Noch vor kurzer Zeit versicherte Jürgen Klopp, dass er im Winter am Transfermarkt keine Verstärkungen benötigen würde. Bis auf den Kauf des 19-jährigen Mittelfeldspielers... Verletzungspech bleibt Jürgen Klopp treu: Wie reagieren die Reds jetzt am Transfermerkt?
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Jürgen Klopp_abseits.atNoch vor kurzer Zeit versicherte Jürgen Klopp, dass er im Winter am Transfermarkt keine Verstärkungen benötigen würde. Bis auf den Kauf des 19-jährigen Mittelfeldspielers Marko Grujic, der sofort wieder bis Saisonende an Roter Stern Belgrad zurückverliehen wird und als Zukunftsaktie betrachtet werden kann, sollte kein weiterer Akteur verpflichtet werden. Da aber das Verletzungspech weiterhin an Jürgen Klopps Stiefel zu kleben scheint, ist der Couch nun doch zum Handeln gezwungen.

Kein Innenverteidiger fit

Besonders in der Innenverteidigung erwischte es die Reds schwer. Klopp stellte fest, dass er zu Beginn noch fünf Innenverteidiger zur Verfügung hatte, vor zwei Wochen immerhin noch drei Spieler im Abwehrzentrum fit waren, momentan jedoch kein Einziger einsatzbereit ist. Dejan Lovren dürfte sich beim 1:0-Auswärtssieg im League Cup gegen Stoke City einen Muskelfaserriss zugezogen haben und auch Kolo Toure musste sich mit einer ähnlichen Verletzung über die Nachspielzeit quälen. Als sich der Ivorer in der 90. Minute mit schmerzverzehrtem Gesicht den Oberschenkel hielt, schüttelte der deutsche Trainer nur noch ungläubig seinen Kopf.

Riesiges Lazarett

Neben den beiden Innenverteidigern gesellte sich seit gestern mit Philippe Coutinho ein absoluter Leistungsträger zum ohnehin großen Lazarett dazu. Mamadou Sakho fiel schon im Vorfeld der Partie gegen Stoke aus. Vergangenen Monat verlor Klopp außerdem Martin Skrtel, Divock Origi, Daniel Sturridge und Jordan Henderson. Dazu kommen noch die Langzeitverletzten Joe Gomez, Danny Ings, Jon Flanagan und Jordan Rossiter. Seit Klopp im Oktober das Ruder beim FC Liverpool übernahm verletzten sich elf Spieler, also eine ganze Mannschaft.

Graeme Souness glaubt nicht an Zufälle

Liverpool-Legende Graeme Souness ist überzeugt, dass diese Verletzungsserie kein Zufall sein kann. Er ist meint, dass der intensive Spielstil unter dem deutschen Manager zu den zahlreichen Ausfällen führte: „Du kannst intensives Pressing in Etappen spielen lassen, vielleicht über eine Stunde lang, oder sogar 70 Minuten. Aber 90 Minuten so hart zu arbeiten ist eine große Belastung für die Beine. Fünf Muskelfaserrisse in der kurzen Zeit sind kein Zufall. Ich denke sie müssen schauen, was sie im Training machen.“

Ohnehin nur Regeneration

Auf die zahlreichen Verletzungen angesprochen meinte Jürgen Klopp zu einem Journalisten, dass er gerne als Schuldiger der Verletzungsmisere ausgemacht werden kann, wenn es die Medien so wollen. Am intensiven Training kann es laut dem Coach nicht liegen, da aufgrund des dichten Programms in den Einheiten die Regeneration im Vordergrund steht. Auch Mittelfeldspieler Adam Lallana stellte sich schützend hinter seinen Coach und bemerkte, dass die Verletzungen nicht vom neuen Training herrühren würden. Der ehemalige Southampton-Kapitän machte den dichten Spielplan für die Ausfälle verantwortlich und meinte, dass bei anderen Teams sicherlich auch die Zahl der verletzten Spieler in den letzten Wochen anstieg. Weil der FC Liverpool jedoch ein neuer Trainer einstellte, würde alles verstärkt unter die Lupe genommen werden. Sowohl die guten, als auch die schlechten Neuigkeiten.

Wer könnte kommen?

Laut Sky ist Liverpool an Schalke-Verteidiger Joel Matip interessiert, dessen Vertrag zum Ende der Saison auslaufen wird. Allerdings sollen auch zwei französische Klubs am Innenverteidiger dran sein, die mit den Verhandlungen schon weiter fortgeschritten als Liverpool sind. Ob Schalke 04 den Abwehrspieler im Winter überhaupt ziehen lassen wird ist zudem auch fraglich. Die Abwehr ist jedoch nicht die einzige Baustelle beim FC Liverpool, da im Moment auch drei der vier Stürmer verletzt sind. Nun soll sich laut dem Independent der FC Liverpool ins Rennen um Pierre-Emerick Aubameyang eingeschaltet haben, der auch als Wunschspieler von Arsene Wenger gilt. Die Ablöseforderung der Dortmunder dürfte es in sich haben, doch der Arsenal-Coach denkt, dass Aubameyang den Unterschied im Titelkampf ausmachen kann. Als Ersatz für Liverpool-Linksverteidiger José Enrique, der sich im Winter einen neuen Verein suchen darf, könnte Lorient-Legionär Raphaël Guerreiro kommen.

Stefan Karger, abseits.at

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Stefan Karger