Samstags und sonntags wird es für die Spitzenteams der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile ernst. Zunächst empfängt der SK Sturm Tabellenführer Red Bull Salzburg,... Die gefochtenen Cup-Fights und ihre psychologischen Auswirkungen auf die 30.Bundesligarunde

Samstags und sonntags wird es für die Spitzenteams der tipp3 Bundesliga powered by T-Mobile ernst. Zunächst empfängt der SK Sturm Tabellenführer Red Bull Salzburg, am Sonntag steigt schließlich das 301. Wiener Derby in der Generali Arena. Bei beiden Spielen könnten die hitzigen Cup-Schlachten vom vergangenen Mittwoch eine nicht unwichtige, psychologische Rolle spielen.

Dass Red Bull Salzburg die eigenen Amateure schlagen würde, war leicht vorhersehbar. Der Klassenunterschied manifestierte sich zwar erst in der Schlussphase, als die Kampfmannschaft drei Tore erzielte, doch selbst wenn die Partie für die „großen“ Bullen peinlich geworden wäre, hätte das nichts am Einzug ins Cup-Halbfinale geändert. Mit Stallordern kennt man sich bei Red Bull aus.

Sturm angeschlagen – und gefährlich!

Weniger der Aufstieg von Red Bull Salzburg, dafür viel mehr das Ausscheiden des SK Sturm Graz gegen den TSV Hartberg werden eine Auswirkung auf die Art und Weise haben, wie sich der Meister im morgigen Spiel gegen den Tabellenführer präsentieren wird. Als erste Konsequenz der 2:4-Heimschlappe nach Verlängerung wurde Franco Foda beurlaubt – ein unrühmliches Ende einer erfolgreichen Ära in Schwarz-Weiß, aber wohl ein notwendiges. Man kennt die Trotzreaktionen einer angeschlagenen Truppe nach Niederlagen wie der, die Sturm gegen Hartberg einstecken musste. Und ein temporärer Trainereffekt macht die Blackies gleich noch gefährlicher. Für Red Bull Salzburg wäre es wohl angenehmer gewesen, wenn sich Sturm Graz im Cup durchgesetzt hätte, relativ druckfrei in die 30.Runde der Liga gehen könnte. Aber so ist in Graz Wiedergutmachung angesagt und auf Salzburg kommt ein Gegner zu, der von Verantwortlichen und Fans ab der ersten Minute an der Ehre gepackt wird.

Austria mit Mühe weiter

Das Gegenteil dieser Lage, nämlich die klassische „Gut is gangen, nix is g’schehn“-Situation, herrscht in Wien-Favoriten. Die Wiener Austria hat in Lustenau ein Spiel gewonnen, das nicht jeder Bundesligaklub für sich entscheiden würde. Die 2:0-Pausenführung spielte der Austria in die Karten, die Art und Weise wie sich Violett danach über die Zeit rettete, ließ einige Fans des aktuellen Tabellendritten allerdings im Hinblick auf das Derby erzittern. Lustenau machte Druck, drängte auf den Ausgleich, blieb jedoch im Abschluss glücklos und bescherte der Austria damit ihre gewünschte Revanche für das 0:4 aus der Vorsaison. Dass das Spiel der Austria von einer starken Performance meilenweit entfernt war, scheint jedoch noch nicht in die Köpfe der Verantwortlichen vorgedrungen zu sein…

Austria vor dem Derby zu zufrieden?

Im gestrigen Newsletter des FK Austria Wien ist heute in einem Interview mit Austria-AG-Vorstand Markus Kraetschmer von einem „klaren Aufwärtstrend“ zu lesen. Auf dem Papier mag dies aufgrund der letzten Big Points gegen Salzburg, Sturm (jeweils 1:1) und Ried (1:0), sowie dem Sieg über Austria Lustenau (2:1) stimmen, doch die Optik auf dem Platz sprach zuletzt eine andere Sprache. Die Austria spielte zwar durchaus geordnet und in wenigen Phasen der jüngsten Spiele verbessert, die Grundprobleme bestehen jedoch weiterhin. Es fehlt die individuelle Klasse im Mittelfeld, Abwehrfehler sind keine Seltenheit und trotz des wiedereingesetzten Roland Linz fallen noch immer zu wenige Tore für Violett. Angesichts dieser Schwierigkeiten ist die von oben ausgegebene Zufriedenheit vor einem Derby gegen eine Rapid-Elf, die nur einen Punkt hinter Salzburg liegt, äußerst gefährlich. Bei Rapid darf man sich aus psychologischen Gründen über den glanzlosen Aufstieg der Veilchen in Lustenau freuen. Eine Austria, die sich neuerlich im Cup gegen einen Zweitligisten blamierte, wäre im 301. Wiener Derby stärker unter Druck gestanden und somit gefährlicher gewesen.

Rapid wieder ohne Hofmann

Nachdem der Cup für Rapid bereits seit einigen Monaten vorbei ist, ist die Elf von Peter Schöttel vor dem richtungsweisenden Derby am Sonntag sehr schwer einzuschätzen. Steffen Hofmann wird wohl erneut ausfallen, obwohl er bereits seit Mitte der Woche mit der Mannschaft trainiert. Hofmann selbst wäre Feuer und Flamme auf einen Derbyeinsatz, einzig das endgültige medizinische OK dürfte zu lange auf sich warten lassen. Daher setzt man bei Rapid wieder auf die Helden aus der zweiten Reihe – Spieler wie Boris Prokopic, Lukas Grozurek oder Stefan Kulovits. Die zeigten gegen Wiener Neustadt phasenweise eine sehr gute Leistung, einzig mit mangelnder Konsequenz im Abschluss, gerieten jedoch nach dem Anschlusstreffer durch Michael Madl gehörig ins Schwimmen. Die in der Schlussphase gezeigten, defensiven Unsicherheiten müssen gegen die Austria abgestellt werden, dann kann man trotz des Hofmann-Ausfalls, mit zwei Siegen aus den letzten zwei Spielen im Gepäck, relativ beruhigt ins 301. Wiener Derby gehen!

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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