In der laufenden Saison lief Rapid mit zahlreichen verschiedenen Innenverteidiger-Duos auf. Aktuell stehen fünf potentielle Starter im Kader der Hütteldorfer und langsam kristallisiert sich... Müldür als Schlüssel in Rapids Aufbauspiel

In der laufenden Saison lief Rapid mit zahlreichen verschiedenen Innenverteidiger-Duos auf. Aktuell stehen fünf potentielle Starter im Kader der Hütteldorfer und langsam kristallisiert sich heraus, welche Varianten die vielversprechendsten sind.

Barac, Dibon, Sonnleitner, Hofmann und Müldür. Fünf Spieler rittern bei den Hütteldorfern um zwei Plätze vor Torhüter Strebinger. Müldür wird im Gegensatz zu seinen Konkurrenten vielseitig eingesetzt und spielt immer wieder als Rechtsverteidiger, so auch im türkischen Nationalteam. Dabei wären Kombinationen mit Müldür als Innenverteidiger für Rapid die beste Option – wie die letzten Wochen bewiesen…

Müldür mit Dibon

Nach der Verletzung von Mateo Barac rückte Mert Müldür während des Auswärtsspiels gegen Wacker Innsbruck in die Innenverteidigung und spielte fortan neben Christopher Dibon. Der häufig verletzte Dibon ist wohl der größte Leadertyp unter den Feldspielern Rapids und gegen den Ball enorm kampfkräftig. Müldür zeigte zuletzt große Qualitäten in der Spieleröffnung und lehnte sich dabei stilistisch an seinem einstigen Mitspieler Lucas Galvao an. Der 20-Jährige geht immer wieder einige schnelle Schritte mit dem Ball, um die erste Pressingreihe des Gegners zu überspielen und spielt dann zumeist präzise Kurzpässe in die Tiefe. Mit dem umsichtigen Dibon als Absicherung ist dies natürlich ideal, zumal auch dieser neben seiner Kampfkraft eine hohe Passqualität an den Tag legt.

Müldür mit Sonnleitner

Ein ähnliches Bild ergibt das Gespann mit Mario Sonnleitner, der aber etwas mehr „Wadlbeisser“ als Raumdecker ist. Dibon macht die Räume etwas cleverer zu als Sonnleitner, während dieser aber im Zweikampf oft noch aggressiver ist. Bei schnellen Gegenstößen einzelner Angreifer des Gegners ist Sonnleitner als intensiverer Läufer die bessere Absicherungsoption, bei gegnerischen Überzahlsituationen ist Dibon geeigneter. Mit dem Ball hat Sonnleitner in den letzten Jahren zwar Fortschritte gemacht, stilistisch bzw. aufgrund ihrer Passmuster passt dennoch Dibon besser zum stark aufbauenden Müldür. Dennoch sind beide Varianten plausibel, wobei Müldür für eine dominant auftretende Mannschaft wie Rapid, aufgrund seiner Fähigkeiten im Aufbauspiel der Schlüssel ist.

Sonnleitner oder Dibon mit Hofmann

Maximilian Hofmann hat sich in den letzten Jahren sukzessive in die erste Elf Rapids gespielt, was speziell seiner Kopfball- und Zweikampfstärke geschuldet ist. Er ist ein Innenverteidiger, der dorthin geht wo’s weh tut und ein Gespann aus ihm und Sonnleitner oder Dibon ist zweifelsfrei das kampfstärkste, was Rapid derzeit in der Abwehrzentrale aufbieten kann. In gewisser Weise sind sich aber speziell Sonnleitner und Hofmann etwas zu ähnlich. Einerseits hat dies zur Folge, dass das Aufbauspiel auf mehrere Schultern verteilt ist und keiner der beiden ein klarer Abwehrchef ist. Andererseits erfordert dieses Gespann mehr Antizipation durch die defensiven Mittelfeldspieler, was bei einem Einsatz von Müldür weniger nicht der Fall ist.

Sonnleitner und Dibon

Das Routine-Gespann Rapids strotzt vor Mentalität und kann alleine deshalb wertvoll für die restliche Mannschaft sein. Für das Spiel Rapids ist es aber eher eine Bremse, denn in dieser Konstellation ist ein abkippender Sechser fast notwendig, was das Mittelfeld Rapids im Aufbauspiel wiederum verdünnt. Kämpferisch spricht nichts gegen das Gespann, aber spielerisch bringt sich Rapid damit selbst um Variabilität, wie es auch in den Sonnleitner-Hofmann und Dibon-Hofmann-Varianten ist.

Varianten mit Barac

Der kroatische Innenverteidiger Mateo Barac steht wegen seiner Schwächen im Spielaufbau auf dem Abstellgleis. Man munkelt, dass bereits Klubs aus Osteuropa auf den physisch starken Verteidiger aufmerksam wurden. Für die Startelf wäre der Kroate demnach ohnehin kein Thema mehr und angesichts seiner gegen Innsbruck erlittenen Verletzung, könnte Barac bereits seine letzte Partie für Rapid bestritten haben. Falls dem aber nicht so ist, gibt es doch noch ein spätes Einsatzgebiet für den 24-Jährigen: Wenn Rapid einen Vorsprung über die Zeit bringen und nicht mehr das Spiel machen muss, wie etwa beim Cup-Krimi gegen den LASK, ist der „zerstörerische“ Barac eine durchaus gute, kompromisslose Option.

Mit Müldür: Auch Sechser haben Vorteile

Im Winter haben wir darüber berichtet, dass Rapids Grundprobleme nicht so sehr an vorderster Front liegen. Vielmehr war es der Abgang von Galvao, der das Spiel Rapids schleppender machte und zudem die zentral-defensiven Mittelfeldspieler Rapids schlechter aussehen ließ. Mit Müldür als aufbauenden Innenverteidiger sollte dieses Problem nach und nach gelöst werden. Sogar wenn sich die Gegner auf den Stil des jungen Austro-Türken einstellen; denn würde der Gegner Müldür so schnell wie möglich anlaufen, anstatt etwa einen Sechser zuzustellen, haben Rapids Sechser wiederum deutlich mehr Möglichkeiten, eine vernünftige Dreiecksstaffelung (auf höherer Position!) im Aufbauspiel zu kreieren. Auch das war sowohl beim 2:0 in Innsbruck, als auch beim 3:0 gegen die Admira bereits beobachtbar, zumal sich Rapid häufig mit recht simplen Positionsanpassungen aus engen Aufbausituationen herausspielen konnte.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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