Joachim Löw hat mit der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders Deutschlands für Aufsehen gesorgt. So wurde unter anderem Stürmer Nils Petersen vom SC Freiburg nominiert,... Vorläufiger WM-Kader Deutschlands – Löw überrascht mit Petersen

Joachim Löw hat mit der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders Deutschlands für Aufsehen gesorgt. So wurde unter anderem Stürmer Nils Petersen vom SC Freiburg nominiert, der zuvor noch nie für die A-Nationalmannschaft auflief. Für den Siegtorschützen von 2014, Mario Götze, reichte es nicht. Zuhause bleiben muss auch der Münchner Sandro Wagner.

Viele Fragezeichen sorgen für großen Kader

Die deutsche Nationalmannschaft hat auf den Weg zur Titelverteidigung in Russland einige Hindernisse zu überwinden. Diese bestehen vor allem in Form von Verletzungen, die Trainer Joachim Löw in den letzten Wochen die eine oder andere schlaflose Nacht verbringen ließen. Lars Stindl und Serge Gnabry fallen komplett aus, dazu kommen die Probleme von Manuel Neuer, der seit acht Monaten kein Spiel bestreiten konnte und für die Weltmeisterschaft überaus fraglich erscheint, wie auch die kurzfristig verletzten Jerome Boateng, Emre Can und Mesut Özil. Dass das DFB-Team in den William Hill Quoten mit 5,50 (Stand 18. Mai) dennoch der große Favorit ist, liegt an den Alternativen, die dem Bundestrainer zur Verfügung stehen. Somit konnte er auch trotz der vielen Sorgenfalten noch immer einen exzellenten Kader nominieren, der die Problemkinder zum Teil mitnimmt und angesichts der Erkenntnisse vor Ort bewerten lässt.

Überraschen tut deshalb die Nominierung von vier Torhütern nicht. Neben Manuel Neuer war es das erwartete Trio aus Marc-Andre ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno, deren Namen am Mittag des 15. Mai fielen. Der starke Bayern-Ersatztorwart Sven Ulreich, der abseits seines Fehlers im Champions League Halbfinale eine überragende Saison spielte, hoffte deshalb vergeblich auf einen Platz im Kader des Bundestrainers. In der Abwehr gibt es wenig zu bewundern, da neun Spieler für vermutlich sieben Positionen berufen wurden. Die Favoriten auf die Heimreise sind deshalb zwangsweise Matthias Ginter sowie Jonathan Tah. Ihren Platz sicher haben sollten hingegen die nur drei Außenverteidiger Joshua Kimmich, Jonas Hector und Marvin Plattenhardt. Auch Boateng ist dabei, auf eine rechtzeitige Genesung wird gehofft.

Kein Götze, kein Schürrle, kein Wagner

In Mittelfeld und Angriff berief der Bundestrainer 14 Spieler, die bei normalen Verlauf bis auf einen Akteur alle mit zur WM fahren sollten. Der Blick auf die nicht nominierten Namen ist hierbei besonders interessant. Vor allem die Siegtorkombination aus dem Endspiel 2014 wird vermisst. Sowohl Mario Götze als auch sein Klubkollege André Schürrle müssen das Turnier von der Couch verfolgen. Angesichts der gezeigten Form ist dies eine folgerichtige Entscheidung. Auch Sandro Wagner, der sich vor der Nominierung noch sehr selbstsicher zu seinen Chancen geäußert hatte, verlor das Rennen gegen Mario Gomez und überraschenderweise selbst gegen Freiburgs Nils Petersen. Der beste deutsche Bundesliga-Stürmer (15 Tore) wurde zum ersten Mal für die Nationalelf berufen und besticht vor allem durch seine Joker-Qualitäten.

Beim Rest des Kaders finden sich keine weiteren Überraschungen. Bei Emre Can war die Verletzung, die ihn seit Wochen außer Gefecht setzt, anscheinend zu schwerwiegend, sodass Sebastian Rudy trotz überwiegendem Bankdasein in München ins Team rutschte. Die jungen Spieler Julian Brandt und Leroy Sané verdienten sich ihren Kaderplatz mit teils überragenden Leistungen, die Leon Goretzka vor allem beim Confederations Cup und in der Hinrunde brachte. Eine schöne Note hat die Nominierung von Marco Reus, der nach Jahren der Verletzungen vor Großturnieren dieses Mal endlich auf dem Sprung in den endgültigen Kader zu sein scheint.

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen