Szenen, wie sie unsere heutige Zeichnung darstellen, wird es im Gerhard-Hanappi-Stadion wohl erst Mitte August wieder zu sehen geben. Der Senat 1 verhängte über... Rapid erwartungsgemäß bestraft: Zwei Geisterspiele

Szenen, wie sie unsere heutige Zeichnung darstellen, wird es im Gerhard-Hanappi-Stadion wohl erst Mitte August wieder zu sehen geben. Der Senat 1 verhängte über Rapid die finanzielle Höchststrafe und zwei so genannte „Geisterspiele“. Ausgerechnet im Wiener Fußballtempel „St.Hanappi“ wird es zu Beginn der neuen Saison Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit geben.

Die Höchststrafe von 50.000€ war abzusehen, wurde von Rapid im Rahmen des Prozesses einkalkuliert. Der Verein wird zumindest versuchen sich schadlos zu halten, die Platzstürmer selbst zur Kasse zu bitten. Was wiederum einen bürokratischen Krieg verursachen könnte, zumal bekanntlich einige der Protagonisten im Ausland wohnen.

ABOS BILLIGER STATT TEURER

Die Strafe, die Rapid härter trifft, sind die beiden Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Abgesehen vom logischen Imageverlust haben die „Geisterspiele“ auch effektiven, finanziellen Schaden, etwa weil die Jahreskarten billiger verkauft werden müssen als vergangene Saison. Wäre das letzte Heimspiel der Saison 2010/11 nicht gewesen, hätte Rapid die Abo-Preise wieder um einen geringen Betrag angezogen. So muss eine Kostensenkung her – eine Maßnahme, die bei über 10.000 verkauften Abonnements zu einem Schaden in sechsstelliger Höhe führen wird.

„ES WIRD ÄNDERUNGEN GEBEN“

Auch der Verein selbst wird einen neuen Weg in der Fanpolitik einschlagen. Das kündigt Klubserviceleiter Andy Marek heute in seiner Stellungnahme auf der offiziellen Klub-Homepage an. Was auf skrapid.at zu lesen ist, mutet vorerst weder kämpferisch noch visionär an. Vorerst schwelgt man in Romantik, betont die positiven Entwicklungen der letzten zehn Jahre, kündigt lediglich an, dass man in zwei Wochen etwas ankündigen wird.

SPORT ALS HEILMITTEL?

Die Liga erwartet Änderungen, die Hand und Fuß haben, effizient sind. Änderungen, die konkret Ereignisse wie beim Derby verhindern können. Die Frage ist nur, wo Rapid überhaupt anfangen sollte. Sind es tatsächlich strengste Änderungen auf dem Gebiet der Fanpolitik, die vielleicht sogar bewusst einen autoritären Keil zwischen Fans und Klub treiben soll, das Verhältnis auf das Prädikat „professionell“ – oder romantischer „symbiotisch“ – senken soll? Oder sind die eigentlichen Maßnahmen, die derartige Ereignisse verhindern können, sportlicher Natur? Bessere Spieler, ein noch penibler strukturiertes Umfeld, systematischere Nachwuchsplanung. Am Ende stehen immer noch zwei mal elf Spieler auf dem Rasen und der Erfolg ist es, der die Stimmung auf den Rängen bestimmt.

Die Stellungnahme von Andy Marek kannst du hier lesen.

Daniel Mandl, abseits.at

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen