In den letzten zwei Wochen beschrieben wir, dass Muhammed Ildiz im System des SK Rapid Wien eine gewichtige Rolle einnimmt. Einerseits, weil er der...

In den letzten zwei Wochen beschrieben wir, dass Muhammed Ildiz im System des SK Rapid Wien eine gewichtige Rolle einnimmt. Einerseits, weil er der defensive Mittelfeldspieler ist, der es versteht präzise und kreativ aus der Abwehr herauszuspielen, andererseits weil er die neue Schnittstelle zwischen Abwehr und Mittelfeld darstellt.

Beim glanzlosen, aber souveränen Auswärtserfolg in Wiener Neustadt bewies er einmal mehr, dass er dieser Rolle mehr als nur gewachsen ist und wartete mit beeindruckenden Leistungsdaten auf. Kein Spieler war öfter am Ball als Ildiz und in einer ohnehin passsicheren Rapid-Elf stachen er und der brasilianische Neuzugang Gerson besonders heraus.

131 Ballkontakte – ein Weltklassewert!

Bei Wiener Neustadt war mit Peter Hlinka ebenfalls ein Spieler aus dem defensiven Mittelfeld der Akteur mit den meisten Ballkontakten: 56mal berührte der Slowake das Leder. Bei Rapid gibt es gleich sieben Spieler, die den Ball öfter am Fuß hatten als der aktivste Neustadt-Spieler, drei von ihnen sogar mehr als 100mal. Gerson verschrieb 109 Ballkontakte, Hofmann 112 – und Muhammed „Momo“ Ildiz unglaubliche 131. Dies ist ein Wert, den etwa bei der Europameisterschaft nur „Chefs“ wie Xavi oder Andrea Pirlo annähernd erreichten.

Tolle Passstatistiken als Indiz für Konzentration und gute Technik

Natürlich sind es aber nicht die Ballkontakte allein, die einen Spieler dominant machen – es kommt auch darauf an, wie er die Bälle weiterverarbeitet. Ildiz spielte insgesamt 114 Pässe, von denen er 112 an den Mann brachte. Damit hält er bei einer Passquote von 98,2% – nur Gerson passte genauer (98,9%, 87:1). Ildiz spielte dabei nicht nur in die Breite, sondern suchte auch immer wieder Anspielstationen in der Tiefe. Bis auf einen haarsträubenden Fehlpass und einen weiteren, der jedoch keine direkte Gefahr für Rapid bedeutete, tat er dies tadellos. Ein Indiz für technische Sicherheit, aber auch für ein hohes Maß an Konzentration, das für einen 21-Jährigen auf einer Schlüsselposition keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Bester Zweikämpfer – und somit unumstrittener Stammspieler!

Zudem war Ildiz mit 73% gewonnenen Zweikämpfen (11:4) der Beste seines Teams – der zweitbeste Rapidler war in dieser Wertung Solospitze Terrence Boyd mit knapp 69% gewonnenen Zweikämpfen (11:5). Es bleibt also dabei, dass Ildiz in der neuen Spielanlage Rapids eine Rolle einnimmt, die ihn unverzichtbar macht. Sein Hauptkonkurrent um den Platz als „tiefer Spielmacher“ ist eigentlich Thomas Prager, doch dieser ist trotz seiner guten taktischen Schulung aus der niederländischen Liga kein Spieler, der das Spiel so präzise und zielgerichtet antreiben kann, wie der Rapid-Eigenbauspieler, der letztes Jahr an den FC Wacker Innsbruck verliehen war. Schon jetzt scheint sicher: So sich Ildiz nicht verletzt, wird er im weiteren Verlauf der Herbstmeisterschaft nicht aus der ersten Elf des aktuellen Tabellenführers wegzudenken sein.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

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