In dieser Serie beschäftigen wir uns an Spieltagen der WM-Qualifikation mit interessanten Aspekten abseits der Österreich-Gruppe. Heute werfen wir einen Blick auf die Partien... Interessante Aspekte der WM-Qualifikation abseits der Österreich-Gruppe: Italien auch ohne Conte souverän

Italien - Flagge_abseits.atIn dieser Serie beschäftigen wir uns an Spieltagen der WM-Qualifikation mit interessanten Aspekten abseits der Österreich-Gruppe. Heute werfen wir einen Blick auf die Partien zwischen Italien und Israel, sowie Kroatien und der Türkei.

Israel – Italien (1:3)

Nach Antonio Contes Weggang zu Chelsea übernahm Giampiero Ventura die Azzurri. In seinem ersten Bewerbsspiel wurde jedoch so gut wie gar nichts verändert, formativ blieb man beim 5-3-2 und auch personell änderte sich kaum etwas. Lediglich verletzte Spieler kehrten wieder zurück, wie etwa Sechser-Genie Marco Verratti. In der Offensive blieb die sehr direkte Spielweise, man bevorzugte es mit wenigen Kontakten so schnell wie möglich in die Tiefe zu kommen.

Gegen das 4-3-3 der Israelis hatte man jedoch vor allem zu Beginn der ersten Halbzeit einige Probleme, die Mannen von Trainer Elisha Levy konnten sich einige Male gut freispielen, zeigten gutes Freilaufverhalten in Schnittstellen und Angriffe wurden temporeich ausgeführt. Die Italiener gingen dennoch in Führung, als man nach Zauberpass von Verratti auf Antonelli, der per Hereingabe Pellè bediente, das 1:0 erzielte. Candreva erhöhte in Minute 31 den Spielstand, Tal Ben Chaim erzielte jedoch wenige Minuten danach den Anschlusstreffer.

Auch in der zweiten Hälfte konnten die Israelis ihr Ballbesitzspiel weiterhin aufziehen, die Italiener zogen sich zusehends zurück. Jedoch wurden die wichtigen Räume kompakt verteidigt und durch Schnellangriffe und einstudierte Abläufe immer wieder Nadelstiche gesetzt. Die Israelis wechselten später auch den ehemaligen Austria- Legionär Roi Kehat ein, der den Zehner gab. Die Gastgeber bewegten sich flexibel und stellten immer wieder verschiedene Staffelungen her, konnten jedoch in engeren Räumen nicht schnell und platziert genug den Ball zirkulieren lassen, weshalb die italienische Defensive schwer zu überwinden war. Zu gut verschob man, zu wenig wurde man zu Bewegung und Unordnung gezwungen. Durch immer wiederkehrende Schnellangriffe mit teils einstudierten Abläufen konnten die Italiener trotz Ballbesitzunterlegenheit Nadelstiche setzen und auf 1:3 erhöhen und die Heimreise siegreich antreten.

Kroatien – Türkei (1:1)

 Im Geisterspiel aufgrund der UEFA-Sanktionen für Kroatien trafen sich zwei aus der EM bekannte Mannschaften wieder. Das Spiel erinnerte auch sehr an das bei der Europameisterschaft, nur vom Personal hatte sich vereinzelt etwas geändert. Bei der Türkei kam nun zum Beispiel der junge Dribbler Emre Mor gleich von Beginn an zu einem Einsatz. Seine diagonalen Dribblings waren immer wieder ein probates Mittel um Toraktionen zu kreieren.

Die Kroaten hatten in ihrem 4-2-3-1 im Ballbesitz durchaus Probleme gegen das mannorienterte 4-1-4-1 Pressing der Türken, bei denen Okay Yokuslu den Libero im Zwischenlinienraum gab und immer wieder die Pässe, die durch die erste Mittelfeldreihe rutschten, abzufangen versuchte. Seine antizipativen Fähigkeiten, sowie seine Intensität im Zweikampf erlaubten ihm ein gutes Spiel zu machen.

Über die meiste Zeit hinweg neutralisierten sich beide Mannschaften. Rakitic gelang die Führung für Kroatien in der 44. Minute durch einen Elfmeter, Calhanoglu glich drei Minuten später durch einen direkten Freistoß aus ungefähr 30 Metern aus. Zwei Standardsituationen waren die größten Chancen der Partie. Auch in Hälfte zwei zeigte sich ein ähnliches Bild der Patt-Stellung, weshalb keine der beiden Mannschaften noch ein Tor erzielte. Die Wechsel brachten den Teams nur wenig ein, sodass Kroatien wie bei der Europameisterschaft wohl weiterhin unter dem eigenen Potential bleibt, was ein Problem struktureller Natur ist.

Zudem zu berichten..

 .. gibt es über das Spiel Ukraine gegen Island. Die Isländer taten sich schwer gegen eine ähnlich passive Mannschaft, die vor allem auf Stabilität aus ist. Zwar sind die Isländer mittlerweile taktisch durchaus über die Ukrainer zu stellen, jedoch war die EM sicher eine Overperformance der Nordmänner. Die beiden Mannschaften trennten sich in Kiew mit 1:1.

Die Spanier unter Neo-Trainer Lopetegui zeigten sich schon gegen Belgien mit neuer Fluidität und Durchschlagskraft. Dies zeigte sich auch gegen die Liechtensteiner, die man mit 8:0 aus León wieder nach Hause schickte. Im 4-2-3-1/4-3-3 Hybrid war erneut Silva die treibende Kraft, unterstützt von einem unglaublich kreativen und passstarken Mittelfeld, bestehend aus Thiago, Koke und Busquets.

Albanien und Madezonien hatten bis zur 89. Minute ein 1:1 am Scoreboard stehen, die letzten Minuten wurden jedoch abgebrochen, da die Regenfälle zu stark waren. Die letzten Minuten sollen am Dienstag nachgespielt werden.

David Goigitzer, abseits.at

David Goigitzer

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