Heute stellen wir euch wieder zwei interessante Fußballer vor, die in den weniger bekannten Teams der U21-Europameisterschaft zum Einsatz kommen. Island und Weißrussland sind... Die Underdogs der U21-EM: Island und Weißrussland

Heute stellen wir euch wieder zwei interessante Fußballer vor, die in den weniger bekannten Teams der U21-Europameisterschaft zum Einsatz kommen. Island und Weißrussland sind die Underdogs der Gruppe A, allerding körperlich robuste Teams, die nicht zu unterschätzen sind.

Der 21jährige Isländer kam in der Qualifikation zur Europameisterschaft regelmäßig zum Einsatz, belegte in der internen Scorerliste mit 3 Toren aus 7 Spielen allerdings „nur“ Platz 5. In der A-Nationalmannschaft debütierte Sigthorsson im März 2010 und hält nach 6 Spielen bei 3 Toren. Der junge Angreifer begann seine Karriere in der Heimat und gab sein Debut in der höchsten Spielklasse in der Saison 2006. Ein Jahr später wechselte er ohne herausragende Resultate zum niederländischen Spitzenverein AZ Alkmaar und wurde 3 Jahre lang in der zweiten Mannschaft eingesetzt.

EREDIVISIE-BOMBER VON DER VULKANINSEL

In der Saison 2008/09 wechselte sein aktueller Sturmpartner in der U21 Nationalmannschaft – Johann Gudmundsson – ebenfalls zu dem Klub aus Nordholland. In der abgelaufenen Saison wurden die beiden Isländer in den Profikader von AZ aufgenommen und kamen zu regelmäßigen Einsätzen.
Vorallem Sigthorsson konnte dem Spiel des späteren Viertplatzierten der Eredivisie seinen Stempel aufdrücken und zum ersten Mal in seiner Karriere wirklich für Furore sorgen. In insgesamt 32 Einsätzen erzielte er 15 Treffer, wobei ihm gegen VVV Venlo 5 Tore in einem Spiel gelangen.

BEWEGLICH UND VIELSEITIG

Der 1,81 Meter große Stürmer gilt als bewegliche und lauffreudige Speerspitze. Sigthorsson erzielte so gut wie all seine 15 Saisontore im Sechzehner aus 7-8 Metern zentral vor dem Tor. So übereinstimmend und auf den ersten Blick ausrechenbar seine Abschlüsse scheinen, so vielseitig ist der Weg dorthin. Kopfballtore, Verarbeitung nach Steilpässen am 16er oder aus der Tiefe, Volleyabnahmen, oder einfach nur staubtrockene Vollendungen von Stanglpässen. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem enorm gefährlichen Stürmer, der zudem über eine hohe Spielantizipation verfügt und oftmals wesentlich schneller als der Gegenspieler reagiert, oder mögliche freie Räume und potentiell gefährliche Situationen erahnt.

AUF GUTE MITSPIELER ANGEWIESEN

Seine explosionsartige Leistungssteigerung in der abgelaufenen Saison gibt den Isländern Anlass zur Hoffnung, auch bei der EM von seiner Treffsicherheit zu profitieren. Wenn die Mannschaft ihr Potential (allen voran Hoffenheimakteur Gylfi Sigurdsson) ausschöpfen kann und Sigthorsson in aussichtsreiche Positionen bringt, spielt eventuell bald der nächste Isländer bei einem der Topvereine in Europa. Ein Unsicherheitsfaktor in dieser Annahme ist die Spielstärke der eigenen Mannschaft. Alkmaar gehört zur Zeit zu den besten niederländischen Vereinen und kann dem Gegner in den meisten Begegnungen sein Spiel aufzwingen, bzw. eher agieren als reagieren. Gegen Konkurrenten auf Augenhöhe hat Sigthorsson nur ein Mal getroffen – gegen Ajax in der Hinrunde. Somit bleibt abzuwarten, wie die doch eher als Außenseiter gehandelten Isländer ihr Spiel aufziehen und ihren Topstürmer mit brauchbaren Vorlagen füttern können.

WEISSRUSSE IN ITALIEN

Mikhail Sivakov ist ein zentraler Mittelfeldspieler, der sowohl einen defensiven, als auch offensiven Part übernehmen kann. Sein Debut in der höchsten Spielklasse feierte der 186 cm große Sivakov in der Saison 2005 beim weißrussischen Vorzeigeklub BATE Borisov. Nach drei Saisonen mit wenigen Einsätzen schien er sich 2008 mit 23 Spielen und drei Toren im Verein etabliert zu haben. Durch seine Leistungen hat er den Weg in einige Notizbücher gefunden und schließlich für drei Jahre bei Cagliari unterschrieben (Ablösesumme 450.000€). Mit diesem Wechsel sollte er allerdings nicht glücklich werden, konnte er in diesen 3 Jahren schlussendlich nur 3 magere Kurzeinsätze verbuchen. Etwas besser lief es für ihn, als er zwischenzeitlich für ein halbes Jahr an Piacenza verliehen wurde und dort immerhin zu 15 Einsätzen und 2 Toren kam.

CHAMPIONS LEAGUE UND EKSTRAKLASA

In der letzten Wintertransferzeit brach er seine Zelte in Italien ab und wechselte zu Wisla Krakau nach Polen. Mit 14 Einsätzen und einem Tor verlief dieses halbe Jahr einigermaßen zufriedenstellend und man wird sehen, ob Wisla im Juli die Option auf den Mittelfeldspieler zieht.
Sivakov hat bereits mit BATE Borisov Champions League Erfahrung gesammelt und in der Qualifikation gegen Anderlecht und Levski, sowie später in der Gruppenphase gegen Real Madrid und Juventus Turin 4 Spiele über die vollen 90 Minuten absolviert (in den restlichen Partien wurde er jeweils ein- oder ausgewechselt, so auch 2 mal gegen den dritten Gruppengegner Zenit St. Petersburg). In seinen Partien über die volle Distanz setzte es lediglich eine Niederlage in Madrid. Der erste Auftritt in der Königsklasse verlief für BATE durchwachsen. In einer sehr starken Gruppe konnte man 3 Unentschieden erringen und ging 3mal als Verlierer vom Platz. Sivakov kam in seinen 5 Einsätzen in der Gruppenphase ohne gelbe Karte aus, in der Quali sah er je 1 Mal gegen Anderlecht und Levski den gelben Karton.

Als defensiver Mittelfeldspieler spricht es durchaus für ihn, dass er in sämtlichen knappen Spielen in der CL keine Karte gesehen hat, er also über technisches Rüstzeug und Antizipation verfügt, um seine Foulstatistik niedrig zu halten.

Daniel Walter, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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