Folge 5: Real – Dortmund 1998 oder der “Torfall von Madrid“. Ein Bericht über ein Spiel, bei dem das erste Tor schon vor Anpfiff... Football at its best – die bemerkenswertesten, kuriosesten, legendärsten Fußballspiele aller Zeiten (Teil 5)

Folge 5: Real – Dortmund 1998 oder der “Torfall von Madrid“. Ein Bericht über ein Spiel, bei dem das erste Tor schon vor Anpfiff gefallen ist. Und noch dazu war es ein Spiel, das einen denkwürdigen Fernseh-Moment hervorbrachte.

1. April 1998 aber kein Aprilscherz: Warum das Spiel zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund durch eine skurrile Panne erst mit 76 Minuten Verspätung angepfiffen wurde und warum es ein legendärer TV-Moment wurde. Aber alles der Reihe nach.

Champions League Halbfinale

Alles war angerichtet für einen perfekten Fußball-Abend im Madrider Estadio Santiago Bernabéu. Das Hinspiel im Champions League Halbfinale der Saison 1997/1998 zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund stand an. Das Stadion war bis auf den letzten Platz gefüllt und Millionen Fernsehzuschauer freuten sich auf ein spannendes Spiel. Und dann das.

Der Torfall

Unmittelbar vor dem Anpfiff hatten spanische Fans die Verbindungsstangen zwischen Tor und dem Begrenzungszaun eingerissen, woraufhin das Tor vor der Süd-Tribüne zusammenbrach. Nach einigen Minuten der Ratlosigkeit auf Seiten der Verantwortlichen der UEFA war eines schnell klar – dieses Tor würde heute nicht mehr zu gebrauchen sein. Der Schiedsrichter schickte Spieler und Betreuer zurück in die Kabinen. Ein neues Tor musste nun her. Man könnte meinen, es würde nicht allzu schwer sein in einem Fußballstadion ein Tor aufzutreiben – weit gefehlt.

Das lange Warten auf ein Tor

Es folgte nun der Auftakt zu langwierigen Bemühungen wieder einwandfreie Spielbedingungen herzustellen. Im Stadion und in unmittelbarer Umgebung gab es kein entsprechendes Fußballtor. Man musste schließlich ein Tor aus einem etwas weiter entfernten Trainingszentrum herankarren. Das dauerte natürlich seine Zeit. Das kaputte Tor musste auch noch vollständig abgebaut werden und als nach über einer Stunde das neue Tor im Stadion eintraf schien das Warten endlich ein Ende zu haben. Und tatsächlich – das Spiel konnte mit einer Verspätung von 76 Minuten schließlich doch noch angepfiffen werden.

Legendärer Fernsehmoment im deutschen TV

Die Zeit bis dahin mussten sich nicht nur viele Fußball-Fans gedulden, sondern auch für die Kommentatoren von RTL, Marcel Reif und Günther Jauch, stellte dies eine Ausnahmesituation dar. Da zunächst nicht klar war wie lange sich das Spiel verschieben würde, waren beide Moderatoren darum bemüht, die Fernsehzuschauer möglichst kurzweilig zu unterhalten. Jauch und Reif liefen an diesem Abend zu humoristischer Höchstform auf.

Hier auszugsweise einige Zitate der beiden Herren:

Günther Jauch:

„Falls Sie erst später eingeschaltet haben – das erste Tor ist schon gefallen“

„Wir brauchen unbedingt ein schnelles Tor.“

Marcel Reif:

„Ein Tor würde dem Spiel gut tun.“

“Aber haben wir nicht früher auch nur auf ein Tor gespielt, und drei Ecken waren ein Elfer? “

Top-Quoten und Auszeichnung

Die Vorberichte zum Spiel sahen in Deutschland insgesamt zwölf Millionen Zuschauer auf RTL. Das Spiel selbst verfolgten aber nur noch halb so viele Zuschauer. Für die originelle Live-Berichterstattung vom „Torfall von Madrid“ wurden Jauch und Reif mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet und wurden für den renommierten Grimme-Preis nominiert.

Und das Spiel?

Das Spiel selbst rutschte durch dieses Ereignis natürlich in den Hintergrund. Aber auch im Spiel selbst fielen Tore. Real Madrid gewann die Partie durch Tore von Morientes und Karembeu mit 2:0 und legte damit den Grundstein zum späteren Finaleinzug, denn das Rückspiel in Dortmund würde torlos enden. Im Finale besiegte man dann auch noch Juventus Turin und holte so sich den Titel in der Champions League.

Und hier ein Video zum „Torfall von Madrid“:

fußboller, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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