Was tat sich am 18. Spieltag der deutschen Bundesliga? Wir fassen die Geschehnisse für euch zusammen! Gladbach schockt Leverkusen Die 2:3-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach... Der 18. Spieltag in Deutschland: Der Winterschlaf ist endgültig vorbei
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Deutsche BUndesliga_abseits.atWas tat sich am 18. Spieltag der deutschen Bundesliga? Wir fassen die Geschehnisse für euch zusammen!

Gladbach schockt Leverkusen

Die 2:3-Heimpleite gegen Borussia Mönchengladbach kann durchaus als sinnbildlich für die bisherige Saison von Bayer Leverkusen betrachtet werden, die aus Sicht der Werkself bisher einfach nur schräg verläuft. Starke Leistungen wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit mit ebensolchen Einbrüchen ab.

Obwohl die Gladbacher zunächst gut in die Partie kamen, war es die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt, die jeweils nach Eckbällen von Hakan Calhanoglu, eiskalt zuschlug. Jonathan Tah und Javier Hernandez sorgten dabei per Kopf für einen Doppelschlag innerhalb von nur drei Minuten. Bis zum Ende der ersten Hälfte hatte Bayer die Begegnung dann auch im Griff – und nichts deutete daraufhin, dass sich daran in der Halbzeit zwei etwas ändern könnte.

Gäste-Trainer Dieter Hecking fand jedoch in der Pause die richtigen Worte – oder Bayer ließ im Glauben der sicheren drei Punkte einfach in jedem Mannschaftsteil nach. Wie so oft war es wohl eine Mischung aus beiden – oder noch mehr – Faktoren, die letztendlich zur Gladbacher Aufholjagd führten. Offensichtlich war jedoch, dass Bayer das Gegenpressing nicht mehr so konsequent und diszipliniert ausführte wie noch in der ersten Hälfte. Gladbachs Offensive nutzte vor allem in den Personen von Lars Stindl und Raffael die sich bietenden Räume.

Erst erzielte Stindl mir einem sehenswerten Treffer, wenn auch aus abseitsverdächtiger Position, das 1:2 in der 52. Minute, ehe der Kapitän der Borussia nur sechs Minuten später auch den Ausgleich markierte. Leverkusen verlor nun  defensiv vollkommen die Ordnung und so rollte eine Gladbacher Angriffswelle nach der anderen auf das Tor von Bernd Leno zu. Die Führung schien nur noch eine Frage der Zeit. Nach einer weiteren ungelenken Indisponiertheit von Tah fiel dieser dann auch in der 71. Minute, wobei Torschütze Raffael sich wohl mit unfairen Mitteln den nötigen Platz verschaffte.

Gladbach feierte damit den ersten Auswärtssieg in dieser Saison und erzielte dabei soviele Tore wie in den vorherigen neun Gastspielen zusammengenommen. Leverkusen kassierte bereits die achte Saisonniederlage. So viele nach 18 Spieltagen waren es zuletzt vor 14 Jahren unter Klaus Toppmöller. Damals schafften die Rheinländer erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt.

Leipzig bezwingt die Unbezwingbaren

Wie Sky-Kommentator Jonas Friedrich richtig festhielt, war RB Leipzig beim 2:1-Sieg über die TSG Hoffenheim die Mannschaft, die ihr System konsequenter durchbrachte. Falls jemand noch nie ein Leipzig-Spiel gesehen haben sollte und sich fragt, warum die Sachsen plötzlich auf Platz zwei der Bundesliga rangieren, könnte zur Erklärung ein Video von dem Heimauftritt gegen die Kraichgauer vorgespielt bekommen.

Mit ihrem intensivem Gegenpressing  sowie den schnellen Leuten in der Offensive und der erstickenden Defensive war diese Begegnung praktisch eine Blaupause der Leipziger Spielweise. Selbst nach dem hervorragend herausgespielten 0:1 der Hoffenheimer durch Nadiem Amiri in der 18. Minute, dem in der Einleitung ein Weltklasse-Pass von Kerem Demirbay voraus ging, entstand nicht der Eindruck, Leipzig wäre auf irgendeine Art und Weise verunsichert. Ganz im Gegenteil: das Team von Ralph Hasenhüttl behielt die Ruhe und zog ihr Spiel weiter durch.

Fast folgerichtig fiel dann in der 38. Minute der Ausgleich durch Timo Werners elften Saisontreffer. Wegbereiter war der abermals überragende Naby Keita, der auch in der Folge von Hoffenheim nicht zu kontrollieren war. Deren Trainer Julian Nagelsmann monierte nach dem Match, seine Spieler hätten sich gegenseitig im Aufbau nicht genug unterstützt. Untermauert wird diese These von einer schlechten Passquote, die für TSG-Verhältnisse mit 66 Prozent ziemlich dürftig ausfiel. Ein Resultat des konsequenten Pressings der Leipziger, die das für gewöhnlich so gute Aufbauspiel von Hoffenheim immer wieder erfolgreich unterbanden.

Aus diesem bereits erwähnten so konsequenten Gegenpressing entstammte auch der Führungstreffer von RB, der nach einem abgefälschten Schuss von Marcel Sabitzer in der 77. Minute fiel. Zuvor hatte Hoffenheims Sandro Wagner nach einem üblen Foul an Stefan Ilsanker zu Recht die Rote Karte gesehen – und das alles vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw.

Leipzig bleibt damit die beste Heimmannschaft der laufenden Saison, während Hoffenheim die erste Niederlage einstecken musste.

Shortnotes

Ingolstadt siegt im Kellerduell: Bei der 1:3-Niederlage in Ingolstadt lieferte der Hamburger SV eine indiskutable Leistung ab und verfiel dabei in die düsteren Zeiten zu Saisonbeginn zurück. Die Schanzer hatten, angetrieben von den starken Torschützen Pascal Groß und Almog Cohen, keine Probleme mit einem schwachen Gegner. Neben den beiden genannten traf für die Ingolstädter noch Markus Suttner, während Hamburgs Gotoku Sakai per Traumtor nur noch für Ergebniskosmetik sorgen konnte.

Wolfsburgs Aufwärtstrend erstmal gestoppt: Obwohl die Wolfsburger durch Mario Gomez im Heimspiel gegen Augsburg früh in Führung gingen, konnten sie ihre kleine Siegesserie von drei gewonnenen Spielen am Stück nicht fortschreiben. Nach dem Tor fühlten sich einige Spieler der Wölfe wohl schon zu sicher. Augsburg nutzte die Unkonzentriertheiten dann eiskalt aus und drehte die Partie durch Tore von Halil Altintop und  Dominik Kohr noch mit 2:1 zu ihren Gunsten.

Schalke verspielt weiterhin Kredit: Unter zahlreichen Pfiffen verließen die Schalker nach der 0:1-Niederlage gegen Frankfurt die heimische Veltins-Arena. Zuvor präsentierten sich die Königsblauen in einer schwachen Bundesligapartie in der Offensive erschreckend harmlos. Hier scheint derzeit niemand in der Lage zu sein, für kreative Lösungen zu sorgen. Die Eintracht hingegen nutzte eine der wenigen sich bietenden Möglichkeiten (Torschütze: Alex Meier) und ließ defensiv mal wieder nichts zu.

Darmstadt – ein Trauerspiel: Zeigten die Lilien in der letzten Partie gegen Gladbach zumindest defensiv noch ein paar vielversprechende Ansätze, fielen sie zu Hause gegen Köln auch in diesem Mannschaftsteil komplett in sich zusammen. Den in den letzten Spielen offensiv eher harmlosen Kölnern wurden die Treffer beim 1:6 quasi auf dem Präsentierteller serviert. Für die Domstädter trafen Yuya Osako (2), Artjom Rudnevs, Milos Jojic und Anthony Modeste. Einen weiteren Treffer besorgte 98-Kapitän Aytac Sulu durch ein Eigentor. Für die Darmstädter war Sidney Sam per Elfmeter erfolgreich.

Dortmund nur mit einem Punkt: Es läuft in der Bundesliga bislang einfach nicht für den BVB. Im Auswärtsspiel bei Mainz 05 ging das Team von Thomas Tuchel früh durch Marco Reus in Führung, konnte danach aber wie so oft in dieser Saison nicht nachlegen. Gegen harmlose Mainzer hätte es trotzdem fast zu drei Punkten gereicht, hätte Danny Latza nicht kurz vor Schluss die bis dato einzige gute Tormöglichkeit der Rheinhessen zum Ausgleich umgemünzt. In der Nachspielzeit entging Dortmund noch knapp dem Super-GAU, als Pablo de Blasis das Tor nur knapp verfehlte. Die unruhige Stimmung rund um Tuchel wird also wohl erstmal bleiben.

Zahlen und Fakten zu den restlichen Partien

Werder Bremen 1:2 Bayern München

Der FC Bayern hat die letzten 13 Bundesliga-Spiele gegen Werder Bremen gewonnen; eine solche Serie gab es in der Bundesliga-Historie bisher bei keiner Paarung!

Max Kruse erzielte in seinem elften Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern erstmals ein Tor.

Alle seine 13 Bundesliga-Tore erzielte David Alaba mit dem linken Fuß. Vier der letzten fünf Bundesliga-Tore erzielte der Österreicher per Freistoß.

Zum ersten Mal seit Ende Februar 2015 legte Franck Ribery ein Bundesliga-Tor von Arjen Robben vor. Im siebten Bundesliga-Spiel gegen Bremen traf Arjen Robben zum siebten Mal; alle Partien gegen Werder hat er gewonnen.

Werder Bremen spielte eine starke zweite Halbzeit, gab da mehr Torschüsse ab als der FC Bayern (8:5). Bremen lief 3,4 Kilometer mehr als der Tabellenführer, gewann genauso viele Zweikämpfe wie die Münchner.

SC Freiburg 2:1 Hertha BSC

Freiburg feierte jetzt schon mehr Siege (acht) als in der kompletten Abstiegssaison 2014/15 (sieben)

Nach nur einem Tor bis Jahresfrist traf Janik Haberer nach der Winterpause in beiden Partien.

Julian Schieber erzielte diese Saison alle drei Saisontore als Joker, dabei traf er in beiden Partien gegen Freiburg in der Schlussphase.

Im laufenden Spieljahr ist Nils Petersen vom SC Freiburg der Top-Joker der Bundesliga (sechs Treffer) und historisch nun mit 16 Jokertoren die alleinige Nummer 2 hinter Alexander Zickler (18 Jokertore).

Die so heimstarken Berliner gewannen auswärts in dieser Saison nur zwei von zehn Partien und unterlagen nun sogar beim einstigen Lieblingsgegner Freiburg.

Aufreger des Spieltages

Anthony Modeste:  Vor seinem Tor beim beim 6:1-Erfolg über Darmstadt verschaffte sich der Franzose per eindeutigem Faustschlag Platz gegen Aytac Sulu. Diese Tätlichkeit hätte zwingend die Rote Karte nach sich ziehen müssen. Schiedsrichter Robert Kampka sah die Regelwidrigkeit wohl nicht und so kam Modeste ohne jegliche Strafe davon. Das könnte sich aber im Nachhinein ändern: der DFB-Kontrollausschuss wird sich Anfang dieser Woche mit der Szene auseinander setzen und eine nachträgliche Verurteilung prüfen.

Ral, abseits.at

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