Die ersten 48 von insgesamt 64 Spielen bei der WM-Endrunde in Brasilien sind vorbei, die Gruppenphase abgeschlossen. In einer achtteiligen Serie blickt abseits.at auf... Rückblick auf die WM-Gruppenphase – Gruppe H

Belgien - FlaggeDie ersten 48 von insgesamt 64 Spielen bei der WM-Endrunde in Brasilien sind vorbei, die Gruppenphase abgeschlossen. In einer achtteiligen Serie blickt abseits.at auf die Leistungen der 32 Teams zurück. In diesem Artikel nehmen wir die Gruppe H mit Belgien, Algerien, Russland und Südkorea unter die Lupe.

Belgien: viel Gegenwehr für den Favoriten

Die roten Teufel zählten zum Topf der Geheimfavoriten und aufgrund der Auslosung durfte man von ihnen auch das Überstehen der Gruppenphase ohne weiteres erwarten. Diese Hürde nahmen die Belgier mit Bravour, denn sie gewannen alle drei Spiele – jedoch jeweils nur mit einem Tor Unterschied. Die Gegner spielten in aller Regel sehr tief und abwartend, überließen den Belgiern den Ball. Damit hatten diese durchaus Probleme. Im ersten Spiel gegen Algerien führte ein Konter sogar zu einem Elfmeter und in weiter Folge zu einem 0:1-Rückstand. Dank personeller Wechsel riss Trainer Marc Wilmots das Ruder aber nochmal rum.

Gegen Russland im zweiten Spiel sah man ein ähnliches Bild. Belgien musste das Spiel machen, Russland setzte vereinzelt Konter und kam zweimal gefährlich vor das Tor. Die Entscheidung zugunsten der Belgier fiel erst kurz vor dem Schlusspfiff und dank einer tollen Einzelaktion von Superstar Eden Hazard. Die letzte Partie gegen Südkorea bestritt man weitestgehend mit einer B-Elf und musste sogar einen Ausschluss hinnehmen. Dennoch gewann man. Die taktisch schwierigsten Spiele scheinen die Belgier hinter sich zu haben, denn mit Fortdauer des Turniers werden sie zusehends in die Außenseiterrolle schlüpfen und selbst kontern könne.

Algerien: taktisch flexibel und besser als erwartet

Neben Belgien schaffte überraschenderweise die Auswahl von Algerien den Aufstieg in die KO-Phase. Das Team von Vahid Halilhodzic zeigte dabei zwei verschiedene taktische Gesichter. Im ersten Spiel gegen Belgien stand man sehr tief und setzte auf eine kompakte Strafraumverteidigung. In den anderen beiden Partien versuchte man hingegen dem Spiel den eigenen Rhythmus aufzudrücken, was insbesondere gegen Südkorea äußerst gut gelang. In der ersten Halbzeit stand ein beeindruckendes Schussverhältnis von 12:0 zugunsten der Afrikaner.

Das Entscheidungsspiel gegen die Russen war offener und Algerien musste aufgrund eines frühen Rückstands das Heft stärker in die Hand nehmen. Damit hatten die Algerier aber nicht wirklich große Probleme. Besonders die offensive Mittelfeldreihe mit Abdelmoumene Djabou, Yacine Brahimi und Sofiane Feghouli wusste dabei mit guten Überladungen zu gefallen. Den entscheidenden Treffer zum Ausgleich und damit zum Aufstieg ins Achtelfinale besorgte Stürmer Islam Slimani, der einmal mehr mit seiner Physis Pluspunkte sammelte. Schon gegen Südkorea traf er, weil er seinen Gegenspielern körperlich überlegen war.

Russland: Kleinigkeiten fehlten

Das 1:1 war für Russland insofern bitter, als Torhüter Igor Akinfeev bei der Flanke davor von einem Laserpointer in seiner Sicht behindert wurde. Der 28-Jährige, der eigentlich zu den besseren seines Fachs zählt, leistete sich auch im Auftaktspiel gegen Südkorea einen schweren Patzer, als ihm ein an und für sich ungefährlicher Fernschuss durch die Handschuhe glitt. Egalisiert wurde dieser Zwischenstand durch Aleksandr Kerzhakov, der bei dieser WM nur als Joker zum Einsatz kam.

Erwähnenswerter war jedoch die strategische Umstellung, die Fabio Capello während des Spiels vornahm. Er brachte Kerzhakov nämlich als zusätzlichen Stürmer und den dribbelstarken Alan Dzagoev für die Zehnerposition, wodurch aus dem ursprünglichen 4-1-4-1 eine 4-1-3-2 wurde. Dadurch wurde die Dynamik und Durchschlagskraft in der Angriffszone erhöht und man bekam mehr Zugriff im Pressing bzw. Gegenpressing. Auch wenn das 1:1 letztlich aus einem unübersichtlichen Getümmel im Strafraum fiel, so war diese Reaktion durchaus gut. Allerdings sah man derartige Eingriffe zu selten, sodass das Ausscheiden nicht völlig unverdient zustande kam.

Südkorea: ein klassischer WM-Tourist

Auch Südkorea wurde vor dem Turnier höher als Algerien eingestuft, die Asiaten entpuppten sich aber als klassischer WM-Tourist. Im ersten Spiel holten sie einen unspektakulären Punkt, danach gingen sie gegen stark aufspielende Algerier unter. Im letzten Spiel hatte man gegen fix für das Achtelfinale qualifizierte, durchrotierte und zeitweise dezimierte Belgier noch theoretische Chancen auf die Runde der letzten 32, war aber unterm Strich ohne Chance. Die Tatsache, dass das Team zu den unerfahrensten im ganzen Turnier ist insofern unzulässig, da auch Algerien auf einen Stamm setzte, der erst seit Kurzem die internationale Bühne betrat.

Die besten Elf

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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