Am 22.Juli beginnt die neue Saison in der österreichischen Bundesliga. Wir wagen einen Ausblick für jeden der zehn teilnehmenden Vereine. Der WAC wurde vergangene... Saisonvorschau 2017/18: WAC als einer der Abstiegskandidaten

_Wolfsberger AC - Wappen mit Farben

Am 22.Juli beginnt die neue Saison in der österreichischen Bundesliga. Wir wagen einen Ausblick für jeden der zehn teilnehmenden Vereine.

Der WAC wurde vergangene Saison Achter, steht heuer aber vor einer harten Spielzeit mit mehreren einschneidenden Veränderungen.

Zugänge: Frieser, Flecker (Kapfenberg), Gschweidl (Wiener Neustadt), Steiger (WAC U16)
Abgänge: Tschernegg (St.Gallen), Prosenik (zurück zu Rapid), Standfest (Karriereende), Trdina (Allerheiligen), Hellquist, Baldauf

Torhüter

Alles beim Alten im WAC-Tor: Alexander Kofler wird wieder der weitgehend sichere Einser sein und seinem Team auch den einen oder anderen Punkt retten. Dobnik ist mittlerweile Zweiter, Sallinger kommt dahinter. Der Torhüter war schon länger nicht mehr das Problem der Lavanttaler.

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Verteidigung

Die aktuelle Abwehrsituation des WAC gestaltet sich sehr problematisch. Nemanja Rnic ist natürlich der unumstrittene Abwehrchef, aber auch er wird nicht jünger – auch wenn er in der Saison 2016/17 erneut sehr stark agierte. Sollbauer und Drescher sind die Kandidaten für den zweiten Platz in der Innenverteidigung – nicht besser als Durchschnitt. Nach dem Karriereende von Joachim Standfest und dem Kreuzbandriss von Christian Klem gibt es in der Außenverteidigung massive Probleme. Palla ist derzeit der einzige fitte, gelernte Außenverteidiger im Kader. Möglich, dass Frieser oder Zündel die Position rechts hinten einnimmt. So oder so ist die Abwehr des WAC keinesfalls gegen weitere Ausfälle gewappnet.

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Zentrales Mittelfeld

Das zentrale Mittelfeld der Wolfsberger ist durch die Bank defensiv ausgerichtet. Die Zentrale dürfte weiterhin aus einer defensiven Doppelsechs bestehen, weil Pfeifenberger mit zwei Angreifern spielen will. Ob das die dünne Personaldecke im Sturm zulässt ist eine andere Frage. Hüttenbrenner und Offenbacher ist die wahrscheinlichste Variante für dieses Gespann, Leitgeb und Rabitsch sind mögliche Alternativen. Defensiv ist die Zentrale des WAC also weiterhin sehr kampfstark, aber ausgewogen ist die Spielerzusammenstellung nicht.

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Flügel

Am Engpass bei den Außenverteidigern leiden auch die Flügel. Einzig Nutz dürfte auf der linken Halbposition eine Fixgröße sein – sein Backup ist Wernitznig. Rechts hat Flecker wohl die besten Karten, aber auch Zündel oder Frieser – beide Kandidaten für die Position des rechten Verteidigers – könnten die Flügelposition einnehmen. Jacobo wird in Pfeifenbergers Überlegungen wohl keine große Rolle mehr spielen, allerdings zerschlug sich ein möglicher Transfer des Spaniers. Sollte er doch bleiben, wird er fast gezwungenermaßen zu seinen Einsätzen kommen, weil die Personaldecke für die Außenpositionen äußerst dünn ist.

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Angriff

Der letztjährige Wiener-Neustadt-Stürmer Bernd Gschweidl wird kommende Saison wohl der „Einser“ im WAC-Angriff sein. Ouédraogo war noch nie als Torjäger bekannt, Topcagic schon länger nicht mehr und Orgill brach sich in der Vorbereitung den Lendenwirbel. Unterm Strich ist der Sturm des WAC zu ungefährlich und zählt zu den schwächsten in der Liga.

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Kollektiv

Schon in der vergangenen Saison kriselte es beim WAC gehörig und einige Spieler hielten sich auch mit Kritik an Trainer Pfeifenberger kaum zurück. Wenn die Erfolge sich nicht bald einstellen, wird es bereits im Herbst sehr unruhig werden und die Tatsache, dass die Kärntner mit nur 17 fitten, gestandenen Feldspielern in die neue Bundesligasaison gehen, legt auch nahe, dass im Laufe der Saison die eine oder andere Rumpftruppe auflaufen könnte.

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Gesamtwertung und Ausblick

Nach fünf Jahren in der Bundesliga und zumeist guten Saison-Endergebnissen steht der WAC nun definitiv vor seiner schwierigsten Saison. Das kündigte auch das vergangene Frühjahr schon ein wenig an, als die Wolfsberger sich erst mit einem Kraftakt in den letzten drei Runden vor dem Abstieg retteten. Die Abgänge von Standfest und Tschernegg werden schmerzen – sämtliche Neuzugänge müssen sich erst mal in der Bundesliga zurechtfinden. Eine „fertige“ Mannschaft stellt der WAC 2017/18 sicher noch nicht.

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Endplatzierung: Platz 8 bis 10 – einer der heißesten Abstiegskandidaten

Daniel Mandl Chefredakteur

Gründer von abseits.at und austriansoccerboard.at | Geboren 1984 in Wien | Liebt Fußball seit dem Kindesalter, lernte schon als "Gschropp" sämtliche Kicker und ihre Statistiken auswendig | Steht auf ausgefallene Reisen und lernt in seiner Freizeit neue Sprachen