Im ersten Teil unseres Spezials über einen der Rapid-Gegner in der Europa League Gruppenphase, den ukrainischen Verein Metalist Kharkiv, erfahrt ihr alles über das... Metalist Kharkiv, der ewige Dritte | Das Standing und die Transferpolitik von Rapids EL-Gruppengegner

Im ersten Teil unseres Spezials über einen der Rapid-Gegner in der Europa League Gruppenphase, den ukrainischen Verein Metalist Kharkiv, erfahrt ihr alles über das Standing des Klubs im In- und Ausland. Zudem erfahrt ihr Details zur Transferpolitik der letzten Jahre, in denen Metalist Kharkiv mit aller Gewalt versuchte, den Anschluss zu Dynamo Kiev und Shakhtar Donetsk zu finden.

Name: ФК Металіст Харків
Transskribiert aus dem Ukrainischen: FK Metalist Kharkiv
Transskribiert aus dem Russischen: FK Metalist Charkow
Gegründet: 1925
Stadion: OSK Metalist
Fassungsvermögen: 43.000
Präsident: Oleksandr Yaroslavskiy
Trainer: Myron Markevych
Heimtrikots: Komplett Gelb mit blauen Schultern
Auswärtstrikots: Blau mit gelben Schultern, gelbe Hose, blaue Stutzen
http://www.metalist.kharkov.ua/

Erfolge:

* Sowjetischer Pokalsieger 1988
* Sechsmal Dritter in der Premijer-Liha, der höchsten Spielklasse der Ukraine
* Achtelfinalist im UEFA-Cup 2008/09
* Viertelfinale in der Europa League 2011/12

Standing in der Ukraine

Metalist Kharkiv etablierte sich in den letzten Jahren als klare Nummer Drei hinter den ukrainischen Spitzenklubs Dynamo Kiev und Shakhtar Donetsk. In den letzten sechs Jahren war das Team jeweils drittstärkste Kraft im Land. Aktuell schwächelt das Team allerdings ein wenig und nach 10 gespielten Runden hält man bei nur 18 Punkten. In der Vorsaison war man nach zehn Spielen Fünfter mit 19 Punkten, nun schaut der vierte Platz raus. Überlegener Tabellenführer ist Shakhtar Donetsk, das bisher alle zehn Spiele gewinnen konnte, gefolgt von Dynamo Kiev und Dnipro.

Auch wenn die Spielerfluktuation bei Metalist Kharkiv sehr hoch ist, stehen die Strukturen des Klubs für Kontinuität. So ist auch heute noch Myron Markevych der starke Mann auf der Trainerbank – der 61-Jährige betreut die Mannschaft aus der zweitgrößten Stadt der Ukraine bereits in seiner achten Saison.

Standing in Europa

In den letzten fünf Saisonen scheiterte Kharkiv zweimal in der Qualifikation zur Europa-League- bzw. UEFA-Cup-Gruppenphase, erreichte die Gruppenspiele zwei weitere Male und stand einmal in weiterer Folge im Achtelfinale des UEFA-Cups – bis zur großartigen letzten Saison. Mehr dazu etwas später.

Beim ersten Europacup-Anlauf 2007/08 scheiterte Metalist in der Qualifikation knapp am FC Everton (1:1 a, 2:3 h). Doch bereits eine Saison später zeigte die Mannschaft von Myron Markevych kräftig auf: Im UEFA-Cup-Playoff besiegte man Besiktas Istanbul souverän (0:1 a, 4:1 h), zog dann jedoch eine unangenehme Gruppe (damals noch im System der Fünfergruppen). Kharkiv überraschte alle und gewann seine Gruppe mit zehn Punkten aus vier Spielen – nur das 0:0 gegen Hertha BSC Berlin wurde kein voller Erfolg, danach gab es Siege über Galatasaray Istanbul (1:0 a), Olympiakos Piräus (1:0 h) und Benfica Lissabon (1:0 a). Nach zwei Erfolgen über Sampdoria Genua (1:0 a, 2:0 h) konnte Metalist den Aufstieg ins UEFA-Cup-Achtelfinale feiern, wo ausgerechnet Dynamo Kiev wartete. Das Hinspiel in Kiev verlor Kharkiv mit 0:1, wobei das Siegtor durch Ognjen Vukojevic das erste Europacupgegentor nach 590 Minuten bedeutete. Es folgte ein bitterer 3:2-Heimsieg, bei dem ein Eigentor von Verteidiger Andriy Berezovchuk das Ausscheiden nach der Auswärtstorregel besiegelte.

2009/10 besiegte Metalist zunächst den NK Rijeka, schied dann jedoch im Playoff zur Europa League Gruppenphase völlig überraschend gegen den SK Sturm Graz aus. Das Spiel in Graz endete 1:1 (Sturms Tor erzielte Daniel Beichler), in der Ukraine gelang Sturm dank eines weiteren Beichler-Tors ein 1:0-Sieg und damit die Sensation. Die Antwort der Ukrainer in der darauffolgenden Saison folgte auf den Fuß: Nachdem man Omonia Nikosia in der Qualifikation ausschaltete, wartete eine Gruppe mit Debrecen, PSV Eindhoven und Sampdoria Genua. Gleich in der ersten Runde schoss Metalist Debrecen auswärts mit 5:0 ab, das darauffolgende 0:2 zu Hause gegen PSV sollte die einzige Niederlage in der Gruppenphase bleiben. Gegen Sampdoria holte man vier Punkte (2:1 h, 0:0 a), gegen PSV immerhin einen (0:0 a) und auch zu Hause gegen Debrecen blieb das Team siegreich (2:1). In der im Februar angesetzten zweiten Runde verlor Metalist Kharkiv schließlich glatt gegen Bayer Leverkusen (0:4 h, 0:2 a).

2011/12 kam man dem großen Ziel den Europacup zu gewinnen sehr nahe: Nach einem 0:0 zu Hause gegen den FC Sochaux besiegte man die Franzosen auswärts noch mit 4:0 und qualifizierte sich damit für die Gruppenphase, in der die Austria, AZ Alkmaar und Malmö FF warteten. Mit 14 Punkten konnte sich die Elf von Markevych für die nächste Runde qualifizieren, die Austria wurde dabei in Wien mit 2:1 und in Kharkiv mit 4:1 besiegt. In der 2.Runde besiegte Metalist Kharkiv Red Bull Salzburg locker mit einem 4:0-Auswärts- und einem 4:1-Heimsieg, danach eliminierte man den griechischen Meister Olympiakos Piräus (0:1 h, 2:1 a) und scheiterte erst im Viertelfinale an Sporting Lissabon, das sich jedoch auch sehr schwer gegen die quirligen und zugleich robusten Ukrainer tat (1:2 a, 1:1 h).

Transferpolitik

Nach der Saison 2010/11 musste Metalist seinen zweitbesten Torschützen der Vorsaison, Denys Oliynik, ablösefrei zu Dnipro ziehen lassen. Der 24-Jährige war jedoch der einzige Stammspieler, den Metalist ziehen lassen musste. Ansonsten verkaufte man einige Ergänzungsspieler um den Kader abzuspecken und rüstete die Mannschaft punktuell auf, verpflichtete zum Beispiel José Sosa von SSC Napoli, was dem Klub eine Ablösesumme von 2,2 Millionen Euro wert war. Eine Saison zuvor präsentierte Metalist Kharkiv, das den Anschluss zu Dynamo und Shakhtar finden wollte, seine große Kaufkraft. Der brasilianische Spielmacher Jajá wurde um 4,2 Millionen Euro zu Trabzonspor transferiert – und Metalist antwortete mit der Verpflichtung der beiden Brasilianer Taison und Cleiton Xavier, sowie der beiden Argentinier Sebastián Blanco und Jonathan Cristaldo. Alleine für diese vier Spieler legte Metalist 21 Millionen Euro auf den Tisch…

Vor der neuen Saison 2011/12 wechselte Top-Torjäger Marko Devic um fünf Millionen Euro zu Shakhtar Donetsk und Metalist antwortete mit einem weiteren spektakulären Transfer: Der Brasilianer Willian, an dem mittlerweile noch größere Klubs dran sind, wechselte um vier Millionen von den Corinthians in die östliche Ukraine. Alle anderen Transferaktivitäten betrafen keine Stammspieler.

Die Stadt Kharkiv

Kharkiv, auch genannt Charkiv oder Charkov (russisch) ist nach der Hauptstadt Kiev die zweitgrößte Stadt der Ukraine und Bildungszentrum des Landes. In Kharkiv gibt es 42 Universitäten oder Hochschulen und die Stadt zählt derzeit etwa 1,5 Millionen Einwohner. Dass Kharkiv eine wichtige Kultur- und Wissenschaftsstadt ist beweist auch, dass gleich drei in Kharkiv geborene Wissenschafter mit Nobelpreisen ausgezeichnet wurden.

Kharkiv ist nur etwa 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt – zum Schwarzen Meer fährt man mit dem Auto allerdings sechs Stunden.

Im zweiten Teil unseres Metalist-Kharkiv-Spezials erfahrt ihr alles über den „einzementierten“ Dritten der ukrainischen Meisterschaft. Ihr findet die Teaminfo im Laufe des Tages hier auf abseits.at!

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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