Zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die... abseits.at Expertenvorschau: Einmalige Chance für Kollers ÖFB-Elf

_Marcel Koller BaguetteZur Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2016 analysieren die Experten und Autoren von abseits.at die sechs EM-Gruppen. In je zwei Artikeln pro Gruppe werden die Aufsteigertipps und die interessantesten Spieler beleuchtet.

In Gruppe F spielen Österreich, Portugal, Ungarn und Island.

Daniel Mandl

Sie wirkte anfangs wie die einfachste Gruppe der Vorrunde – aber je näher sie kommt, desto schwieriger scheint sie in unseren Köpfen zu werden. Österreich hat drei machbare Gegner, aber dasselbe denken sich vor allem Portugal und Island auch. Trotzdem will ich optimistisch bleiben: Bei den Portugiesen hat der Topstar eine ellenlange Saison hinter sich und wird wohl auch 31-jährig nicht plötzlich im Nationalteam glänzen, wie er es im Klub tut. Island und Ungarn müssen einfach zu knacken sein, sofern die Mentalität in der Koller-Elf passt. Ich lege mich fest, wir gewinnen diese Gruppe als bestes Kollektiv mit dem qualitativ besten zentralen Mittelfeld.

  1. Österreich – 2. Portugal – 3. Island – 4. Ungarn

Stefan Karger

Portugal geht als Favorit in die Gruppe, hat aber trotz Superstar Cristiano Ronaldo immer Probleme Tore zu erzielen. Ich sehe Österreich auf Platz 2, wobei Island der gefährlichere Konkurrent um den sicheren zweiten Platz ist. Die Partie gegen Ungarn wird alles andere als ein Selbstläufer werden, dennoch befindet sich Bernd Storcks Mannschaft klar in der Rolle des Außenseiters.

  1. Portugal – 2. Österreich – 3. Island – 4- Ungarn

Alexander Semeliker

Die Österreich-Gruppe vorauszusagen ist durchaus schwer. Bestätigt das Team von Marcel Koller die Konstanz aus der Qualifikation ist selbst der Gruppensieg möglich. Realistisch ist allerdings Platz zwei hinter Portugal, das individuell über die Quali-Gegner zu stellen ist. Island qualifizierte sich zwar noch schneller als das ÖFB-Team, die Ergebnisse fielen danach aber stark ab. Die Rolle als Außenseiter gefällt ihnen, was gemeinsam mit dem selbstbewussten Auftreten der österreichischen Mannschaft für ebendiese sehr gefährlich werden kann. Ungarn gehört zu den schwächsten Teams im Feld, umso wichtiger sind die Spiele gegen sie. Wer gegen die Storck-Elf nicht gewinnt wird um das Achtelfinale zittern müssen.

  1. Portugal – 2. Österreich – 3. Island – 4. Ungarn

Fabian Schaipp

Österreich schätze ich am stärksten ein, das Team von Marcel Koller bildet eine eingespielte Elf mit vielen Spielern aus der Bundesliga, das in der Quali überzeugte. Portugal war bei der WM 2014 eine der großen Enttäuschungen, als man schon in der Gruppenphase ausschied. Personell und im System scheint Trainer Fernando Santos sich noch nicht festgelegt zu haben. Insgesamt bleibt Portugal schwer einzuschätzen, der Kader verfügt jedenfalls über genügend Qualität, um bis zum Schluss mitzuspielen.
Individuell weitaus schwächer besetzt sind Island und Ungarn. Die Isländer waren eine der großen Überraschungen in der Qualifikation, zeigten sich zuletzt aber formschwach (4 Niederlagen in den letzten 5 Spielen) und defensiv anfällig (11 Gegentore). Ungarn ist der Außenseiter der Gruppe, die große Stärke liegt bei Standards: so fielen 8 ihrer 14 Tore in der Qualifikation nach Ecken und Freistößen.

  1. Österreich – 2. Portugal – 3. Island – 4. Ungarn

Marius Kaltwasser

Die Portugiesen bestechen durch eine enorme taktische Flexibilität, vertikale Kompaktheit und verfügen über viel Qualität im Kader. Nicht ohne Grund geht das Team von Fernando Santos gewohnt selbstbewusst in das bevorstehende Turnier. Der Mangel an treffsicheren Stürmern könnte Portugal allerdings zum Verhängnis werden – trotzdem sind sie für mich in Gruppe F Favorit auf den Gruppensieg. Die österreichische Nationalmannschaft hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Sie besitzen in allen Mannschaftsteilen Spieler mit internationaler Erfahrung, funktionieren aber ebenso gut im Kollektiv. Viele Spieler (Fuchs, Arnautovic, Baumgartlinger) können auf eine enorm starke Saison in ihren Vereinsmannschaften zurückblicken und reisen mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen zur Nationalmannschaft. Dies ist auch ein Grund warum ich Österreich vor Nachbar Ungarn sehe. Die Hälfte der zu erwartenden ersten Elf sitzt in ihren Vereinen größtenteils auf der Ersatzbank. Stürmer Adam Szalai arbeitet zwar viel nach hinten und schafft Räume für nachstoßende Spieler, allerdings schoss er sein letztes Bundesligator im November 2014. Island ist nicht zu unterschätzen und praktiziert einen sehr effektiven Fußball. Ich sehe sie noch vor Ungarn auf Rang 3.

  1. Portugal – 2. Österreich – 3. Island – 4. Ungarn

abseits.at Redaktion

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