Genug von der grauen Theorie, brotlosen Diskussionen und Einschätzungen, wer was wieder einmal falsch gemacht hat. abseits.at schreitet selbst zur Tat und stellt seine... Experiment: abseits.at stellt sein ultimatives Team auf! Teil 8: Die österreichische Bundesliga

Genug von der grauen Theorie, brotlosen Diskussionen und Einschätzungen, wer was wieder einmal falsch gemacht hat. abseits.at schreitet selbst zur Tat und stellt seine ultimativ moderne Elf vor. Dabei erklären wir jedem einzelnen Spieler, worauf es uns ankommt. Und Sie sind live in der Kabine dabei! In Teil 8 unserer Serie stellen wir unser ultimatives Rot-Weiß-Rot-Team auf!

Der Tormann

Was wurde geschrieben und diskutiert über die Tormannkrise im ÖFB. Die altbewährten Torhüter wie Jürgen Macho oder Alexander Manninger sind längst von der Bildfläche verschwunden, die nächste Generation wie Gratzei oder Payer sitzt auf der Bank und hat keine Spielpraxis. Also müssen die Jungen ran! Nach dem deutschen Vorbild wird eine neue Generation an Torhütern aufgebaut. Mit Lindner, Siebenhandl und Königshofer bauen bereits drei Bundesligaklubs auf junge österreichische Talente. Und wie man sieht, fahren Rapid, Wr. Neustadt und die Austria nicht schlecht mit dieser Strategie. Am ehesten in unser Profil des modernen Torhüters passt Lukas Königshofer. Stark auf der Linie, mutig im Eins gegen Eins, fußballerisch beschlagen und immer wieder mit Kommandos für seine Vorderleute. Positiv aufgefallen sind uns auch Königshofers weite Auswürfe in bester Neuer-Manier, mit denen er immer wieder schnelle Gegenangriffe einleiten kann. An seiner eklatantesten Schwäche muss er aber noch arbeiten: die Flanken.

Die Innenverteidigung

Natürlich sind die Fußstapfen unserer Top-Elf groß. In der Innenverteidigung entschieden wir uns aufgrund ihrer Vielseitigkeit für Thomas Vermaelen und Gerard Pique´. In Österreich sind wir nicht gerade mit einer Fülle an hochklassigen Innenverteidigern gesegnet. In Salzburg wird beispielweise regelmäßig gepatzt, sogar die vermeintlichen Routiniers sind immer für einen Bock gut. Wie schon in unserer Serie beschrieben, sind Zweikampfstärke, Übersicht und Spieleröffnung gefragt. Die beste Kombination aus diesen Attributen verkörpern in Österreich Thomas Reifeltshammer von der SV Ried und Martin Hinteregger. Vor allem der junge Salzburger zeigte immer wieder seine Qualitäten. Auch Torgefahr strahlt der Jung-Bulle aus. Reifeltshammer ist nicht nur der torgefährlichste Verteidiger der Liga, sondern besticht auch durch sein starkes Stellungsspiel und gute Zweikampfwerte.

Die Außenverteidiger

Welche Position machte allen Teamchefs der letzten zehn Jahre in Österreich zu schaffen? Richtig, es ist die Position der Außenverteidiger. Moderne Ausprägungen dieser Spezies sucht man in Österreich mit der Lupe. Christian Fuchs ist links gesetzt, dahinter und auf der rechten Seite sieht es dafür düster aus. Der moderne Außenverteidiger, der nach vorne mehr Druck macht, als nach hinten arbeitet, wäre für unser Team wohl auch nicht das Richtige, es würde schon genügen, defensiv stabil zu sein und nach vorne hin dann und wann Akzente zu setzen. Leider fällt die Wahl dabei sehr schwer – Hierländer von Salzburg ist defensiv zu schwach, Farkas von Mattersburg noch etwas zu unkonstant. Dusan Svento wäre eine Alternative, leider ist der Slowake aber auf der linken Seite zu Hause, genauso wie Markus Suttner. Wir entscheiden uns deshalb für Michael Schimpelsberger von Rapid und Markus Suttner von der Austria. Schimpelsberger, der außerdem in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld spielen kann, ist seit Jahren ein fixer Bestandteil diverser Nachwuchsnationalteams und erkämpfte sich bei Rapid in kürzester Zeit einen Stammplatz. Nach vorne zeigt der Rapidler aber noch nicht sein ganzes Potential – oft ist er dabei aber Opfer von Fehlern der Innenverteidigung. Suttner fällt immer wieder durch Akzente in der Offensive auf, vernachlässigt dabei aber nicht den Rückwärtsgang.

Das defensive Mittelfeld

Die heimlichen Spielmacher, die derart dominant auftreten, dass sie oft drei mal so viele Ballkontakte wie andere Teammitglieder haben, gibt es zwar in Österreich nicht, trotzdem sind es bei vielen Teams diese Spieler, die das Spiel von hinten heraus aufbauen. Eine moderne Auslegung dieser Position ist hierzulande aber auch eher eine Ausnahme denn eine Regel. Als klassischen Sechser entscheiden wir uns für Tomas Abraham von Wacker Innsbruck. Der Tscheche, der bei den Innsbruckern nicht nur Kapitän, sondern auch Dauerläufer ist, erledigt seinen Job vorzüglich, fängt Bälle ab, spielt den Ball schnell und schnörkellos weiter und ordnet das Spiel im Zentrum. Knapp davor lassen wir Christoph Leitgeb als Achter agieren. Der Steirer in Diensten von Red Bull Salzburg ist zwar leider sehr verletzungsanfällig, seine Spielanlage ist dem modernen Fußball allerdings sehr gut angepasst. Mittlerweile sehr zweikampfstark, verteilt Leitgeb die Bälle elegant und verfügt über sehr gute Ballkontrolle und ein sicheres Passspiel. Über sein großes Manko, die fehlende Torgefährlichkeit, sehen wir ausnahmsweise hinweg.

Das offensive Mittelfeld

Wie schon im spezifischen Teil der Serie beschrieben, wollen wir auf den Außenpositionen schnelle, wendige, trickreiche, kreative Spieler, die aber auch nach hinten brav mitarbeiten, wenn der Gegner in Ballbesitz ist. Deshalb entscheiden wir uns für Dusan Svento von Salzburg und Christoper Wernitznig von Wacker Innsbruck. Die Nominierung von Wernitznig mag viele überraschen, doch der junge Innsbrucker füllt genau die Rolle aus, die im modernen Fußball seine Position verlangt. Sechs Scorerpunkte in 13 Bundesligapartien (jeweils drei Tore und Vorlagen) zeigen, dass sich auch bereits erste Erfolge dieser Spielweise einstellen. Eigentlich ist Wernitznig auf er linken Seite daheim, wurde aber auch schon rechts eingesetzt. Ganz nach großen Vorbildern wie z.B. Arjen Robben kann er dort seinen linken Fuß besser einsetzen, wenn er in die Mitte zieht. Svento auf der anderen Seite ist technisch stark, immer für einen überraschenden Moment gut und sucht immer wieder das Duell Eins gegen Eins. Dazu schießt er nicht viele, aber die wichtigen Tore. Man erinnere sich nur an sein Traumtor in der 92. Minute gegen Paris St. Germain in der Europa League. Beide Spieler sind außerdem kombinationssicher und können den Stoßstürmer mit Flanken und Hereingaben füttern.

Der Angriff

Im klassischen 4-2-3-1 lassen wir zwar nur einen nominellen Stürmer auflaufen, zählen aber den zentralen Spieler hinter der Spitze als hängenden Stürmer zum Angriff. Steffen Hofmann von Rapid lassen wir auf dieser Position im Zentrum zaubern. Als Torschützenkönig bewies Hofmann bereits seine Torgefährlichkeit, er tritt stets lauffreudig, torgefährlich und mannschaftsdienlich auf. Vor Hofmann spielt Darko Bodul von Sturm Graz. Er vereint alle notwendigen Fähigkeiten einer Spitze und verkörpert den modernen Stürmer wie kaum ein anderer. Kopfballstark, technisch beschlagen, kaltschnäuzig vorm Tor. Bodul traf in 15 Spielen neun Mal und gab dazu zwei Vorlagen. Egal, ob hart umkämpfter Luftkampf oder technisches Gustostückerl, Bodul zeigt immer wieder, dass er ein kompletter Stürmer ist. Füttert man ihn mit genügend Vorlagen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er trifft.

Unser Österreich-Team:

Unsere Bank:  R. Wolf (TW), Ulmer (LV), Dibon (IV), Farkas (RV), Weber (DM), Jantscher (LM), Alar (OM), Burgstaller (RM), Alan (ST)

Archimedes, abseits.at

Archimedes

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