Seit zwei Wochen befindet sich die heimische tipp3-Bundesliga in der Winterpause. Wir nutzen dies um auf interessante allgemeine und individuelle Statistiken der abgelaufenen Herbstsaison... Statistikanalyse zur Herbstsaison 2013/2014 der tipp3-Bundesliga: Schüsse und Vorlagen

Bilanz Graph StatistikSeit zwei Wochen befindet sich die heimische tipp3-Bundesliga in der Winterpause. Wir nutzen dies um auf interessante allgemeine und individuelle Statistiken der abgelaufenen Herbstsaison einzugehen und versuchen daraus Parallelen zu den taktischen Beobachtungen zu ziehen. Die Daten stammen von den Statistik-Checks von laola1.at.

Im ersten Teil haben wir uns mit den Ballbesitz- und Passstatistiken der zehn Bundesligisten bzw. die Top-10-Spieler der jeweiligen Kategorien auseinandergesetzt. In diesem Artikel wollen wir uns die wichtigsten Offensivstatistiken ansehen.

Schüsse: Red Bull überragend, Wiener Neustadt zurückhaltend

Als erstes werfen wir einen Blick auf die Anzahl an Schüssen, die abgegeben wurden. Insgesamt waren dies 2983, die sich auf die zehn Bundesligamannschaften gemäß der nachstehenden Grafik verteilen.

Wie man sieht führt Red Bull Salzburg das Feld erwartungsgemäß an, und das obwohl das Team von Roger Schmidt statt 21 erst 20 Spiele bestritten hat. Auch Wiener Neustadt hat ein Match weniger als die Konkurrenz ausgetragen; dass die Niederösterreicher aber am Ende dieser Wertung stehen, hat andere Gründe. Sie stehen meist tief, haben dadurch eine lange Distanz zum gegnerischen Tor. Das müsste aber im Umkehrschluss bedeuten, dass sie bei ihren Kontern viel Platz haben und schnell zum Abschluss kommen. Ob das tatsächlich so ist, werden wir im nächsten Schritt untersuchen.

Pässe pro Schuss: Umschaltstarke Rieder

Wie sehen uns dazu an, wie viele Pässe ein Team im Schnitt spielte ehe es abschloss. Aus den bisherigen Beobachtungen bezüglich Ballbesitz und Schüssen hat sich eine gewisse Erwartungshaltung ergeben, aus der wir beispielsweise die SV Ried und Red Bull Salzburg weit vorne erwarten.

Tatsächlich schließt in der Bundesliga keine Mannschaft schneller ab als das Team von Michael Angerschmid. Die Innviertler etablierten in den letzten Monaten ein starkes Pressing und schalteten nach Balleroberungen präzise um. Bei den Wiener Neustädtern, die sich ebenfalls über das Spiel gegen den Ball definieren, ist dies allerdings nicht der Fall, da sie gruppentaktisch um einiges schlechter abgestimmt agieren und zudem individuell zu den schlechtesten Teams zählen.

Ebenfalls interessant sind die Werte von Wacker Innsbruck und Rapid Wien. Die Tiroler finden sich sogar knapp vor Red Bull Salzburg wieder. Das liegt aber weniger an einem ausgefeilten Umschaltspiel sondern mehr an der Einfachheit ihres Ballbesitzspiels. Im Spielaufbau agieren sie meist mit simplen langen, hohen Bällen nach vorne. Bei Rapid liegt die Ursache ebenfalls in der Spielphilosophie. Bayern München spielt pro Schuss beispielsweise 40,3 Pässe, der FC Barcelona sogar 42,4.

Chancenauswertung: Salzburger Teams dominieren

Trotz dieser Statistik scheinen die beiden Teams produktiver zu sein als die Hütteldorfer. Der Grund dafür sind die viel höheren Ballbesitzzahlen. Das führt dazu, dass Bayern und Barca ligaintern jeweils die zweitmeisten Schüsse abgab, während Rapid wie oben gesehen erst auf Platz fünf – in einer viel kleineren Liga wohlgemerkt – kommt. Wichtiger ist aber ohnehin, was aus diesen potenziellen Möglichkeiten gemacht wird.

Wir sehen uns deshalb das obige Diagramm der Chancenauswertung an. Auch hier folgt Rapid mit etwas Abstand hinter den besten Teams. Führend sind einmal mehr die Salzburger Teams. Red Bull brauchte für jedes Tor im Schnitt 6,4 Schüsse, Grödig 6,6. Zudem erkennt man, dass Wacker Innsbruck und die SV Ried, die in der vorigen Kategorie noch führten, weit unten zu finden sind. Das muss aber nicht zwingend bedeuten, dass man schlecht im Abschluss ist. Auch der Umstand aus ungünstigen Positionen zu schießen verringert im Allgemeinen den Wert der Chancenauswertung.

Individuelle Chancenauswertung: Zulechner abschlussstärkster Spieler der Liga

Als nächstes wollen wir uns mit den Top 10 der abschlussstärksten Spieler auseinandersetzen. Als Schranke setzen wir dabei ein Minimum an sechs erzielten Toren. Wie zu erwarten war, sind hier vor allem Stürmer vertreten, was im Zusammenhang mit der letzten Aussage steht.

An Spitze finden wir dabei Philipp Zulechner, der mit 15 Toren auch der Führende der Torschützenliste ist. Für seine 15 Treffer benötigte er lediglich 54 Schüsse, was einen Schnitt von 3,6 Schüssen pro Tor bedeutet. Ebenfalls unter vier Schüssen pro Tor benötigten Terrence Boyd und Marko Stankovic. Dass Letzterer so weit vorne zu finden ist, liegt allerdings daran, dass er zwei seiner sechs Tore per Elfmeter erzielte.

Schussbeteiligungen: Schwab absolut top, Soriano relativ

Zum Abschluss dieses Artikel wollen wir uns noch ansehen, welche Spieler für die Schüsse überhaupt hauptverantwortlich waren. Dabei blicken wir auf die Anzahl an Torschüssen und Torschussvorlagen.

Die beiden Spieler mit den meisten Schussbeteiligungen kommen von Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Das legt den Schluss nahe, dass diese Mannschaften zu großen Teilen von ein, zwei Spielern abhängen. Aussagekräftiger als diese absoluten Zahlen sind jedoch die auf die bestrittenen Spiele heruntergebrochenen Zahlen.

Hier sehen wir, dass Jonathan Soriano klar führt. Neben dem Spanier finden sich aber auch zwei weitere Bullen im Ranking wieder, zudem befindet sich Kevin Kampl ebenfalls unter den Top 20 – eine Folge der eingangs angeführten Schussstatistik.

Alexander Semeliker, abseits.at

Alexander Semeliker

@axlsem

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