Von den Spielern her mag Portugal vielleicht nicht ganz so populär besetzt sein wie Gruppengegner Deutschland oder wie die Topfavoriten Argentinien, Spanien und Brasilien,... Probleme an vorderster Front: Portugals Stärken und Defizite

Raul Meireles - PortugalVon den Spielern her mag Portugal vielleicht nicht ganz so populär besetzt sein wie Gruppengegner Deutschland oder wie die Topfavoriten Argentinien, Spanien und Brasilien, aber sie haben einige enorm starke Spieler, welche von sehr guten und zahlreichen unterschätzten Akteuren unterstützt werden. Diese Mischung könnte bei dieser WM besonders gefährlich sein.

Einer dieser unterschätzten Akteure befindet sich schon im Tor. Rui Patricio spielt zwar in der heimischen portugiesischen Liga, ist aber ein starker Torwart, der sich auch in den Top3-Ligen wohlfühlen würde. Er ist stark im 1-gegen-1, gut bei Elfmetern und spielt stark mit. Mit Fuß oder eben auch in den klassischen Torhütereigenschaften verkörpert er internationale Klasse. Beto ist ein sehr spielstarker Torwart, Eduardo hingegen ein waschechter Elfmeterspezialist. Mit diesen drei Torhütern ist Portugal gut bis sehr gut besetzt.

Torhüter-8

Die Innenverteidigung der Portugiesen ist ebenfalls gut besetzt; hier sind die Namen allerdings schon etwas bekannter. Bruno Alves war vor ein paar Jahren einer der teuersten Innenverteidiger, ist enorm kopfball- und zweikampfstark. Mit Pepe von Real, der zwischen internationaler Klasse und Weltklasse pendelt, bildet er eine sehr gute Verteidigung. Insbesondere bei einem Konterfokus und somit tieferer Ausrichtung nahe am eigenen Strafraum sind sie schwierig zu überwinden. Luis Neto ist ein guter absichernder Innenverteidiger und die dritte Option, Ricardo Costa ist ein klassischer Innenverteidiger und komplettiert das Quartett.

Innenverteidigung-7

Fabio Coentrao und Joao Pereira bilden eine sehr offensivstarke Außenverteidigung, welche immer wieder nach vorne stößt und auch im letzten Spielfelddrittel Breite gibt. Coentrao ist hierbei etwas kreativer, kombinationsstärker und auch defensiv stabiler, während Pereira einen linearen Außenverteidiger gibt, der sich eher simpel in das Angriffsspiel einschaltet. Beide bringen auch immer wieder Flanken in den Strafraum. Als Ersatz gibt es André Almeida, der sowohl als Innen- als auch als Außenverteidiger spielen kann und eher eine defensive Option ist. Ruben Amorim kann ebenfalls aushelfen; er ist offensiver als Almeida und kann auch als Sechser oder als Flügelstürmer agieren.

Außenverteidigung-7

Die Spielfeldmitte spiegelt am stärksten wieder, wie potenziell stark Portugal sein kann. Weder Miguel Veloso, Joao Moutinho noch Raul Meireles sind international in der Weltklasse anerkannt; am ehesten noch Moutinho wegen seinem teuren Transfer im letzten Sommer zu Monaco oder Meireles, der vor einigen Jahren noch in England auf höchstem Level bei Liverpool und Chelsea spielte. Der womöglich wichtigste Akteur, falls er in Form ist, dürfte Veloso sein. Er ist enorm spielintelligent, sichert defensiv ab, fungiert als Balancegeber und unterstützt die anderen Akteure im Aufbauspiel. Seine sicheren Pässe und seine defensiven Fähigkeiten sind äußerst wichtig für das Spiel der Portugiesen. Moutinho und Meireles kümmern sich um die Offensive, sind aber beide ebenfalls gut in der Arbeit gegen den Ball und spielintelligent. William Carvalho – ein Sechser mit intelligenten Vorstößen, körperlicher Präsenz und guter Technik – dient als erster Ersatz. Alternativ kann auch Ruben Amorim wie in der Außenverteidigung aushelfen.

ZentralesMittelfeld-8

Auf den Flügeln agiert Portugals individuell stärkster und bekanntester Spieler: Superstar Cristiano Ronaldo. Er kommt über die linke Seite und ist absolut unumstritten, auf rechts ist Manchester Uniteds Nani seit dem verlorenen Stammplatz beim englischen Rekordmeister allerdings nicht mehr so sicher gesetzt. Der dribbelstarke Außenstürmer muss sich um seinen Platz mit dem sehr kreativen und flexiblen Jungstar Rafa Silva sowie Wolfsburgs Flügeldribbler Vieirinha streiten; man merkt – das Dribbling steht auf den Seiten im Fokus. Auch Silvestre Varela ist hier eine Option, auch er ist enorm dribbelstark. Wer spielen wird, ist noch unklar, Nani dürfte aber nach den letzten Jahren noch die Nase vorne haben.

Flügel-8

Im Sturm ist die Auswahl zwar auch groß, aber die Optionen etwas schwächer. Weder Hugo Almeida noch Eder oder Helder Postiga besitzen internationale Klasse. Eder ist ein groß gewachsener Akteur, der mit dem Rücken zum Tor gut agiert, während Postiga sich eher direkt für tödliche Pässe anbietet und einen großen Torriecher im Strafraum besitzt. Stammspieler dürfte aber Almeida sein, der mit seinen ausweichenden Läufen auf links Räume für Cristiano Ronaldo öffnet, kopfballstark und solide im Kombinationsspiel ist. Alternativ könnte auch einer der Flügelstürmer, eventuell sogar Cristiano Ronaldo selbst, in die Spitze rücken. Das erscheint aber zurzeit eher unwahrscheinlich.

Angriff-6

Rene Maric

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