Nachdem wir euch vorhin bereits allgemeine Informationen über den FK Metalist Kharkiv präsentieren konnten, kommen wir nun wieder zur “Königsdisziplin”. Die Mannschaft von Metalist... Starke Techniker in der Offensive und taktische Flexibilität. Das ist die Mannschaft von Metalist Kharkiv

Nachdem wir euch vorhin bereits allgemeine Informationen über den FK Metalist Kharkiv präsentieren konnten, kommen wir nun wieder zur “Königsdisziplin”. Die Mannschaft von Metalist ist taktisch sehr flexibel und vor allem in der Offensive mit großartigen Technikern gespickt, die es Rapid mit Schnelligkeit und Trickreichtum schwer machen werden. Das ist die Mannschaft des “ewigen Dritten” der Ukraine!

Das System

Das Grundsystem von Metalist Kharkiv ist ein 4-2-3-1, das bis vor einem Jahr immer wieder leicht adaptiert wurde. So spielte das Team etwa zwei Wochen vor dem letztjährigen Aufeinandertreffen mit der Wiener Austria gegen Verfolger Karpaty Lviv mit einem 4-1-4-1 und praktizierte zuvor gegen die beiden großen Gegner Dynamo Kiev und Shakhtar Donetsk ein 4-3-2-1. In der vorherigen Saison 2010/11 probierte man auch zweimal ein klassisches 4-3-3, blieb damit aber sieglos. Dagegen spielte man aber auch in Heimspielen nicht selten ein 4-1-3-2.

Dies änderte sich mit der Saison 2012/13. Markevych lässt nun nur noch im 4-2-3-1 spielen, praktizierte dieses System mit solidem Stamm und sehr wenig Rotation in allen zwölf Pflichtspielen der Saison.

Spielweise

Metalist Kharkiv lebt allgemein von großer technischer Klasse im Mittelfeld. Vor allem die Flügelspieler sind extrem schnell und trickreich, aber auch die drei zentralen Mittelfeldspieler, von denen – egal in welcher Konstellation – immer mindestens zwei Box-to-Box spielen, sind vor allem sehr gute Techniker. Die Sturmspitze agiert als falscher Neuner und spielt in kurzem Abstand zum Zehner und auf einer Höhe mit den Flügeln, die jeweils lieber zur Mitte ziehen, als zur Grundlinie zu gehen.

Das für einen Gegner durchaus Zermürbende daran: Metalist begeht für eine Mannschaft, die durchschnittlich ausgeglichene Ballbesitzwerte hat (Metalist spielt sehr zielgerichtet und forciert weniger das Ballbesitzspiel), recht viele Fouls und diese zumeist an taktisch guten Orten. Vor allem Edmar, der „Achter“, ist für dieses Mittel bekannt und kassiert auch zahlreiche gelbe Karten, die dem Team jedoch eher helfen als schaden.

Die Mannschaft von Kharkiv feuert in Relation zu ihrer allgemeinen technischen Überlegenheit gegenüber anderen ukrainischen Teams eher wenige Bälle aufs gegnerische Tor. Durch das inverse Flügelspiel versucht man sich nicht an Hauruckaktionen und schließt hauptsächlich aus sehr guten Lagen ab. Dabei gehen überdurchschnittlich viele Bälle auch aufs Tor. Man könnte zwar meinen, dass Metalist demnach möglichst weit vom Tor wegzuhalten ist und hoch verteidigt werden muss, allerdings sind speziell die Flügel der Ukrainer nicht nur sehr schnell, sondern auch spielintelligent. Im Schnitt laufen die Metalist-Spieler pro Spiel nur zweimal ins Abseits und das obwohl gerade die zentralen Mittelfeldspieler flach gespielte Pässe in die markanten Schnittstellen zwischen Innen- und Außenverteidiger suchen – die Hauptursache für Abseitsstellungen…

Der Torhüter

Der 188cm große Vladimir Disljenkovic (31), der die ukrainische Staatsbürgerschaft hält, allerdings in Serbien geboren ist und auch schon siebenmal für das serbische Team spielte, ist weiterhin nur Ersatzmann. Auch der junge Artur Denchuk (20) ist aktuell noch chancenlos.

Gesetzt ist weiterhin der routinierteste unter den Keepern: Oleksandr Goryainov (37) ist zwar nur 182cm groß, ist aber abgesehen von zwei Jahren Zwischenstation bei Kryvbas Krivoy Rig seit 1997 Stammkeeper von Metalist Kharkiv. In der Vorsaison absolvierte er nur zwölf Ligaspiele und wurde wegen einiger kleinerer Verletzungen immer wieder von Disljenkovic ersetzt. In der laufenden Saison war er bisher verletzungsfrei und somit klar als Nummer Eins gesetzt. Der 37-Jährige ist als ruhender Pol zu bezeichnen, der große Strafraumbeherrschung ausstrahlt, allerdings schnelligkeitsbedingte Probleme im Antizipationsspiel hat.

Die Abwehr

In der Innenverteidigung von Metalist gibt es de facto keinen Chef, sondern zwei gleichberechtigte Spieler mit unterschiedlichen Tugenden. Den organisierenden Part nimmt eher der Argentinier Marco Torsiglieri (24) ein. Der ehemalige Velez-Sarsfield-Spieler gehörte bis Saisonbeginn Sporting Lissabon und wurde nach einer starken Saison 2011/12 nun fix von den Ukrainern verpflichtet. Torsiglieri ist schnell, gut im Spielaufbau und macht aufgrund seines ruhigen, sicheren Spiels wenige Fehler. Gegen bullige Angreifer könnte Torsiglieri, der ähnlich wie PAOK-Verteidiger Matheus eher filigran ist, Probleme bekommen.

Diese Probleme bekommt Papa Gueye (28) definitiv nicht, denn der Senegalese, der bereits seit 2006 für Metalist Kharkiv spielt, ist ein Riese mit durchwegs starker Zweikampfbilanz. Der 192cm große Gueye ist kein besonders guter Fußballer, macht keine technischen Wunderdinge, setzt seinen Gegenspielern aber durch seine starke Physis und seine Fähigkeit schnell hinter den Ball zu kommen stark zu. Außerdem ist Gueye in der ukrainischen Liga einer der besten Kopfballspieler und macht aufgrund dessen in Luftduellen auch wesentlich weniger Fouls als etwa Torsiglieri. Vorsicht ist auch bei offensiven Standards für Metalist geboten, denn Gueye ist wohl der dominanteste Mann, wenn es um systematische Standards in der Offensive geht. Er ist derjenige, der sich in die unmittelbare Gefahrenzone bewegt und den Abschluss sucht. Die kleineren Spieler versuchen bei Standardflanken den Weg für Gueye freizumachen, sodass dieser viel Platz zentral am Fünfmeterraum hat.

Auf den Außenverteidigerpositionen gibt es weiterhin einige Spieler, die auf Einsätze pochen. Rechts gesetzt sollte der Argentinier Cristian Villagra (26) sein. Villagra machte unter Diego Maradona sein Debüt im argentinischen Nationalteam und ist ein Spieler für beide Außenverteidigerpositionen, wobei er bei Metalist hauptsächlich auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz kommt. Der 172cm große Außenverteidiger ist ein harter Arbeiter mit solider Technik und starker Grundschnelligkeit. Allerdings ist er auch jemand, der schnell „heiß läuft“, die Zweikämpfe oft härter angeht, als er müsste. Möglicherweise ist Villagra ein Spieler, den man auf dem Platz ein wenig provozieren muss – sicher ist er allerdings ein Spieler, auf dessen Einwürfe man Acht geben sollte. Wenn Villagra einwirft, entgleitet ihm schon mal so etwas wie eine Flanke…

Der Ersatzmann für die rechte Seite ist Oleg Shelayev, auf den wir noch später zurückkommen.

Die besten Karten auf einen Einsatz als linker Verteidiger hat Sergiy Pshenychnykh (30). Der Linksfuß ist bereits seit 3 ½ Jahren bei Metalist, kam aber über die Rolle eines Ergänzungsspielers erst in der Vorsaison hinaus. Zuvor war er ein klassischer Einwechsler, aber 2011/12 absolvierte er 19 Ligaspiele von Beginn an und in der laufenden Saison spielte er Fininho mit seinen kompromisslosen, defensiv verlässlichen Leistungen aus dem Team. Pshenychnykh kann nicht nur als linker Verteidiger eingesetzt werden, sondern auch im zentralen Mittelfeld oder als Innenverteidiger, ist im Allgemeinen aber ein Spieler der defensiv zumacht um seinem vorgelagerten Offensivspieler Rückendeckung zu geben. Und gerade das ist auf der linken Seite von Metalist Kharkiv sehr wichtig.

Die Alternative für die linke Seite heißt Fininho (27). Fininho, der in der Saison 2010/11 bei Metalist gesetzt war, machte 2012/13 wieder einen Schritt zurück (nur noch elf Spiele von Beginn an) und ist mit einer sehr starken Technik ausgestattet. Allerdings ist Fininho defensiv nicht so sattelfest wie Pshenychnykh und ist daher eher keine Alternative hinter Willian oder Taison.

Für alle vier Positionen verfügt Metalist mit dem routinierten serbischen Abwehrspieler Milan Obradovic (35), der seit 2006 beim Klub ist und letzte Saison erstmals keinen Stammplatz mehr hatte, über ein sehr wertvolles und verlässliches Backup. Früher kam Obradovic hauptsächlich als Innenverteidiger zum Einsatz, doch durch die Verpflichtung des fix gesetzten Torsiglieri, ist Obradovics Platz derzeit eher auf der rechten Abwehrseite. Der siebenfache serbische Teamspieler ist ebenfalls ein guter Techniker, verfügt aber auch über ein starkes Stellungsspiel und kann selbst Druck nach vorne machen. Mit entsprechender Schnelligkeit kann man ihm allerdings zusetzen.

Das defensive Mittelfeld

Der in Brasilien geborene Ukrainer Edmar de Lacerda Aparecida, kurz Edmar (32), ist im defensiven Mittelfeld gesetzt. Vier Jahre lang bildeten Valyayev und Edmar gemeinsam das defensive Mittelfeld von Metalist – und das nicht unerfolgreich. Doch Valyayev verließ den Klub vor einem halben Jahr, um seine Karriere ausklingen zu lassen. Während Valyayev der bessere Organisator war, hatte Edmar die bessere Technik und ist besser im Spielaufbau. Edmar ist quasi ein Spielmacher auf der Position des defensiven Mittelfeldspielers, ist als „Achter“ zu bezeichnen. Durch den Wegfall von Valyayev übernimmt Edmar nun eine etwas defensivere Rolle als noch in der Vorsaison und ist einerseits im Spielaufbau immens wichtig, andererseits ein sehr kontrollierter Zerstörer, der viele taktische Fouls macht.

Neben Edmar spielt derzeit Juan Manuel Torres (27), der vor einem Jahr ablösefrei von Unión San Felipe aus Chile kam. Er kann im Defensivbereich auf vielen verschiedenen Positionen eingesetzt werden. Am Wohlsten fühlt er sich allerdings als arbeitender defensiver Mittelfeldspieler – eine Position auf der er durch sein intensives Laufspiel ein unangenehmer Gegenspieler ist. Allerdings ist Torres auch immer wieder für viele und dumme Fouls gut, ist ähnlich wie Außenverteidiger Villagra ein „Häferl“, das man schon mal ein bisschen piksen kann. Gegen Chernomorets Odessa war Torres einer der schwächsten Spieler auf dem Platz und auch in den Spielen davor war er nicht immer sattelfest.

Torres spielte in der laufenden Saison zwar in fünf von zehn Ligaspielen von Beginn an, wurde zweimal eingewechselt, wurde aber in den letzten Wochen immer wieder vom körperlich robusten Vyacheslav Sharpar (25) ersetzt, der zu Beginn der Saison von einem Leihgeschäft mit Volyn Lutsk zurückkam. Sharpar ist ein recht umsichtiger, 190cm großer defensiver Mittelfeldspieler, der ursprünglich im offensiven Mittelfeld beheimatet war, nach den Nachwuchsabteilungen jedoch nach und nach zurückgezogen wurde. Sharpar ist ein recht ruhiger Spieler, gilt aber dennoch als klassischer Abräumer. Bei offensiven Standards ist er eine gefährliche Waffe für Metalist.

Eine weitere Alternative – sowohl für das defensive Mittelfeld als auch für die rechte Außenverteidigerposition – hat Metalist mit Oleg Shelayev (35). Der langjährige Dnipro-Kicker spielt seit 2009 für Metalist und war in seiner ersten Saison Stammspieler auf verschiedenen Positionen. Shelayev ist ein humor- und kompromissloser Routinier, der im defensiven Mittelfeld aufräumt, ohne Wunderdinge zu machen. Einzig seine guten Distanzschüsse sind in der Ukraine durchaus gefürchtet.

Das offensive Mittelfeld

Der ehemalige Kapitän und gemeinsam mit den später beschriebenen Taison und Willian wohl beste Fußballer des Teams ist der Brasilianer mit der Rückennummer 10: Cleiton Xavier (29). Er spielt seit genau zwei Jahren für Metalist, kostete 3,6 Millionen Euro, und ist ein richtiger Star – mit allen Vor- und Nachteilen. Der Brasilianer ist technisch stark, beidbeinig, torgefährlich und manchmal ein bisschen überheblich. In seinen bisher 45 Pflichtspielen für Metalist Kharkiv erzielte er 13 Tore, bereitete 17 vor und sah zweimal glatt Rot. Man muss dem Brasilianer stark zusetzen, aber nicht zu ungestüm spielen, sondern ihn vorsichtig unter Druck setzen, da sein Trickreichtum ihm einen spielerischen Vorteil gegenüber all seinen Gegenspielern verschaffen wird.

Auf der linken Mittelfeldseite wechseln sich zwei Stars ab: Aktuell hat der nun schon öfter beschriebene Taison (24) noch die besseren Karten gegenüber Willian. Mit 6,3 Millionen Euro Ablösesumme ist er aktuell der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte und bisher erzielte er bereits 14 Pflichtspieltore für die Ukrainer. Taison ist sein sehr explosiver Spieler, enorm schnell auf den ersten Metern, auch auf hohem Tempo trickreich und kaum über 90 Minuten zu beherrschen. Noch hat Taison manchmal Probleme mit dem letzten Pass oder Schuss, trotzdem sollte man ihm einen sehr schnellen Gegenspieler zur Seite stellen, der ihn über 90 Minuten nicht aus den Augen lässt.

Die „Alternative“ – oder eher der zweite Star für den linken Flügel – ist Neuverpflichtung Willian (25). Dieser wiederum ist ein ähnlicher Spielertyp wie Taison, nur nicht ganz so schnell und dynamisch. Dafür ist Willian der bessere Techniker und kompletter, sowie wesentlich stärker im Abschluss. Der Neuling ist als Prototyp eines Flügelstürmers zu bezeichnen und spielte bisher in fünf Pflichtspielen von Beginn an, wurde achtmal eingewechselt.

Im rechten Mittelfeld spielt ein alter Bekannter aus der deutschen Bundesliga: José Ernesto Sosa (27), ehemals über zwei Jahre erfolglos beim FC Bayern München unter Vertrag, kam vor einem Jahr vom SSC Napoli, wo er ebenfalls nur als Ergänzungsspieler verwendet wurde. Bei Metalist fand Sosa allerdings sein Glück und so absolvierte er in der ablaufenden Saison 25 Ligaspiele und kam auch im argentinischen Nationalteam zum Einsatz. Sosa sucht Pässe in die Tiefe, die aber immer wieder etwas zu unpräzise ankommen. Außerdem ist er ein gefürchteter Distanzschütze und ein guter Dribbler. Anders als Taison, der auch defensiv sehr viel arbeitet, verlagert sich Sosa defensiv eher auf Stellungsspiel. Sosa dürfte allerdings binnen kürzester Zeit zu einem äußerst wichtigen Integrationsspieler bei Metalist geworden sein, denn nach nur einem Jahr ist er der Kapitän seiner Mannschaft. Vor allem in den letzten ca. fünf Monaten spielt er in ausgezeichneter Form und stellt einen willkommenen Kontrast zu den dynamischen Spielern im linken Mittelfeld dar. Auch Sosa kam bereits links zum Einsatz, wenn Marlos auf der rechten Seite beginnt.

Marlos (24) wiederum hat in Kharkiv noch nicht den Anschluss gefunden. Der hochveranlagte Flügelspieler kam mit Vorschusslorbeeren in die Ukraine und überzeugte immer wieder punktuell, ist jedoch aufgrund seiner Leistungsschwankungen eher ein Wackelkandidat. In der laufenden Saison ist der Brasilianer, der ebenfalls perfekt ins Flügelspieler-Anforderungsprofil von Metalist passt, wie schon in der Saison davor ein Einwechsler. Gegen Chernomorets Odessa spielte er von Beginn an, wurde jedoch ausgewechselt. Eine Konstellation mit Sosa auf der rechten und Taison oder Willian auf der linken Seite ist somit wesentlich wahrscheinlicher als eine Variante mit Marlos (sofern Metalist nicht rotiert).

Alternative:

* Sebastián Blanco – 24-jähriger, ehemaliger argentinischer Nationalspieler. Zu Beginn der vergangenen Saison musste er einen Kreuzbandriss auskurieren und fand danach nie wieder zu seiner Form. Er kann anstelle von Edmar, Torres oder Sosa auf rechts spielen, wird aktuell einmal mehr behutsam aufgebaut und gelegentlich eingewechselt, wenn man das Spiel durch die Mitte kreativer gestalten will. Statt Sosa hat er aufgrund dessen Kapitänstatus aktuell kaum eine Chance.

Der Angriff

Die Nummer Eins im Sturm ist zur Zeit der Argentinier Jonathan Cristaldo (23), der in der vergangenen Saison 18 Pflichtspieltore erzielte – er kam vor etwa 18 Monaten um fünf Millionen Euro von Velez Sarsfield. Auch Cristaldo passt perfekt in ein 4-2-3-1, arbeitet viel nach hinten, kann Bälle halten und sie verteilen, ist immer für Überraschungsmomente gut. Zudem kann er schon mal ein oder zwei Gegenspieler vernaschen, bevor er den Torabschluss sucht. In der letzten Transferzeit wurde der vorherige Einserstürmer Marko Devic an Shakhtar Donetsk verkauft, was wiederum das kurzpass- und intensivlaufbasierte 4-2-3-1 Metalists festigte. Denn während man mit Devic auch hohe Bälle suchte, hält man mit Cristaldo den Ball flach und die Flügelspieler Taison und Sosa versuchen selbst stärker zur Mitte zu ziehen.

Der zweite Mann für den Angriff ist der ukrainische Routinier und 68-fache Teamspieler Andriy Vorobey (33), Torschützenkönig der Saison 2000/01, als er für Shakhtar Donetsk in 23 Spielen 21 Tore erzielte. Seit nunmehr zwei Jahren spielt der laufstarke Angreifer für Metalist, wurde aber bewusst nur als Ergänzungsspieler geholt. In der letzten Saison kam er auf nur fünf Ligaspiele und auch heuer stehen nur je ein Einsatz in Liga und Cup zu Buche. In der letzten Runde gegen Chernomorets Odessa begann er überraschend als Solospitze. Dies ist jedoch im Europacup nicht noch einmal zu erwarten (nochmal: Sofern Metalist nicht rotiert).

Fazit

Einmal mehr bekommt es eine österreichische Mannschaft mit Metalist Kharkiv zu tun und einmal mehr ist man krasser Außenseiter. Es ist vor allem defensiv sehr schwierig gegen diese Mannschaft anzukommen, weil sie die Möglichkeiten hat, sowohl einer tiefen als auch einer hohen Verteidigung mit verschiedenen Facetten in ihrem Spiel, Schaden zuzufügen. Anzuraten sind definitiv schnelle Außenverteidiger, die das Spiel aber auch ruhig sehr hoch aufbauen dürfen, um vor allem auf der linken Angriffsseite Metalists die Wege von Taison oder Willian zu erweitern. Auf der rechten Abwehrseite ist gegen den weniger explosiven, dafür aber sehr intelligent spielenden Sosa Routine gefragt. Die Abwehr sollte gegen Metalist eher zu tief als zu hoch stehen und im defensiven Mittelfeld ist ein Spieler gefragt, der sehr schnell umschalten kann. In der Offensive wiederum sind schnellere Spieler gegen Kharkiv effizienter, als Akteure, die den Ball halten können bzw. zu lange halten.

Bei defensiven Ballgewinnen darf man auf der linken Abwehrseite von Metalist größere Lücken erwarten als auf der rechten, weil die Abstände zwischen Pshenykhnych und Taison/Willian größer sind, als zwischen Villagra und Sosa. Kleinere Provokationen sind vor allem gegen Villagra und Torres zu suchen und auch Cleiton Xavier ist nicht frei von Undiszipliniertheiten. Distanzschüsse sind unbedingt zu vermeiden, ebenso wie zentrale Freistöße in Strafraumnähe. Freistöße, die Metalist als Flanke vors Tor bringen kann, sind weniger gefährlich – aber nur wenn man Papa Gueye im Griff hat…

Daniel Mandl, www.abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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