Diese und nächste Woche bekommt es Rapid in der „Round of 32“ der Europa League mit dem italienischen Traditionsverein Inter Mailand zu tun. Mit... Inter Mailand und die Probleme mit österreichischen Gegnern

Diese und nächste Woche bekommt es Rapid in der „Round of 32“ der Europa League mit dem italienischen Traditionsverein Inter Mailand zu tun. Mit Inter hat Rapid eine Geschichte, aber seit dem letzten Aufeinandertreffen hat sich bei den Nerazzurri viel getan.

Der 1908 gegründete Verein ist der einzige, der seit Gründung der Serie A durchgehend an der höchsten Spielklasse teilnahm. Die legendäre Heimstätte, das Giuseppe-Meazza-Stadion oder San Siro, teilt sich Inter mit dem Stadtrivalen AC Milan. Zwischen den beiden Teams kommt es angesichts der Rivalität zu relativ vielen direkten Spielertransfers. Als Grund dafür werden gerne die Spielerfrauen genannt, die sich in der Modemetropole sehr wohl fühlen und sich deswegen in der Vergangenheit schon mal vehement gegen eine andere Stadt aussprachen. Gegen den AC Milan bestreitet Inter das Derby della Madonnina und die Rivalität zu Juventus Turin gipfelt zumindest zweimal jährlich im Derby D’Italia.

Große Nummer in Europa

Inter holte 18 italienische Meisterschaften, zuletzt 2010 als Endpunkt einer fünfjährigen Meisterserie. Der letzte der sieben Erfolge in der Coppa Italia gelang 2011. Die Champions League bzw. den Vorgängerbewerb Landesmeisterpokal gewann Inter dreimal, zuletzt in der letzten Meistersaison unter José Mourinho 2010. Die anderen beiden Triumphe gelangen in den 60er-Jahren. Den UEFA-Cup gewann Inter Mailand in den 90er-Jahren dreimal. Mit Lothar Matthäus und Ronaldo wurden zwei Inter-Kicker jeweils zweimal zum Weltfußballer gekürt.

Legendäre Rekordspieler

Die beiden größten Vereinslegenden Inters sind ein Argentinier und ein originaler Mailänder: Javier Zanetti bestritt zwischen 1995 und 2014 unglaubliche 858 Spiele für Inter. Dahinter folgt der Abwehrspieler Giuseppe Bergomi mit 756 Spielen. Die meisten Tore für Inter erzielte der Namenspatron des Stadions: Giuseppe Meazza jubelte 284-mal im Inter-Dress – und spielte darüber hinaus auch für den AC Milan und Juventus Turin.

27-jähriger Präsident aus China

Wie immer mehr europäische Vereine ist auch Inter seit 2016 „mehrheitlich chinesisch“. Die Suning Holdings Group kaufte im damaligen Sommer 68,55% der Anteile des Klubs und ist damit klarer Mehrheitseigentümer. Dieser Coup kostete den asiatischen Konzern 270 Millionen Euro. Mit Steven Zhang wurde damals ein chinesischer Geschäftsmann ins Präsidium des Klubs aufgenommen. Der erst 27-jährige Zhang ist seit vergangenem Oktober Präsident von Inter.

Gegen Österreicher tat man sich immer wieder schwer

Gegen österreichische Klubs spielte Inter in sämtlichen Europacups siebenmal und hat dabei nur eine leicht positive Bilanz. Das berühmteste Duell gab es natürlich im UEFA-Cup-Finale 1994, als Austria Salzburg in Hin- und Rückspiel jeweils mit 1:0 besiegt wurde. 1996 setzte sich Inter erst im Elfmeterschießen gegen den GAK durch und sowohl 1983 gegen die Austria, als auch 1973 gegen die Admira schieden die Italiener aus.

Sensationeller Erfolg im Hanappi-Stadion

Die bisher einzigen Duelle mit Rapid gab es in der ersten Runde der UEFA-Cups 1990/91. Im Hinspiel vor 15.000 Zuschauern im Gerhard-Hanappi-Stadion erzielte Matthäus das frühe 1:0 für Inter, aber Rapid drehte durch Tore von Pfeifenberger und Keglevits die Partie und siegte mit 2:1. Im Rückspiel fehlte nicht viel zu einer Sensation, obwohl „Eisenfuß“ Robert Pecl bereits nach 18 Minuten Rot sah. Erst in der letzten halben Stunde des Spiels erzielte Nicola Berti zwei Treffer, aber der Anschlusstreffer durch Franz Weber in der Schlussminute brachte Rapid bis in die Verlängerung, wo Jürgen Klinsmann das 3:1 für Inter erzielte und damit doch noch den mühsamen Aufstieg fixierte. Inter spielte damals mit Kapazundern wie Zenga, Bergomi, Battistini, Brehme, Berti, Matthäus, Klinsmann und Serena. Im Anschluss schaltete Inter Aston Villa, Partizan Belgrad, Atalanta Bergamo und Sporting Lissabon aus und setzte sich im Finale in Hin- und Rückspiel gegen die AS Roma durch. Schwerer als gegen Rapid tat sich der UEFA-Cup-Sieger aber gegen keinen der weiteren Gegner…

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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