurt an.
  • Heiligenkreuz: Der SK Rapid Wien tritt am Sonntag um 18 Uhr in Heiligenkreuz an. Es handelt sich dabei nicht, wie man im ersten Moment denken mag, um den Ort im Wienerwald mit dem berühmten Stift,  sondern um einen Ort im Südburgenland. Der „HSV“ spielt normalerweise in der 2. Klasse Süd des östlichsten Burgenlandes.

Duelle auf Augenhöhe

Zwölf Duelle zwischen unterklassigen Vereinen finden in Runde eins des Cups statt. Dabei stechen zwei Spiele besonders hervor: Das Duell von Austria Salzburg gegen den FC Pasching, der ja bekanntlich eine Filiale des Red-Bull-Konzerns ist, der in Maxglan ja nicht unbedingt große Sympathien genießt. Dazu kommt noch das Spiel des LASK, das auf der Verbandsanlage des OÖFV stattfindet, die ansonsten den SV Traun beheimatet. Bei Kalsdorf gegen Wallern kann Herwig Drechsel bewundert werden, der das Dress der Wallerner trägt.

  • FC Hard (RLW) – SC Schwaz (Tiroler Liga), Freitag 18.30 Uhr
  • FC Pasching (RLM) –  Austria Salzburg (RLW), Freitag 19.00 Uhr
  • SC Kalsdorf (RLM) – SV Wallern (RLM) Freitag 19.00 Uhr
  • Villacher SV (RLM) – Rohrendorf/Gedersdorf (2. LL West, NÖ), Freitag 19.00 Uhr
  • SAK 1914  (RLM) – SV Allerheiligen (RLM), Freitag 19.30 Uhr
  • SKU Amstetten (RLO) – SV Schwechat (RLO),  Freitag 19.30 Uhr
  • Grün Weiß Micheldorf (LL, OÖ) – Wiener Viktoria (Wiener Liga), Samstag 17.00 Uhr
  • SV Stegersbach (RLO) – SV Reutte (LL, Tirol), Samstag 17.00 Uhr
  • SV Gaflenz (LL, NÖ)  – SC Sollenau (RLO), Samstag 18.00 Uhr
  • LASK (RLM) – SV Spittal (Kärntner Liga), Samstag 18.00 Uhr
  • SAK Klagenfurt (RLM) –  TSV St. Johann/Pongau (RLW), Samstag 18.00 Uhr
  • SCU Adagger (LL, NÖ) – FC Dornbirn (RLW) , Samstag 19.00 Uhr

Das Fußballerherz erhofft sich viele Überraschungen, denn es gibt fast nichts Schöneres im Fußball, wenn der Außenseiter im Cup den Favoriten schlägt – außer, dieser ist der eigene Verein.

Georg Sander, abseits.at

Georg Sander

  • schmechi

    12.Juli.2012 #1 Author

    Blamabel ist vor allem die Recherche… Heiligenkreuz im Lafnitztal ist vom Wienerwald weit entfernt… Und dem heiligen Leopold wird an der burgenländischen-ungarischen Grenze wohl auch nicht seit 1133 gehuldigt…

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  • RecherchierMal

    13.Juli.2012 #2 Author

    Heiligenkreuz ist als Meister der

    1. Klasse Süd B in die 2.Liga Süd aufgestiegen!!

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