Markige Sprüche und skurrile Auftritte aller Art waren seit jeher ganz die Sache von Adi Pinter, seines Zeichens Trainer, Mentalcoach und selbsternannter Wunderwuzzi. Was... Pfosten der Woche (KW 46) – Adi Pinter

Markige Sprüche und skurrile Auftritte aller Art waren seit jeher ganz die Sache von Adi Pinter, seines Zeichens Trainer, Mentalcoach und selbsternannter Wunderwuzzi. Was Pinter sich im Zuge des Auswärtsspiels seines Klubs Pasching gegen den GAK geleistet hat, grenzt allerdings an nackten Wahnsinn.

Seit einem knappen Monat trainierte Pinter also den Regionalligisten FC Pasching, ehe es am vergangenen Wochenende zum Duell mit den Grazer Athletikern kam – just mit jenem Verein, dem von Kindesbeinen an Pinters uneingeschränkte Zuneigung gehört, bei dem er seine Profikarriere als Spieler begonnen und den er Ende der 80er-Jahre auch erfolgreich trainierte hatte. Und schon im Vorfeld der Partie kündigte er eine Überraschung für die GAK-Anhänger an:

„Wer am Samstag nicht dabei ist, wird sich noch lange ärgern. Ich werde den treuen Fans in der Kurve ein Geschenk machen, von dem sie noch die nächsten 100 Jahre reden werden.“

Die Frage, ob Pinter mit diesem Geschenk – was auch immer darunter zu verstehen sei – nicht Gefahr laufe, den eigenen Verein vor den Kopf zu stoßen, beantwortete der “rote Messias” mit dem ihm eigenen Einfühlungsvermögen so:

„Das werden sie schon verstehen. Man muss zum Lachen ja nicht in den Keller gehen.

Spätestens an dieser Stelle hätten bei Pasching-Präsident Helmut Nussbaumer die Alarmglocken schrillen müssen, doch nach eigener Aussage wurde er von dem, was er kurz vor Anpfiff in der UPC-Arena zu sehen bekam, völlig überrascht: Pinter trat vor die Kurve der Grazer Fans und streifte den Mantel ab; zum Vorschein kam eine rote Krawatte und ein weißes Hemd, auf dessen Rückseite das GAK-Logo prangte. Doch damit nicht genug: Pinter entledigte sich auch noch des Hemdes und präsentierte den Fans seinen nackten Oberkörper samt GAK-Schriftzug auf dem Rücken.

Ob Nussbaumer angesichts dieser Szenen gelacht hat und wenn ja, wo er dies tat, ist nicht überliefert; nach dem 0:6-Debakel im darauffolgenden Spiel feuerte der offenkundig humorlose Präsident den Spaßvogel Pinter aber ohne viel Federlesens. Dass Pinter nach 32 Minuten seinen an allen vier bis dahin gefallenen Gegentreffern schuldlosen Tormann austauschte und ihm beim Abgang auch noch den Handshake verweigerte, war da vermutlich nur noch eine unbedeutende Draufgabe.

Zeit und Gesellschaft scheinen jedenfalls wieder einmal noch nicht reif für Pinters revolutionäre Ideen. Das Produkt Fußball mit mehr Sex zu vermarkten, könnte aber durchaus eine Anregung für die Zukunft sein: die Aussicht darauf, dass Peter Stöger beim kommenden Auswärtsspiel der Neustädter in Wien-Favoriten oben  ohne mit frisch gestochenem Austria-Tattoo auf der Brust vor der Osttribüne posiert oder Marcel Koller sich vor dem nächsten Länderspiel gegen die Schweiz pudelnackt und mit helvetischem Kreuz auf dem Hinterteil respektvoll vor den eidgenössischen Fans verbeugt, könnte die Zuschauerzahlen in ungeahnte Höhen treiben.

Eine von Pinters legendärsten Aussagen war die, dass es 2% Genies und 98% Naturdeppen auf dieser Welt gäbe. Sollten noch Restzweifel bestanden haben, in welche dieser Kategorien Pinter selbst einzuordnen ist, dürften diese nunmehr restlos und endgültig beseitigt sein.

(Lichtgestalt)

Lichtgestalt

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