Nicht nur auf dem Börsenparkett lassen sich anhand von Kursentwicklungen Tendenzen über Gedeih oder Verderb eines Unternehmens ablesen, auch im Sport zeigen langjährige Statistiken... Gainers & Loser (1/3) – Die Gewinner in der Fünfjahreswertung des neuen Jahrtausends

Nicht nur auf dem Börsenparkett lassen sich anhand von Kursentwicklungen Tendenzen über Gedeih oder Verderb eines Unternehmens ablesen, auch im Sport zeigen langjährige Statistiken auf, in welche Richtung man sich bewegt. So auch die Fünfjahreswertung der UEFA. Abseits.at analysiert, welche Ligen in den letzten zwölf Jahren einen Schritt nach vorne gemacht haben und welche zurückgefallen sind.

 

Russland
Russland befand sich bereits zur Jahrtausendwende unter den besten Ligen Europas und Vereine wie Spartak Moskau mischten auch in der Champions League gut mit. Dann erfolgte jedoch ein Einbruch, der im nur 21. Rang im Jahr 2004 gipfelte. Seither setzte jedoch wieder eine kontinuierliche Aufwärtstendenz ein, die mit der verbesserten Nachwuchsarbeit und den vielen investierten Millionen zu erklären ist. Zudem erhielt Russland den Zuschlag für die Weltmeisterschaft 2018, weswegen massiv in die Infrastruktur investiert wird. In den Jahren 2005 und 2009 konnten CSKA Moskau und Zenit St. Petersburg den UEFA Cup für sich entscheiden, so dass Russland im neuen Jahrtausend mehr internationale Titel gewinnen konnte, als etwa Deutschland.

Ukraine
Die Entwicklung in der Ukraine stellt sich recht ähnlich wie beim großen Nachbarn dar. Auch hier wurden massive Investitionen getätigt, so dass sich neben der Allzeitgröße Dynamo Kiew mit Shakhtar Donezk ein zweites Zugpferd auftat, das mittlerweile Stammgast in der Champions League ist. die letzte Auflage des UEFA Cups gewinnen konnte und mittlerweile über eine Arena höchster internationaler Ansprüche verfügt. Aber auch andere Vereine konnten massiv aufrüsten, man denke etwa an die Südamerika-Filiale Metalist Kharkiv, die heuer bis in das Viertelfinale der Europa League vordrang. Lediglich bei Djnepr Djneprpetrowsk machten sich die millionenschweren Investitionen noch nicht bezahlt, der Verein hält weiterhin erst bei einer Teilnahme an einer Gruppenphase (UEFA Cup 2004/05).

Dänemark
Dänemark befand sich lange Zeit rund um den 20. Platz, ehe in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts ein Aufschwung einsetzte, der in der Achtelfinalteilnahme des FC Kopenhagen in der Champions League gipfelte. Aber auch andere Vereine wie Brøndby, Aalborg oder Odense schafften nun regelmäßig den Sprung in eine Gruppenphase, was der dänischen Liga sogar einen Fixplatz in der Champions League einbrachte. In der heurigen Saison lief es hingegen weniger gut, so dass es spannend zu beobachten sein wird, ob die Dänen das hohe Niveau halten werden können oder wieder zurückfallen.

Zypern
Bis zum Jahr 2008 galten zypriotische Gegner als Wunschlose, bereiteten sie in der Regel doch keine großen Probleme beim Erreichen der nächsten Runde. Dass dem nicht mehr so ist, musste als erstes Rapid Wien feststellen, das 2008 in der Champions League-Qualifikation an Anorthosis Famagusta scheiterte. Seither ist der zypriotische Meister Stammgast in der Königsklasse und erreichte heuer sogar das Vierteilfinale. Grund für diese Entwicklung ist, dass auch auf der Ferieninsel mittlerweile sehr gute Gehälter bezahlt werden. Dies ist jedoch gleichzeitig auch eine Gefahr, denn die Liga wird von Legionären überschwemmt, was keine nachhaltige Strategie sein kann. So schied besagtes Famagusta in den letzten Jahren auch bereits wieder in der Europa League-Qualifikation aus – gegen Mannschaften aus Montenegro und Mazedonien…

 

 

 

 

 

 

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Weißrussland
Der Grund für Weißrusslands Aufschwung lässt sich sowohl klar nennen als auch datieren. 2008 qualifizierte sich BATE Borisov nach Siegen über Anderlecht und Lewski Sofia völlig überraschend für die Champions League und ist seither Stammgast in europäischen Gruppenphase. Die weiteren weißrussischen Vereine sind jedoch alles andere als wettbewerbsfähig, so dass der Plafond wohl bereits erreicht sein dürfte, da es BATE als Einzelkämpfer durchaus schwer hat.

Irland
Die irischen Vereine profitierten auf internationaler Ebene vor allem von der Umstellung des Spielbetriebs auf die Ganzjahresmeisterschaft im Jahre 2003. Seither lassen sich immer wieder Achtungserfolge feiern, wie die heurige Teilnahme der Shamrock Rovers an der Europa League (in der Qualifikation wurde immerhin Partizan Belgrad ausgeschaltet) oder der guten Auftritt der Bohemians vor drei Jahren gegen Salzburg.

Aserbaidschan
Zwar konnte noch kein aserbaidschanischer Verein in eine Europacup-Gruppenphase vordringen, die Tendenz weist jedoch in diese Richtung. Dank der großen Ölreserven lässt es sich am Kaspischen Meer mittlerweile gut verdienen und auch die Bevölkerung hat großes Interesse an internationalem Fußball – die zumeist im Nationalstadion von Baku ausgetragenen Europacupspiele sind stets sehr gut besucht. So gelang es in den letzten Jahren etwa Qarabag Agdam Vereine wie Rosenborg Trondheim und Wisla Krakau auszuschalten und auch Serienmeister Neftchi Baku ist in der Champions League-Qualfikation mittlerweile keinesfalls mehr ein Jausengegner.

Montenegro
Dass sich Montenegro im UEFA-Ranking stark verbessern konnte, ist eigentlich keine Überraschung. Da der Staat erst seit 2008 souverän ist, ist man auch erst seit diesem Zeitpunkt in der UEFA vertreten, bis dahin existierte der Verbund mit Serbien bzw. noch früher firmierte man unter Jugoslawien. Neue Mitglieder starten mit null Punkten, jedoch konnte sich Montenegro dank der guten fußballerischen Basis, die in den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken herrscht, schnell verbessern und zahlreiche Nationen hinter sich lassen.

Kasachstan
Kasachstan ist seit 2003 UEFA-Mitglied und musste wie Montenegro bei Null beginnen. Jedoch zeigte sich bald, dass vor allem die weite Anreise vielen europäischen Teams zu schaffen macht, so dass die kasachischen Clubs durchaus als heimstark zu bezeichnen sind – das mussten auch bereits Austria Wien und Mattersburg spüren. Heuer konnte immerhin je ein Verein aus Slowenien, Polen und Ungarn in der Europa League-Qualfikation ausgeschaltet werden.

 

 

 

 

 

 

OoK_PS, abseits.at

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