Wir präsentieren euch das wichtigste vom letzten Spieltag der deutschen Bundesliga – mit besonderem Blick auf die Leistung der österreichischen Legionäre. Der 23. Spieltag... Der 23. Spieltag in Deutschland: Hintereggers Genugtuung & Kevin Dansos starkes Debüt
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_Kevin Danso - FC AugsburgWir präsentieren euch das wichtigste vom letzten Spieltag der deutschen Bundesliga – mit besonderem Blick auf die Leistung der österreichischen Legionäre.

Der 23. Spieltag in der Zusammenfassung

Spitzenreiter Bayern München bleibt weiterhin auf der Überholspur und siegte beim 1. FC Köln souverän mit 3:0. Eine Erkenntnis dieses Spiels: die Bayern können auch ohne Tore von Robert Lewandowski gewinnen. Der Pole hielt sich in seinem Hauptgewerbe gegen den „Effzeh“ vornehm zurück und ließ dabei andere glänzen. Wie zum Beispiel Linksverteidiger Juan Bernat, der nach langer Zeit mal wieder von Beginn an ran dürfte und mit dem Tor zum 2:0 sowie einer Vorlage neben Thiago Alcantara bester Münchner an diesem Nachmittag war.

So gut wie alle Statistiken des Spiels wurden von den Bayern angeführt: 75 Prozent Ballbesitz, eine Passquote von 89 Prozent und ein Torschussverhältnis von 20:6 waren dabei Ausdruck der bajuwarischen Überlegenheit. Dabei verzichtete Carlo Ancelotti während der gesamten Spielzeit auf Arjen Robben und auch Franck Ribery kam erst kurz nach der Halbzeitpause zu seinem Einsatz. Der Franzose zeigte nach seiner Einwechslung eine überzeugende Leistung und erzielte in der 90. Minute das 3:0. Das erste Tor des Tages besorgte Javi Martinez. Die Bayern haben nach dem 2:2 von RB Leipzig in Augsburg (Tore: Konstantinos Stafylidis, Martin Hinteregger / Timo Werner, Marvin Compper) nun bereits sieben Punkte Vorsprung auf die Sachsen. In dieser Form ist dem Rekordmeister die fünfte Meisterschaft in Folge nicht mehr zu nehmen und lässt auch in der Champions League auf den großen Wurf hoffen.

Ihre Ansprüche auf die Teilnahme an diesem Wettbewerb unterstrichen haben Borussia Dortmund sowie die TSG Hoffenheim, die am Samstag jeweils Schützenfeste feiern konnten. Der BVB besiegte dabei Bayer Leverkusen mit 6:2; wobei das Ergebnis den Spielverlauf nicht angemessen wiederspiegelt, da Bayer eigentlich keine schlechte Leistung zeigte. Zwischenzeitlich stand das Spiel aus Dortmunder Sicht sogar auf der Kippe, als Kevin Volland in den erste Minuten der zweiten Hälfte das zwischenzeitliche 1:2 erzielte, nach dem Ousmane Dembele und Pierre-Emerick Aubameyang ihre Mannschaft in der ersten Halbzeit in Führung brachten. Eine Co-Produktion der beiden, bei der Dembele den Gabuner mit einer maßgeschneiderten Flanke bediente, führte dann zum 3:1. Leverkusens Wendell hatte aber auch hier postwendend eine Antwort parat und stellte den alten Abstand per direktem Freistoß wieder her. Unerklärlicherweise brach die Bayer-Defensive nach dem Tor von Christian Pulisic zum 4:2, das in der 77. Minute und somit nur drei Minuten nach dem Anschlusstreffer fiel, in sich zusammen. Den Leverkusener Abwehr-Dilettantismus nutze der BVB noch zu zwei Treffern durch den eingewechselten Andre Schürrle und Raphael Guerreiro.

Auch das 5:2 der Hoffenheimer über den FC Ingolstadt gibt das Leistungsgefälle der beiden Mannschaften nur bedingt wieder, zeigte der FCI doch eigentlich eine ansprechende Partie, scheiterte aber mal wieder am eigenen offensiven Unvermögen, das am Ende den Klassenerhalt kosten könnte. Ingolstadt schaffte es sogar, das Spiel nach dem 0:1 von Sebastian Rudy durch Treffer von Almog Cohen und einem Eigentor von Niklas Süle zwischenzeitlich zu drehen. Das 1:2 wirkte dann aber wie eine kalte Dusche für die Hoffenheimer, die sich danach doch entschieden, etwas zu diesem Spiel beitragen zu wollen. Die gnadenlose Effizienz der Stürmer Adam Szalai (2) und Andrej Kramaric drehte dann das Spiel erneut. Das Tor zum Endstand blieb dem Ex-Schanzer Benjamin Hübner vorbehalten.

Hinter den nun etwas enteilten Dortmundern und Hoffenheimern ist das Feld im Kampf um die Europa League – Plätze nach diesem Spieltag deutlich enger zusammengerückt. Vor allem der SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach können hier als Gewinner des Spieltags bezeichnet werden. Freiburg siegte bei Eintracht Frankfurt nach zwei Toren von Florian Niederlechner mit 2:1, profitierte dabei aber auch von zwei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters Günter Perl, der ein reguläres Tor des Frankfurters Ante Rebic nicht anerkannte und beim Siegtreffer des SCs die Abseitsstellung Niederlechners übersah. Das 1:0 für die Eintracht, die bereits die vierte Pleite in Folgen hinnehmen musste, erzielte Branimir Hrgota. Aufsteiger Freiburg hat damit nun schon 33 Punkte auf der Habenseite, und liegt nur noch zwei Punkte hinter den Hessen. Genau wie Borussia Mönchengladbach, die Schalke 04 daheim mit 4:2 schlug. In der ersten Hälfte war das Spiel nach Toren von Fabian Johnson für Gladbach, sowie Nabil Bentaleb für Schalke noch relativ ausgeglichen. Was man von Hälfte zwei dann nicht mehr behaupten konnte: trotz eines Ballbesitzverhältnisses von 61:39 zu Gunsten der Knappen, traf Gladbach zwischen der 64. und 76. Minute durch abermals Johnson, Oscar Wendt und Raffael gleich dreimal. Leon Goretzkas 4:2 kurz vor Schluss blieb ein Muster ohne Wert.

Im Abstiegskampf ist im Gegensatz zu dem offenen Rennen um Europa mittlerweile ein klarer Trend auszumachen. Darmstadt 98 bleibt durch das sehr unglückliche 0:2 in Bremen, bei dem die Lilien eigentlich das bessere Team waren, abgeschlagen Letzter und kann sich nur noch theoretische Hoffnungen auf den Ligaverbleib machen. Gegner Bremen hingegen feierte dank der Tore von Max Kruse den dritten Sieg in Serie und hat somit gute Karten, auch nächstes Jahr Bundesliga zu spielen. Für den FC Ingolstadt rückt diese Aussicht aufgrund der eigenen Niederlage und des 1:0-Erfolg des Hamburger SV über Hertha BSC (Torschütze: Albin Ekdal) in immer weitere Ferne. Die Niederbayern liegen auf Platz 17 nun bereits fünf Punkte hinter dem HSV, der auf dem Relegationsplatz rangiert; punktgleich mit dem VfL Wolfburg, die unter dem neuen Trainer Andris Jonker durch ein 1:1 immerhin einen Punkt in Mainz holten (Jhon Cordoba – Mario Gomez).

Die Leistung der Österreicher

Martin Hinteregger erlebte beim 2:2 seines FC Augsburg gegen RB Leipzig wohl einen ganz besonderen Abend. Vor der Saison wurde er, damals noch in Diensten von Red Bull Salzburg, mit einem Wechsel zu Leipzig in Verbindung gebracht. Doch Hinteregger wollte nicht den Weg gehen, den vor ihm soviele andere Salzburger Kollegen wählten – ganz im Gegenteil: vielmehr kritisierte er das personelle Ausbluten von Salzburg, um damit Schwesterklub Leipzig mit neuen Spielern zu versorgen. Hinteregger schloss sich dann lieber dem FC Augsburg an, für den er nun gegen RB den 2:2-Ausgleich erzielte. Auch sonst lieferte der Innenverteidiger eine gute Partie ab. Genau wie Leipzig-Legionär Stefan Ilsanker, der überall auf dem Platz zu finden war. Marcel Sabitzer lieferte sich in der hitzigen Partie einige Scharmützel und hätte fast den Leipziger Siegtreffer vorbereitet. Timo Werner konnte den Ball aber nicht im Tor unterbringen. Nicht unerwähnt soll hier die tolle Leistung des erst 18-jährigen Debütanten Kevin Danso bleiben, der mit einer bemerkenswerten Ruhe und Abgezocktheit ein absolut starkes Spiel machte. Der eingewechselte Georg Teigl lieferte auf Seiten der Augsburger eine unauffällige Leistung ab.

David Alaba musste bei den Bayern mal wieder in der Innenverteidigung aushelfen und lieferte eine im besten Sinne solide Leistung ab. Vor allem in der Spieleröffnung zeigte Alaba seine Stärken.

Zlatko Junuzovic und Florian Grillitsch zeigten gegen Darmstadt jeweils eine eher durchwachsene Leistung. Junuzovic war dabei jedoch von Rückenproblemen gehandicapt und musste schon nach 30 Minuten den Platz verlassen. Grillitsch sorgte nach seiner Einwechslung in der ersten Hälfte für den angeschlagenen Clemens Fritz für Stabilisierung im defensiven Mittelfeld. Florian Kainz kam nicht zum Einsatz.

Aleksandar Dragovic wurde beim 2:6 in Dortmund erst kurz vor Schluss eingewechselt – und kann – zynisch betrachtet – damit als Gewinner in der Bayer- Defensive gewertet werden. Julian Baumgartlinger kam nicht zum Einsatz.

Markus Suttner zeigte gegen Hoffenheim eine seiner schwächeren Leistungen in dieser Saison. Nach gutem Beginn ging er in der Hoffenheimer Drangphase Mitte der zweiten Hälfte defensiv mitunter.

Alessandro Schöpf hatte gegen die Gladbacher Offensive arge Probleme. Vor allem seine defensiven Schwächen nutzen die Fohlen immer wieder gnadenlos. Schöpf gewann nur 20 Prozent seiner Zweikämpfe. Auch Guido Burgstaller zeigte viele Schwächen im Zweikampf; er ging in der Offensive weite, aber teils auch nutzlose Wege, erhielt aber auch keine Unterstützung durch seine Mitspieler.

Aufreger des Spieltages

Man hatte es nach der 2:6-Niederlage von Bayer Leverkusen bei Borussia Dortmund schon fast erahnen können; am Sonntag nach dem Spiel war es dann Gewissheit: trotz aller Treuebekenntnisse der sportlichen Führung im Vorfeld, trennte sich Leverkusen von Roger Schmidt. Sportdirektor Rudi Völler bezeichnete Schmidt als hervorragenden Trainer, aber Angesichts der aktuellen tabellarischen Situation und des drohenden Verpassen der sportlichen Ziele, sah man sich zum Handeln gezwungen.

Ral, abseits.at

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