Der SK Rapid trifft morgen auf Vojvodina Novi Sad und trifft dabei auf eine starke, aber unausgewogene Mannschaft. Während die Serben mit Torhüter und... Brandgefährlich in der Offensive, wackelig in der Defensive – das ist Rapids Gegner Vojvodina Novi Sad!

Der SK Rapid trifft morgen auf Vojvodina Novi Sad und trifft dabei auf eine starke, aber unausgewogene Mannschaft. Während die Serben mit Torhüter und Viererkette so ihre Probleme haben, sind die offensivsten Akteure des Vorjahresdritten der serbischen Liga brandgefährlich. Vor allem auf Moreira und Oumaru wird man in Grün-Weiß Acht geben müssen!

Wackeliger Tormann-Riese

Seit letzter Saison ist der Bosnier Nemanja Supic (30) der neue Stammkeeper von Vovjvodina. Er ersetzte den zu Udinese abgewanderten Brkic, der 2010/11 eindeutig der beste Torhüter der Liga war. Gleich in seiner zweiten Pflichtpartie gegen Vaduz patzte er und war damit mitverantwortlich am Scheitern von Novi Sad in der letztjährigen Europacup-Saison. Der Keeper ist definitiv eine der Schwachstellen im Team, obwohl er während seiner Zeit bei Javor bzw. Anorthosis Famagusta (2009) acht Spiele für das bosnische Nationalteam absolvierte. Supic ist auf der Linie durchaus gut und zeigt immer wieder gute Reflexe, seine Strafraumbeherrschung ist allerdings trotz 197cm Körpergröße mäßig – er bleibt in zu vielen Szenen auf der Linie kleben. Zudem ist er ein eher langsamer Schlussmann, der beim Herauslaufen seine Schwächen hat, viele Fouls begeht und damit Freistöße und Elfmeter verschuldet. Sein Hauptproblem dabei ist seine hohe Präsenz – manchmal läuft er auf den Ballführenden, wenn es nicht notwendig ist und verschätzt sich dabei im Timing. Aus Serbien hört man außerdem von disziplinären Problemen.

Die Nummer Eins im Team ist er dennoch zurecht, denn sowohl der dauerhafte Zweitliga-Goalie Srdjan Zakula (33) als auch Budimir Janosevic (22), der ein Spiel für das serbische U21-Team absolvierte, sind nicht solche Typen und derart präsent wie Supic.

Bester Innenverteidiger im Hinspiel gesperrt

Der wohl wichtigste Innenverteidiger ist im Hinspiel in Novi Sad gesperrt: Branislav Trajkovic (22) ist ein ehemaliger serbischer U19-Teamspieler, 190cm groß, spielerisch recht gut. Seine größte Stärke ist, dass er ein Spiel liest und stets schnell vor seine Gegenspieler kommt, wie es etwa Ragnvald Soma in seiner Anfangszeit bei Rapid tat. Er orientiert sich auch in die Tiefe, attackiert zum Teil hoch, seltener in die Breite – er versucht im Strafraum bzw. in der unmittelbaren Gefahrenzone zu bleiben. Dort gilt er als guter Zweikämpfer, allerdings bewegt er sich mit seinen Attacken immer an der Grenze zum Foul. Mit schnellen Gegenspielern, die im Strafraum auf dynamischem, spritzigem Weg ihre Möglichkeiten suchen, hat Trajkovic Probleme. Er sah in 53 Pflichtspielen für Novi Sad 20mal Gelb und zweimal Rot – so auch beim Rückspiel gegen Suduva.

Mazedonische Wundertüte rückt in die Innenverteidigung

Nach einer alten Europacup-Sperre kehrt der Mazedonier Daniel Mojsov (24) wieder zurück ins Team. Der 16-fache Teamspieler spielt seit zwei Jahren für Vojvodina und ist normalerweise neben Trajkovic gesetzt. Für die serbische Liga ist er ein recht guter Innenverteidiger, der jedoch laut serbischen Experten nie für einen größeren Klub spielen wird. So beobachtete ihn Roter Stern Belgrad als er 2010 in die Liga wechselte genauer, zumal er vor allem in seinen ersten Spielen gute Figur machte. Doch am Ende nahm man von einer Verpflichtung Abstand. Er ist zwar solide und defensiv wie offensiv kopfballstark, spielt aber nicht immer präzise aus der Abwehr heraus und ist wie Trajkovic sehr anfällig auf Fouls – er sah in zwei Jahren bereits dreimal Rot, davon einmal wegen einer Tätlichkeit. Mojsov gilt zudem als Spieler, den man in hitzigen Phasen leicht provozieren kann…

Einstiges Toptalent als neue Innenverteidiger-Hoffnung

Mojsov ist seit dieser Saison in der Kaderhierarchie gleichauf mit Igor Djuric (27). Der ehemalige serbische Teamspieler war bereits im Alter von 19 Jahren Stammspieler bei Vojvodina, bestritt über 100 Pflichtspiele für das Team und wechselte schließlich im Sommer 2009 zum SC Heerenveen. Dort bestritt Djuric aber nur fünf Spiele in 2 ½ Jahren – es gab Probleme mit seiner Einstellung. Der 192cm große Djuric ist ein sehr guter Zweikämpfer, der auch dort hin geht, wo’s weh tut, allerdings macht er unter Druck Fehler. Ein weiteres Problem ist seine fehlende Matchpraxis: Das Auswärtsspiel bei Suduva Marijampole am 26.Juli war sein erstes Pflichtspiel seit exakt sieben Monaten. Davor kickte er für ein halbes Jahr in den Vereinten Arabischen Emiraten.

Weitere Alternativen für die Innenverteidigung

  • Milovan Milovic (31, 185cm, Routinier, der die meiste Zeit seiner Karriere bei Javor spielte. Bei Vojvodina nur Backup)
  • Nemanja Radoja (19, 186cm, U19-Teamspieler, saß zuletzt zweimal auf der Bank, kam aber noch zu keinen Einsatzminuten)
  • Dejan Karan (23, 188cm, fehleranfälliger Innenverteidiger, der letzte Saison an Javor verliehen wurde. Konnte in 2 ½ Jahren Novi Sad nie richtig Fuß fassen)
  • Djordje Jokic (31, 180cm, vier Länderspiele für Serbien, spielte sechs Jahre in Russland für Torpedo Moskau und Tom Tomsk. Kam gerade von einer Zwischenstation von Dinamo Bryansk zu Vojvodina und machte die Vorbereitung verletzungsbedingt nicht mit)

Defensiver Linksverteidiger

Auf der linken Seite ist Vladan Pavlovic (28) gesetzt. Der 180cm große Außenverteidiger ist kein moderner Spieler für diese Position, sondern positioniert sich für gewöhnlich tief und rückt bei Angriffen des Gegners weit nach innen. Er stellt damit zwar keinen weiteren Innenverteidiger dar, aber macht seinen Flügel in der unmittelbaren Gefahrenzone doch recht eng. Pavlovic hat dabei aber die Schwäche, dass er seine Gegner oft zu nah an den Sechzehner lässt. Der tief agierende Außenverteidiger ist durchaus kopfballstark und operiert häufig mit weiten Bällen.

Ersatzleute für die linke Verteidigerposition sind allerdings rar: Vladimir Brankovic (26) spielte letztes Jahr nur sieben Spiele für Vojvodina nachdem er zuvor zwei Jahre für Sheriff Tiraspol spielte und sich davor nicht bei Partizan Belgrad durchsetzen konnte. Er ist von einem Stammplatz ebensoweit entfernt wie der junge Bojan Nastic (18), der erst eine Partie für Vojvodina spielte.

Sprintrakete und Kapitän auf der rechten Abwehrseite

Der interessantere der beiden Außenverteidiger spielt auf der rechten Seite. Miroslav Vulicevic (27) ist der Kapitän des Teams und spielt seit drei Jahren für Vojvodina, nachdem er zuvor einer der Spieler war, die sich beim „Parking Club“ Javor durchsetzten und gute Leistungen brachten. In diesen drei Jahren erzielte er zwar keine Tore, brachte es aber immerhin auf sechs Assists in 81 Ligaspielen. Vulicevic, der auch schon zwei Spiele für das serbische A-Team absolvierte, ist ein schneller Außenverteidiger, der in Laufduellen schwer zu bezwingen ist. Zudem orientiert er sich wesentlich offensiver als Pavlovic auf der anderen Seite und versucht sich immer wieder ins Offensivspiel seines Teams einzuschalten. Technisch ist er ebenfalls grundsolide, im Kopfballspiel hat er allerdings seine Schwächen. Es kam etwas überraschend, dass er weiterhin „nur“ für Vojvodina Novi Sad spielt, nachdem er hier zum Führungsspieler heranreifte und über einen längeren Zeitraum gute Partien spielte. Der logische nächste Schritt wäre Roter Stern oder Partizan – dafür scheint er aber doch (noch?) zu schwach zu sein. Nachdem er am 7.April 2010 eine halbe Stunde für die serbische Nationalmannschaft gegen Japan spielte, wurde er nicht mehr ins Team einberufen…

Als Ersatzmann verpflichtete man Serginho Greene (30) von Levski Sofia. Der Niederländer kommt aus der Ajax-Schule, kickte unter anderem für Feyenoord Rotterdam und Vitesse Arnheim und kann auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden. Er gilt als laufstarker, aber unspektakulärer Verteidiger, der wohl an Vulicevic nicht vorbeikommen wird.

Ajuru als Balleroberer für Drucksituationen

Der „6er“ im Team ist (zumindest gelegentlich) der Nigerianer Naemeka Ajuru (25). Er spielt seit drei Jahren für Vojvodina und konnte sich bisher nie 100%ig durchsetzen. Der kraftvolle Mittelfeldspieler ist ein typischer Balleroberer, der sein Spiel ohne Hektik abspult und sehr gleichmäßige Bewegungsabläufe aufweist. Er benutzt ausschließlich seinen rechten Fuß, orientiert sich im Spiel nach vorne selbst eher auf die rechte Seite und schlägt seine recht häufigen Diagonalpässe auch in den meisten Fällen auf den rechten Angriffsflügel. Von den drei möglichen defensiven Mittelfeldspielern ist der 185cm große Nigerianer der torungefährlichere und unkreativere.

Lästiges, technisch solides Mittelfeldsternchen

Den kreativeren Part im defensiven Mittelfeld nimmt Vuk Mitosevic (21) ein, dem eine große Zukunft vorausgesagt wird. Der in Novi Sad geborene Mitosevic debütierte im Alter von 18 Jahren für Vojvodina und ist einer der Publikumslieblinge. Die Grundposition von Mitosevic liegt hinter der von Ajuru, allerdings traut er sich selbst intensive Läufe durch die Mitte nach vorne zu. Dabei spielt er ebenfalls mit Vorliebe weite Pässe und ist nicht unbedingt ein Freund von gepflegtem Kurzpassspiel. Mitosevic probiert’s defensiv wie offensiv eher mit Dynamik: Kurze schnelle Läufe, Pässe, die weite Räume überbrücken und als defensiv-attackierender Spieler ein Stil, mit dem er seine Gegner sehr energisch und schnell unter Druck setzt, sie zu Fehlern zwingt. Man könnte Mitosevic als technisch grundsoliden, lästigen Gegenspieler bezeichnen, der „Box to Box“ spielen kann und zudem gute Freistoßflanken in die Mitte bringen kann.

Offensive Variante mit U19-Teamspieler?

Mitosevic ist im defensiven Mittelfeld gesetzt, aber statt Ajuru könnte auch Marko Poletanovic (19) ins Team rutschen. Der durfte in der Saison 2011/12 12mal in der Kampfmannschaft von Vojvodina spielen, ist aktueller serbischer U19-Nationalspieler und gilt wie Mitosevic als großes Talent. Er ist im Gegensatz zu Ajuru ein offensiverer Spieler, der eine ähnliche Grundposition wie Mitosevic hat und ebenfalls versucht von Strafraum zu Strafraum zu spielen. Wenn Vojvodina mit Poletanovic und Mitosevic auf den Platz kommt, wollen sie angreifen, sind allerdings in Rückwärtsbewegung anfällig auf Konter.

Ein Backup für diese Position ist Neuverpflichtung Stefan Bukorac (21), der aus der zweiten Liga kommt und mit 192cm und 90kg ein klassischer Zweikämpfer für die „6er“-Position ist.

Alternder Spielmacher als größte Gefahr

Der kreativste und aus dem Mittelfeld gefährlichste Spieler bei Vojvodina ist der in Guinea-Bissau geborene Portugiese Almami Moreira (34). Dieser ist zwar schon ein wenig in die Jahre gekommen, aber das macht seiner großen Klasse keinen Abbruch: Seine beste Zeit hatte Moreira zwischen 2007 und 2011 bei Partizan Belgrad, wo er mit Supertoren und tollen Spielen aufwartete. Davor spielte der Spielmachertyp aber auch schon für Standard Lüttich, den Hamburger SV und Boavista. Bei Vojvodina spielt er erst seit März 2012, nachdem er zuvor ein Jahr in China verbrachte. Moreira ist ein ausgezeichneter Dribbler, der seinen Schwerpunkt sehr niedrig hat (er ist nur 170cm groß) und demnach auch schwer vom Ball zu trennen ist. Er spielt gute Pässe, hat Übersicht und schließt vor allem sehr präzise ab. Man sieht nicht oft Granaten von ihm, sondern eher platzierte Schlenzer.

In den elf Partien, die er im Frühjahr 2012 für Vojvodina spielte, wurde er siebenmal ausgewechselt, davon einmal mit einer Muskelverletzung. Man freute sich im Fanlager von Novi Sad zwar über die Verpflichtung des in Serbien bekannten Edeltechnikers, allerdings war man sich nach seinen ersten Auftritten nicht über seinen Fitnesszustand im Klaren. Nachdem er allerdings nun die Vorbereitung mit der Mannschaft durchmachte und gegen Suduva in beiden Spielen über 90 Minuten auf dem Platz stand und beim 4:0-Auswärtssieg das erste Tor erzielte, sind diese Sorgen wieder weggeräumt. Allerdings ist Moreira noch nicht der Alte aus Partizan-Zeiten. Er ist individuell sicher gefährlich (übrigens auch aus Freistößen), aber noch nicht perfekt an die Mannschaft gewöhnt.

Als Ersatzmann kann auf dieser Position etwa Poletanovic einspringen.

Bosnischer Toptechniker als Rechtsaußen

Der bosnische Rechtsaußen Miroslav Stevanovic (22) war in der vergangenen Saison der Shooting Star von Vojvodina Novi Sad. In 30 Ligaspielen erzielte er sechs Tore und bereitete fünf vor. Auch beim 4:0 bei Suduva Marijampole erzielte er einen Treffer. Im Mai debütierte der 180cm große Flügelspieler fürs bosnische Nationalteam. Das Spiel von Stevanovic ist sehr variantenreich: Er kann zur Grundlinie gehen, in den Strafraum ziehen oder Anspielstationen im Rückraum suchen. Dabei besticht er durch eine gute Technik und Schnelligkeit, speziell auf den ersten Metern. Seine Flanken sind in ihrer Technik untypisch (kommen hoch heraus, fallen aber schnell hinunter), aber sehr genau. Damit Stevanovic sein Spiel aufziehen kann, braucht er allerdings Platz. Wenn es eng wird, kann er seine Stärken ebensowenig ausspielen, wie wenn er auf einer defensive Position gezwungen wird. Man sollte den Bosnier also nicht spielen lassen, sondern versuchen ihn mit dem eigenen Spiel in die eigene Hälfte zu drängen.

Stevanovics Ersatzmann Goran Smiljanic (22) ist ein Vojvodina-Eigenbauspieler und eher ein klassischer rechter Mittelfeldspieler als ein Rechtsaußen. Er hat aktuell keine Chance sich gegen Stevanovic durchzusetzen.

Wieselflinker Bilbija oder Ex-LASK-Kicker Skuletic auf links

Am linken Flügel ist mit Nemanja Bilbija (21) ebenfalls ein Bosnier zu erwarten. Der aktuelle U21-Nationalspieler seines Landes hat noch keine eindrucksvollen Statistiken aufzuweisen, stand für Vojvodina in den letzten 2 ½ Jahren nur elfmal in der Startelf und wurde zuletzt an Borac Banja Luka ausgeliehen – allerdings ist er der vorweggenommene nächste Shooting Star der neuen Saison. Er ist gut am Ball, sehr schnell und ein unangenehmer Gegenspieler, der auch stärker versucht nach hinten zu arbeiten als Stevanovic. Von seinem Grundspiel ist Bilbija eher ein Stürmer als ein Linksaußen, wodurch es ihn immer wieder in den Strafraum zieht. Viele Flanken wird man also vom schnellen, aber körperlich noch nicht 100%ig ausgereiften Bosnier nicht sehen. Stevanovic ist der gefährlichere der beiden Flügelspieler, aber Bilbija wird häufiger in der unmittelbaren Gefahrenzone auftauchen. Vorsicht: Fällt leicht!

Der Ersatzmann für Bilbija ist der Montenegriner Petar Skuletic (22), der in der Saison 2009/10 für den LASK spielte und vor seinen ersten Partien große Töne von zahlreichen Saisontoren spuckte. Am Ende traf Skuletic in 15 Spielen für den LASK aber nur einmal. Bei Novi Sad wurde er jedoch in der letzten Saison zu einem wertvollen Ergänzungsspieler, der als Linksaußen und als Stürmer eingesetzt werden kann. In 22 Ligaspielen erzielte er 4 Tore und auch beim 4:0 in Suduva, wo er von Beginn an statt Bilbija spielte, traf er. Skuletic hat auf der Position des linken Flügels eine 40:60-Chance sich gegen Bilbija durchzusetzen. Angst muss man vor dem temperamentvollen, aber nicht kompletten Fußballer aber keine haben.

Ein Vollstrecker aus Kamerun

Abubakar Oumaru (25) ist die größte Waffe von Vojvodina Novi Sad. Der Kameruner wechselte bereits im Alter von 19 Jahren nach China, spielte dann erfolglos für Roter Stern Belgrad und OFK Belgrad, blüht in der Vojvodina allerdings auf. In den letzten beiden Jahren brachte es Oumaru auf 69 Pflichtspieleinsätze und 27 Tore. Der 182cm große Kameruner ist ein Strafraumstürmer, der von den starken Flügeln der Serben gefüttert wird und dorthin geht, wo’s weh tut. Er ist gut mit dem Kopf, verfügt über einen guten Schuss, Schnelligkeit auf den ersten Metern und Durchschlagskraft. Sein Antizipationsspiel ist durchschnittlich, aber er steht nicht nur im gegnerischen Sechzehner und wartet auf Bälle. Zudem ist das Spiel Oumarus sehr geduldig und diszipliniert. Er ist als Stürmer zu bezeichnen, den man nie über 90 Minuten ausschalten kann.

Verlässliche Joker, interessante Perspektivspieler

Aber auch die Ersatzleute für Oumaru sind interessant: Milan Bojovic (25) kam im Sommer 2011 von Jagodina und ist ein verlässlicher Joker. Vier seiner sieben Saisontore 2011/12 waren Jokertore und er ist als Prellbock zu bezeichnen, der technisch keine Wunderdinge macht, aber sich mit seiner ganzen Power in Flanken und Pässe wirft.

Auf Dauer sind aber zwei andere Ersatzspieler für die Stürmerposition interessanter: Djordje Susnar (20) war zuletzt ein halbes Jahr nach Montenegro ausgeliehen und erzielte dort für Sutjeska Niksic 10 Tore in 16 Spielen. Top-Talent Milos Deletic (18) holte man zu Beginn der neuen Saison von Chievo Verona – bei den beiden Jungspunden im Angriff von Vojvodina sind Einsätze aber vorerst unwahrscheinlich.

Wie man Vojvodina Novi Sad knacken kann

Die Schwächen von Vojvodina Novi Sad liegen in der Defensive bzw. im Defensivspiel ihrer Offensivspieler. Wenn man die Offensiven dazu zwingt, defensiv mitzuarbeiten, kann das Team sein Spiel nicht aufziehen und wird Fehler begehen. Insgesamt ist Vojvodina eine schnelle Mannschaft, die gerne mit hohen und weiten Bällen operiert, allerdings in der Zentrale und auch aus der Abwehr heraus (vor allem an den Flügeln) gepflegtes Kurzpassspiel vermissen lässt.

Stevanovic und Bilbija sind keine Freiräume zu geben – von Vorteil für Rapid wäre es, wenn Skuletic statt Bilbija beginnt. Im zentralen Mittelfeld wäre eine Variante mit Mitosevic und Poletanovic interessant, zumal man bei dieser offensiven Konstellation im gegnerischen Stadion kontern könnte. Es ist allerdings wahrscheinlicher, dass Vojvodina mit dem etwas stabileren Ajuru statt Poletanovic beginnt.

In den Griff bekommen muss man Stürmer Oumaru und Spielmacher Moreira. Dies sind mit Abstand die facettenreichsten und gefährlichsten Spieler des Teams. Gegen Stevanovic und Bilbija kann man mit körperlich engagierten Leistungen eher bestehen als gegen den durchschlagskräftigen kamerunischen Stürmer und den flinken, wendigen portugiesischen Spielmacher.

Die Viererkette ist anfällig auf Pässe in die Schnittstellen und die Abstimmung zwischen Innen- und Außenverteidiger ist aufgrund der Asymmetrie an den Außenpositionen nicht immer gegeben. Es ist zwar einfacher Vojvodina auszuspielen als niederzukämpfen, allerdings zeigte das Hinspiel gegen Suduva auch, dass das Team bei Standardsituationen anfällig ist und die Zuteilung bei Eckbällen und Freistoßflanken zum Teil sehr schlecht ist. Zudem ist Vojvodina – Torhüter und einige Verteidiger ausgenommen – eher eine körperlich kleine Mannschaft.

Rapid ist insgesamt Favorit, der Brocken FK Vojvodina Novi Sad ist dennoch ein harter!

Vojvodina Novi Sad beim 4:0-Auswärtssieg bei Suduva Marijampole

Vojvodina Novi Sad beim 1:1 zu Hause gegen Suduva Marijampole

Mögliche Aufstellung gegen Rapid (Heimspiel)

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen

Keine Kommentare bisher.

Sei der/die Erste mit einem Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.