Am Sonntag um 20.45 Uhr ist es im Estadio Santiago Bernabéu soweit. Das zweite El Clásico in der laufenden La Liga-Saison steht an. In... El Clásico: Der FC Barcelona zum Siegen verdammt

_Real Madrid vs FC BarcelonaAm Sonntag um 20.45 Uhr ist es im Estadio Santiago Bernabéu soweit. Das zweite El Clásico in der laufenden La Liga-Saison steht an. In der 33. Runde der Primera División trifft der Tabellenführer Real Madrid auf den Zweitplatzierten FC Barcelona. Ein Duell auf Augenhöhe mit einer möglichen Vorentscheidung in der Meisterschaft. Eine kurze Gegenüberstellung der beiden spanischen Weltklubs sowie ihre jeweiligen Stärken und Schwächen.

Statistik

Wenn man sich die Statistik vor diesem Duell näher führt, kann keiner der beiden Teams als Favorit ausgemacht werden. In den letzten zwölf Spielen zwischen diesen beiden Mannschaften gab es fünf Siege für Real Madrid, drei Remis und vier volle Erfolge für den Barça. Die letzte Partie im Bernabéu gewann der FC Barcelona im November 2015 mit 4:0.

Das letzte Aufeinandertreffen fand im Rahmen der spanischen Meisterschaft Anfang Dezember statt. Am 14. Spieltag ereignete sich im Camp Nou eine 1:1-Punkteteilung. Die Hausherren gingen damals durch Luis Suárez 1:0 in Front, ehe Sergio Ramos in der 90. Minute per Kopf noch für den Ausgleich sorgte.

Die Stärken und Schwächen von Real Madrid

Eine der größten Stärken von Real Madrid ist die Offensive. Die Königlichen erzielten in 31 Partien starke 82 Treffer. Damit stellt man hinter Barcelona die beste Offensive der Liga. Gleichzeitig hat Real in den letzten 55 Spielen immer mindestens ein Tor erzielt und somit einen neuen Rekord aufgestellt. Der FC Barcelona hatte vor 73 Jahren den alten Top-Wert von 44 Spielen in Folge aufgestellt. Das letzte Mal, dass der Hauptstadtklub ohne Torerfolg blieb ist mittlerweile schon fast ein Jahr her. Damals setzte es im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals bei Manchester City ein 0:0. Seitdem wurde immer mindestens einmal gejubelt.

Ein wichtiger Aspekt könnte die Variabilität und die Breite des Kaders der Königlichen darstellen. In den letzten vier Ligaspielen kamen insgesamt 22 verschiedene Akteure zum Einsatz. Die verschiedenen Spieler überzeugten dabei alle größtenteils mit guten Leistungen. Alle Feldspieler haben bereits zumindest einen Saisontreffer wettbewerbsübergreifend auf ihren Konto, ausgenommen den „dauerverletzten“ Linksverteidiger Fábio Coentrão.

Ein weiterer Punkt der für die Madrilenen spricht ist die aktuelle Form. Von den letzten zehn Pflichtspielen ging der Hauptstadtklub neunmal als Sieger vom Platz. Gegner wie Bayern München, SSC Napoli oder Athletic Bilbao hatten immer das Nachsehen gegenüber dem weißen Ballett. Nur einmal kam es beim Remis im Stadtderby gegen Atlético zu einem Punktverlust.

Real Madrid hat mit zwölf gewonnen (von 16) Heimspielen die beste Heimbilanz der gesamten spanischen Liga. Nur viermal kam es zu einer Punkteteilung. Damit hat die Elf um Trainer Zinédine Zidane 40 von möglichen 48 Punkten im eigenen Stadion geholt.

Zidane über die Ausgangslage vor der wichtigen Partie: „Es ist eine Partie, in der du arbeiten und kämpfen musst. Von daher sind wir kein Favorit. Die Leute können denken, dass eine Mannschaft mehr Favorit ist als die andere. Ich denke das aber nicht. Wir werden gegen eine große Mannschaft spielen und das wissen wir. Wir werden uns sehr gut vorbereiten, mehr nicht. Details werden mit Sicherheit entscheidend sein, das haben wir am Dienstag schon gesehen. Dessen sind wir uns aber bewusst. Ich möchte ein gutes Spiel meiner Mannschaft sehen. Wir müssen stark beginnen und wissen, dass wir mit Intensität und Rhythmus jeder Mannschaft Probleme bereiten können.“ (Quelle: ~ Realtotal.de)

Eine Schwäche beim Team aus Madrid könnte die Defensive darstellen. Die Königlichen haben in den letzten 13 Pflichtspielen, bis auf den 3:0-Erfolg gegen Deporitvo Alavés, immer mindestens einen Gegentreffer kassiert. Zu oft leistet sich der Hauptstadtklub individuelle Patzer in der Abwehr oder unnötige Ballverluste im Mittelfeld, die häufig zu vermeidbaren Gegentoren führen. Mit insgesamt 33 Gegentoren hat der amtierende Champions-League-Sieger zwar einen passablen Wert zu bieten, doch Teams wie Atlético (24), Villarreal (26),  oder Barça (30) sind den Königlichen in dieser Statistik voraus.

Aktuell hält Real Madrid nach 31 Partien, bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz, bei 23 Siegen, sechs Remis, zwei Niederlage und den damit verbundenen 75 Zählern.

Real steht im Champions League Halbfinale

Real Madrid setzte sich am vergangenen Dienstag im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Bayern mit 4:2 nach Verlängerung durch und steht damit in der Runde der besten Vier.

Nach einer sehr umkämpften ersten Spielhälfte mit Chancen auf beiden Seiten geht es mit 0:0 in die Kabinen. Im zweiten Durchgang bringt Robert Lewandowski den FC Bayern per Elfmeter in Front. Real schlägt per Kopfballtreffer durch Cristiano Ronaldo zum 1:1 zurück. Nur 102 Sekunden später gleicht Bayern durch ein Eigentor von Sergio Ramos aus. Sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sieht Bayern-Abräumer Aturo Vidal nach erneutem Foulspiel die Ampelkarte und muss vom Platz. In der Verlängerung übernehmen die Königlichen das Kommando und erzielen dementsprechend das 2:2 beziehungsweise 3:2  durch Ronaldo. Den Schlusspunkt setzt der eingewechselte Marco Asensio zum 4:2.

Die Stärken und Schwächen des FC Barcelonas

Die größte Stärke von Barcelona ist mit Sicherheit die Offensive. Barça besitzt mit 91 Treffern die beste Offensive der Liga. Ausschlaggebend dafür ist unter anderem das Sturmtrio rund um Lionel Messi, Neymar und Luis Suárez, die jede Partie im Alleingang entscheiden können. Die drei Offensivstars haben zusammen 62 Tore erzielt und 38 Torvorlagen gesammelt. Damit sind die drei Ausnahmekönner für mehr als zwei Drittel aller Barcelona-Treffer verantwortlich. Neymar wird den Clásico allerdings aufgrund einer Rot-Sperre verpassen. Statt ihm wird aller Voraussicht nach Paco Alcácer spielen, der auch im vergangenen Ligaspiel die Rolle des Brasilianers übernommen hat.

Eine Schwäche von Barcelona stellt die Defensive dar. Die Mannschaft um Trainer Luis Enrique zeigt immer wieder, dass sie gerade im defensiven Bereich sehr fehleranfällig sein kann. Zu oft passieren vermeidbare Eigenfehler, was auch die Statistik belegt. In den letzten acht Pflichtspielen kassierte die Blaugrana zwölf Gegentore.

„Diesmal ist es ein entscheidender Spieltag. Er kann die Liga entscheiden oder sie wieder sehr offen machen“, so Enrique: „Für uns ist es ein Finale, ohne Zweifel. Mal sehen, was für ein Ergebnis herauskommt und ob die Liga beendet sein wird. Solange mathematisch nichts verloren ist, kann man die Meisterschaft aber nicht für verloren erklären.“ (Quelle: ~ Realtotal.de)

Ein weiterer Faktor der gegen den FC Barcelona spricht ist die aktuelle Form. Von den letzten vier Pflichtspielen konnten die Katalanen nur eines gewinnen. Einmal spielte man Remis und zweimal musste man als Verlierer vom Platz gehen. Barcelona beziehungsweise einige Spieler der Mannschaft scheinen in der entscheidenden Phase der Saison nicht ihre Bestform zu haben.

Dem Team aus Katalonien stehen 22 Siege, sechs Unentschieden, vier Niederlage und die damit verbundenen 72 Zählern zu buche. Man steht damit hinter dem großen Rivalen Real Madrid auf Platz zwei in der Tabelle.

Barcelona sagt adiós zur Champions League

Der FC Barcelona muss sich am Mittwoch im Viertelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin mit einem 0:0 und damit mit einem Gesamtscore von 0:3 aus der Königsklasse verabschieden.

Den Katalanen gelingt kein neuerliches Wunder wie im Achtelfinale gegen Paris Saint Germain. Ein 0:0 zu Hause gegen Juventus Turin reicht nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel bei weitem nicht. Die Hausherren sind zwar bemüht, was die 19 Torschüsse untermauern, doch das Ziel wird zu oft verfehlt. Zudem verteidigt die „Alte Dame“ im Camp Nou geschickt, lässt keine wirklichen Top-Chancen zu und steht damit wie schon 2015 im Halbfinale.

Fazit

Bei einer Pleite von Real Madrid würde die Mannschaft um Trainer Zinédine Zidane wichtige Punkte im Rennen um den Titel liegen lassen. Das weiße Ballett wäre nur mehr punktegleich mit dem FC Barcelona, hätte allerdings die Möglichkeit im Nachtragsspiel gegen Celta Vigo den Drei-Punkte-Vorsprung wieder herzustellen.

Eine Niederlage des FC Barcelonas würde die Meisterschaft in dieser Saison wohl endgültig entscheiden. Die Katalanen hätten in diesem Fall bereits sechs Zähler Rückstand auf die Madrilenen, die bei einem Spiel weniger halten.

Im Estadio Santiago Bernabéu dürfen sich die Fans beider Mannschaften auf eine spannende, hochklassige und hart umkämpfte Partie freuen. Es bleibt abzuwarten wer sich im traditionsreichen El Clásico schlussendlich durchsetzen kann.

Voraussichtliche Aufstellung Real Madrid (4-3-3)
1 Navas – 2 Carvajal, 6 Nacho, 4 Ramos, 12 Marcelo – 19 Modrić, 14 Casemiro, 8 Kroos – 11 Bale, 9 Benzema, 7 Ronaldo

Voraussichtliche Aufstellung FC Barcelona (4-3-3)
1 Ter Stegen – 20 Roberto, 14 Mascherano, 23 Umtiti, 18 Alba – 4 Rakitić, 5 Busquets, 8 Iniesta – 10 Messi, 9 Suárez, 17 Alcácer

Alexander Friedl, abseits.at

Alexander Friedl

• Kommunikationwissenschaft/ Sportjournalismus Student in Salzburg • Spezialgebiet: spanische Liga (Primera División) • Facebook: Alexander Friedl • Twitter: alexfriedl_2 •

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