Manchester City spielt derzeit mit den besten Fußball in Europa. Das liegt auch an Kevin De Bruyne. 5:0, 5:0 und 7:2 hießen die Ergebnisse... Kevin De Bruyne und City: Ist heuer der ganz große Wurf drin?

Manchester City spielt derzeit mit den besten Fußball in Europa. Das liegt auch an Kevin De Bruyne.

5:0, 5:0 und 7:2 hießen die Ergebnisse der letzten drei Heimspiele von Manchester City. Zwischendrin gab es ein 6:0 bei Sebastian Prödls Watford und ein 1:0 bei Meister Chelsea. Aus bislang insgesamt acht Spielen holte City sieben Siege und spielte nur einmal Unentschieden. Das Torverhältnis weist dabei eine Bilanz von 29:4 aus. Alles beeindruckende Zahlen. In seinem zweiten Jahr, und erneut hohen Investitionen im Sommer, ist die Handschrift von Trainer Pep Guardiola nun deutlicher zu erkennen. Das Team wirkt mittlerweile wie ein typisches Team des Spaniers: City führt in Sachen Ballbesitz und Passgenauigkeit die Liga souverän an. Zudem spielt man die mit Abstand meisten Pässe in der Premier League. Auch das typische Positionsspiel Guardiolas ist mittlerweile immer besser zu erkennen: die Spieler besetzen dabei diszipliniert die Abschnitte, in die Guardiola das Spielfeld einteilt.

Aber bereits in der letzte Saison kam Manchester City hervorragend aus den Startlöchern. Auch vor einem Jahr wurde eigentlich nur darüber geredet, mit welchem Vorsprung man sich die Meisterschaft sichert. Der weitere Verlauf ist bekannt: die Mannschaft wirkte von Woche zu Woche mehr überfordert von Guardiolas Spielidee; dieser wirkte immer dünnhäutiger aufgrund der vielen anfängerhaften Defensivfehler. Als exemplarisch für die damalige Instabilität Citys, können vor allem die beiden Partien in der Champions League gegen die AS Monaco gesehen werden. Im Hinspiel siegte City daheim in einem vollkommen verrückten Spiel mit 5:3. Im Rückspiel vercoachte sich Guardiola gehörig, und so verlor seine Mannschaft mit 1:3. Für City war damit bereits im Achtelfinale der Königsklasse Schluss. Dabei wurde Guardiola doch geholt, um dem Verein und den Besitzern aus Abu Dhabi auch internationales Renommee zu verleihen.

Die City-Eigner fielen in den letzten Jahren vor allem durch ihre notorische Ungeduld auf. Bei einem Trainer wie Guardiola agierten sie jedoch etwas zurückhaltender. Obwohl City, und das auch nur aufgrund eines Schlussspurts mit vier Siegen in den letzte vier Spielen, am Ende nur auf Platz drei in der Premier League landete, kam keine ernsthafte Trainerdiskussion auf. Guardiola blieb trotzdem das erste Mal in seiner Trainerkarriere ohne Titel in einer Saison. Er selbst sagte, dass er bei seinen beiden ehemaligen Klubs, FC Barcelona und Bayern München, mit so einer Bilanz wohl entlassen worden wäre. Das ist sicherlich übertrieben, doch zufriedenstellend verlief die letzte Saison sicher nicht.

Warum dies in der neuen Saison nun besser werden könnte? Nun, dafür könnten ein paar Personalien ausschlaggebend sein. Da wäre zum einen John Stones. Der junge und hochveranlagte Innenverteidiger kämpfte in der letzten Saison mit am meisten mit den Anforderungen Guardiolas, was sich in vielen individuellen Fehlern niederschlug. Bislang spielt Stones eine ganz starke Saison. Er kommt mit nur 0.4 Fouls pro Spiel aus; seine Passquote ist mit 97 Prozent (!) ebenfalls überragend. Stones ist somit zu einem waschechten Guardiola-Verteidiger mutiert.

Für die Spielweise des Spaniers sind zudem die Außenverteidiger elementar. Sie sollen sich immer wieder nach vorne einschalten und so für die typischen Überladungen sorgen. Im letzten Jahr fehlte auf dieser Position mit Spielern wie Aleksandar Kolarov oder Pablo Zabaleta dafür aber das Tempo. Die Neuverpflichtungen Kyle Walker und Benjamin Mendy sind in dieser Hinsicht ein ganz anderes Kaliber. Mendys langer Ausfall, aufgrund eines Kreuzbandrisses, ist daher auch ziemlicher Schlag für das Team. Bisher konnte er aber einigermaßen kompensiert werden.

Ein weiterer, entscheidender Faktor für die neue Stabilität im Spiel von City, ist der neue Torhüter Ederson. Der Brasilianer ist ein hervorragender Fußballer und sehr stark in der Spielauslösung. Im Gegensatz zu Vorgänger Claudio Bravo gelang im die Adaptierung des Torhüterspiels auf der Insel zudem sehr schnell.

Es könnten noch andere Spieler, wie David Silva oder Gabriel Jesus erwähnt werden. Aber einer darf in dieser Aufzählung auf keinen Fall fehlen – Kevin De Bruyne. Der Belgier ist in dieser Saison bis dato ohne Zweifel der beste Mittelfeldspieler in England. Wer seine beiden Torvorbereitungen am letzten Spieltag beim 7:2-Erfolg gegen Stoke gesehen hat, kann eigentlich zu keinem anderen Schluss kommen. Was De Bruyne zusätzlich so wertvoll macht, sind seine Balleroberungen im Mittelfeld. Er bereitete in dieser Saison bereits fünf Tore vor und gibt im Schnitt pro Spiel 3,3 Torschussvorlage. De Bruyne hat sich mittlerweile zum Spielmacher von City entwickelt, der zumeist aus einer tieferen Positionierung heraus agiert, als in der letzten Saison. Von dort aus orchestriert er das Spiel seiner Mannschaft. Wenn die Außenverteidiger von City nach vorne preschen, hält De Bruyne situativ seine tiefere Position, wobei er auch als Absicherung agiert, und verteilt von dort aus die Bälle; oder er marschiert mit in das letzte Drittel.

Was ist für Manchester City also drin in dieser Saison? Immer voraus gesetzt, das Team bleibt von schwereren Verletzungen verschont, sind sie aktuell der große Favorit auf den Gewinn der Meisterschaft in England. Wie weit es in der Champions League geht, ist natürlich auch immer mit viel Glück verbunden. Mit dieser Mannschaft, in dieser Verfassung, stellt City aber eine Gefahr für jeden Gegner da. Das Spiel in der Champions League am Dienstag gegen dem SSC Neapel, neben City einer der derzeit formstärksten Teams in Europa, wird ein erster Indikator für die Leistungsfähigkeit auf absolutem Topniveau sein.

Ral, abseits.at

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