Zum Abschluss der Saison 2016/17 lassen wir die Leistungen der heimischen Bundesligateams Revue passieren. Wir schauen uns die Tops und Flops, die großen Überraschungen,... Saisonrückblick, Tops & Flops 2016/17: FK Austria Wien
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_FK Austria Wien - Wappen mit Farben

Zum Abschluss der Saison 2016/17 lassen wir die Leistungen der heimischen Bundesligateams Revue passieren. Wir schauen uns die Tops und Flops, die großen Überraschungen, die verlässlichsten Kämpfer und auch die wichtigsten Statistiken und Leistungsdaten der Teams genauer an.

Heute widmen wir uns der Wiener Austria, die mit einem starken Frühjahr den zweiten Platz holte und vor allem einige junge Spieler entscheidend weiterentwickeln konnte.

TOP

Raphael Holzhauser. Der Mittelfeldspieler war das Um und Auf der Veilchen, ein nahezu perfekter Passspieler und zudem mit Fortdauer der Saison auch immer pressingresistenter. In allen Bewerben gelangen dem 24-Jährigen in 50 Spielen 12 Tore und 14 Assists. Es wird wohl nicht lange dauern, bis wieder größere Vereine auf den gebürtigen Wiener Neustädter mit deutscher Bundesligaerfahrung zurückgreifen wollen.

Olarenwaju Kayode. Der Nigerianer spielte aller Voraussicht nach seine zweite und zugleich letzte Saison für die Austria. Mit 17 Treffern wurde er Bundesliga-Torschützenkönig und auch im Europacup netzte er fünfmal. In Pflichtspielen benötigte er durchschnittlich nur 114 Minuten pro Scorerpunkt. Beschränkte sich in der vergangenen Saison auf das Wesentliche und wurde dadurch noch effektiver.

Alexander Grünwald. Der Dauerbrenner der Favoritner konnte auch in seiner sechsten Saison überzeugen. Enorm wichtiger Spieler, sowohl auf der Zehnerposition, als auch – später in der Saison – etwas defensiver. Dazu auch noch körperlich stark und mit einem ausgezeichneten linken Fuß ausgestattet.

FLOP

Christoph Martschinko. Bei der insgesamt guten Saison der Austria bewegen sich unsere Flops im Vergleich zu anderen Teams auf recht hohem Niveau. Von den Stammspielern der Austria ein wenig abgefallen ist Linksverteidiger Christoph Martschinko, der vor allem im Herbst in vielen Situationen sehr unglücklich aussah.

Ognjen Vukojevic. Am Ende des Tages – und auch seines Vertrags – kann man den ehemaligen kroatischen Teamspieler Ognjen Vukojevic wohl als Fehlkauf abstempeln. Der 33-Jährige kam 2016/17 nur in acht Pflichtspielen zum Einsatz, stand gerademal 500 Minuten auf dem Feld und beendet ziemlich sang und klanglos seine Karriere.

Marko Kvasina. Die Entwicklung des baumlangen Angreifers ist ein wenig ärgerlich. Vor 2 ½ Jahren, damals erst 17-jährig, erzielte er sein erstes Meisterschaftstor für die Veilchen, zeigte gute Ansätze. In der abgelaufenen Saison reichte es zumeist nur für Kurzeinsätze und obwohl Kvasina 24-mal auf dem Platz stand, erzielte er nur einen Treffer, war stets meilenweit von der ersten Elf entfernt und wird die Austria daher wohl verlassen.

AUFSTEIGER

Mehrere. Gleich vier Akteure der Austria erlebten im Laufe der Saison eine Leistungsexplosion und haben es verdient, hier erwähnt zu werden. Die brasilianischen Flügelspieler Lucas Venuto und Felipe Pires wurden immer stärker und verliehen der Flügelzange der Austria eine Dynamik, mit der viele Gegner nicht zurechtkamen. In seinem Positions- und Passspiel deutlich stabiler wurde Tarkan Serbest, der großen Anteil an den starken Saisonen seiner Nebenleute Holzhauser und Grünwald hatte. Die Zentrale der Austria war 2016/17 schlichtweg eine gute Symbiose, in der jeder von jedem profitierte. Auch Torhüter Osman Hadzikic wurde immer besser, je länger die Saison andauerte. In den letzten Jahren zahlte er immer wieder einiges an Lehrgeld, aber er dürfte als „Einser“ der Austria angekommen sein.

WÄHREND DER SAISON GEWECHSELT

Clevererweise trennte sich die Austria während der Saison sehr konsequent vom Ballast, den man ganz offensichtlich nicht mehr benötigte. Roi Kehat wechselte zu Maccabi Haifa, wo er im zentralen Mittelfeld Stammspieler war und in 32 Spielen drei Tore erzielte. Fabrizio Stronati verließ die Austria erst im Winter und war im Frühjahr Stammspieler bei Mlada Boleslav, das sich wieder für den Europacup qualifizieren konnte. Auch Richard Windbichler ging erst im Winter und ist seit Februar unumstrittener Stammspieler in der südkoreanischen Liga bei Ulsan Hyundai. In 14 Pflichtspielen gelangen ihm ein Tor und ein Assist.

AUSBLICK

Die Austria schaffte es, sich nach und nach zu steigern. Einige Spieler gehen „gestandener“ in die neue Saison. Dennoch gibt es einige Fragezeichen: Wird man die Mannschaft halten können? Wie viele Leistungsträger werden in der langen Transferzeit abhandenkommen? Und in welcher Verfassung kommen die Verletzten, zum Beispiel Venuto, zurück? Auch die weiteren Entwicklungen in Salzburg werden von den Veilchen mit Argusaugen beobachtet werden. Denn nach der guten Saison 2016/17 und den Problemen bei der Konkurrenz dahinter, dürfte der zweite Platz und die damit verbundene Champions-League-Qualifikationsteilnahme das logische Ziel sein. Ob es für noch mehr reicht, wird auch stark in Mateschitz‘ Ermessen liegen…

TORE

17 – Olarenwaju Kayode
11 – Alexander Grünwald
8 – Raphael Holzhauser, Ismael Tajouri
7 – Lucas Venuto
5 – Kevin Friesenbichler
4 – Felipe Pires, Petar Filipovic
2 – Tarkan Serbest, Lukas Rotpuller
1 – Dominik Prokop, Christoph Martschinko

ASSISTS

10 – Alexander Grünwald
9 – Raphael Holzhauser
8 – Lucas Venuto
6 – Ismael Tajouri, Felipe Pires
5 – Olarenwaju Kayode
4 – Kevin Friesenbichler
3 – Petar Filipovic, Thomas Salamon
2 – Jens Stryger Larsen, Richard Windbichler
1 – Tarkan Serbest, David de Paula, Abdul Kadiri Mohammed

ASSIST-ASSISTS

9 – Raphael Holzhauser
6 – Alexander Grünwald
3 – Lucas Venuto, Felipe Pires, Tarkan Serbest, Jens Stryger Larsen
2 – Olarenwaju Kayode, Kevin Friesenbichler
1 – Ismael Tajouri, Petar Filipovic, Thomas Salamon, David de Paula, Ognjen Vukojevic

PÄSSE TOP (ab 500 Pässen)

86,38% – Petar Filipovic
84,96% – Lukas Rotpuller
84,67% – Tarkan Serbest

81,69% – Raphael Holzhauser (mit 2.354 Pässen spielte Holzhauser die meisten der Liga)

PÄSSE FLOP (exkl. Torhüter; ab 500 Pässen)

71,80% – Thomas Salamon
72,16% – Alexander Grünwald
72,41% – Olarenwaju Kayode

ZWEIKÄMPFE TOP (ab 150 Zweikämpfen)

64,50% – Raphael Holzhauser
63,35% – Lukas Rotpuller
63,12% – Petar Filipovic

ZWEIKÄMPFE FLOP (ab 150 Zweikämpfen)

33,48% – Olarenwaju Kayode
42,75% – Alexander Grünwald
43,30% – Lucas Venuto

MEISTE SCHÜSSE

70 – Olarenwaju Kayode
70 – Alexander Grünwald (kein Spieler gab mehr Schüsse ab, als Kayode und Grünwald)
49 – Raphael Holzhauser

MEISTE TORSCHÜSSE

40 – Olarenwaju Kayode
32 – Alexander Grünwald
22 – Felipe Pires

MEISTE FLANKEN (in Klammer die Anzahl der angekommenen Flanken)

62 – Lucas Venuto (12)
61 – Alexander Grünwald (8)
57 – Jens Stryger Larsen (14)

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Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen