Die 18.Auflage der U21 EM-Endrunde wird diesen Juni zum ersten Mal in Dänemark ausgetragen. Die Leistungsdichte in dieser Altersklasse befindet sich auch einem qualitativ... Die Toptalente der U21-EM – Teil 1

Die 18.Auflage der U21 EM-Endrunde wird diesen Juni zum ersten Mal in Dänemark ausgetragen. Die Leistungsdichte in dieser Altersklasse befindet sich auch einem qualitativ hochwertigen Niveau und so verwundert es nicht, dass nur 3 von 8 Teams ihren Erfolg von der Qualifikation zur Europameisterschaft 2009 wiederholen konnten.

Ein weiterer Indikator für die hohe Qualität: Der aktuelle Titelträger Deutschland wird seinen Titel nicht verteidigen können, da bereits die Qualifikation deutlich verpasst wurde. Neben Spanien und England schafften die allgemein etwas unterschätzten Weißrussen den neuerlichen und vielumjubelten Einzug in die Finalrunde. Eröffnet wird das Turnier heute mit der Gruppe A und dem Duell des Gastgebers Dänemark gegen die Schweiz und der Partie Weißrussland gegen Island.

Die Qualität der teilnehmenden Mannschaft in dieser Altersklasse ist enorm – man trifft hier unter Anderem auf aktuelle Champions-League-Sieger, Spielgestalter der deutschen Bundesliga und Sturmtanks nächstjähriger Europacupstarter in Italien und Holland. Neben den bereits bekannten und etablierten Stars wie zum Beispiel Bojan Krkic, Juan Mata und Daniel Sturridge, die bereits jetzt bei absoluten Topclubs in Europa unter Vertrag stehen, gibt es eine Vielzahl an interessanten Spielern, deren Stern möglicherweise bei der Europameisterschaft in Dänemark aufgeht – Grund genug für uns den heutigen Auftakt zu nützen, um jeweils einen herausragenden Spieler der 4 Mannschaften in Gruppe A vorzustellen.

CHRISTIAN ERIKSEN – HOFFNUNG DÄNEMARKS

Der 19 jährige zentraloffensive Mittelfeldmotor von Ajax Amsterdam zählt gemeinsam mit Zanka Jörgensen zu den ganz großen dänischen Zukunftshoffnungen. Nach etlichen Auszeichnungen und Titelgewinnen in und mit den Jugendmannschaften von Odense, konnte sich Ajax Amsterdam seine Dienste sichern und dabei den großen FC Barcelona und FC Chelsea ausstechen. Eriksen ließ sich trotz seines Alters nicht von diesen Angeboten blenden und entschied sich vorerst für einen Verein bei dem er realistische Chancen für einen Platz in der Stammmannschaft sah. Sein Debüt für die Kampfmannschaft gab er 2 Wochen vor seinem 18.Geburtstag. Mittlerweile kann er auf 43 Ligaspiele (26 von Beginn an) mit 6 Toren, einen Einsatz gegen Juventus Turin im sechzehntel Finale der Europa League und Spiele im A-Nationalteam, samt Teilnahme an der WM 2010 in Südafrika zurückblicken (14 Spiele/ 1 Tor).

DRIBBLER MIT DEFENSIVEN MÄNGELN

Eriksen ist ein wendiger, schneller Spieler mit herausragender Technik und gutem Abschluss. Am Besten kommt er direkt hinter den Spitzen zur Geltung und kann Spiele/Aktionen sehr gut lesen. Seine Beidbeinigkeit trägt maßgeblich dazu bei, das Spiel in seiner gesamten Breite nach vorne zu nützen und vor allem zu öffnen. Seine Schwächen liegen eindeutig im defensiven Bereich und mit der eher schmächtigen Statur und Körpergröße von 175cm strahlt er im verteidigenden Zweikampf für seine Gegner weit weniger Gefahr aus. Wenn er dieses Manko in den nächsten 2-3 Jahren beheben kann, ist er sicherlich ein Kandidat für eine Position in Europas Topklubs.

TSCHECHISCHE STÜRMERTRADITION – TOMAS PEKHART

Tomas Pekhart ist der Shootingstar im tschechischen Team und mit 9 Toren in 6 Spielen maßgeblich an der erfolgreichen EM-Qualifikation seiner Mannschaft beteiligt. Der 22jährige, klassische Mittelstürmer agierte in der Nationalmannschaft oft als Solospitze, oder in Kombination mit Libor Kozak von Lazio Rom, der sich seinerseits ebenfalls mit einer Körpergröße von 195cm nahtlos in die Tradition baumlanger tschechischer Angreifer einfügt.

JUNG NACH ENGLAND

Aufgrund seiner Robustheit, Körpergröße und Abschlussstärke fand sein Name relativ früh den Weg in internationale Notizbücher. In der Saison 2006 sicherte sich Tottenham Hotspur die Dienste des damals 17jährigen. Pekhart spielte erfolgreich im B-Team der Spurs, ließ sich aber in der Saison 08/09 in die zweite englische Liga zu Southampton und später in die heimische Liga zu Slavia Prag verleihen, wo er auch sein Debüt in der ersten Liga gab. Schon früh in der Saison hatte er mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, wodurch er aus der ersten Mannschaft rutschte und keinen Anschluss mehr fand. Im Jänner 2010 wurde er schließlich von Jablonec verpflichtet. Bis hierher fragt man sich vielleicht, wieso gerade Pekhart in dem Artikel über Shootingstars Erwähnung findet. Hierzu muss man sich unter anderem die Besetzung der Tottenham Hotspurs im Sturm ansehen: 2009/10 gingen die Londoner mit Peter Crouch, Jermain Defoe, Eidur Gudjohnsen und Roman Pavlyuchenko in die Saison…

GEFÜRCHTETER SCORER IN DER HEIMISCHEN LIGA

Mit seinem Transfer nach Jablonec ging es auch mit seiner Karriere wieder bergauf und er etablierte sich im ersten Halbjahr in der Startformation. In der abgelaufenen Saison erzielte er in 15 Spielen 11 Tore für sein Team. Durch diese starke Ausbeute, kombiniert mit seinem Alter und den körperlichen Vorzügen wurde der Vizemeister der abgelaufenen Saison – Sparta Prag – auf ihn aufmerksam und holte den Torjäger für das Frühjahr in die Hauptstadt. Mit 9 Einsätzen und 7 Toren hatte er maßgeblichen Anteil am Erfolgslauf von Sparta (31 Punkte in 13 Spielen), es sollte am Ende trotz Reduzierung des Rückstandes um einen Punkt nur zu Platz zwei hinter Viktoria Plzen reichen.

UM ZWEI MILLIONEN ZUM „CLUB“

Seine erste herausragende Saison brachte dem Tschechen Ende Mai 2011 einen Vertrag beim Sechsten der abgelaufenen Bundesligasaison ein – er wird den Angriff des 1. FC Nürnberg verstärken und wechselte für eine Ablösesumme von 2 Millionen zu den „Klubberern“. Pekhart wird den deutschen Traditionsverein mit seiner physischen Präsenz, seiner Durchschlagskraft am Boden und vor allem in der Luft (vor allem bei offensiven und defensiven Standardsituationen) und seinem Torriecher verstärken. Sämtliche Tore erzielt er innerhalb des 16ers und wie jeder Spieler seines Formats ist er auf ein starkes Mittelfeld und regelmäßige Hereingaben in den Strafraum angewiesen.

Morgen: Die Sternchen aus Island und Weißrussland…

Daniel Walter, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen